Autorenarchiv: Thorti

Unvermeidliche Opfer 2 – Die Weihe des Priesters und das Feuer des Inquisitors

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Vierttag, 26.06.888 nG – Nach einer etwas zu kurzen Nachtruhe begeben wir uns zur Kirche von Pfeilersruh, um der Weihe von Bruder Garwin zum Priester beizuwohnen. Nur Wylan hat sich erkältet und hütet das Bett. Auf dem Weg zum Gottesdienst bemerken wir, dass die Dorfbewohner leise tuscheln und auf uns deuten, wenn wir an ihnen vorbeikommen. Nur Bruder Garwin ist wegen der anstehenden Zeremonie zu aufgeregt, um dies zu bemerken. Die Kirche ist in einem guten Zustand und verfügt sogar über ein mechanisches Uhrwerk. Natürlich betreten wir das Haus des EINEN GOTTES unbewaffnet.
Das Morgenlicht fällt durch ein großes Buntglasfenster, das die sich selbst verschlingende Schlange zeigt und taucht den Altar in einen farbigen Glanz. Auf dem Altar steht einen Abbildung der Heiligen Astrid, deren Körper mit Messern gespickt ist. In den Seitenwänden der Kirche sind kleine Alkoven eingebaut, die unter anderem den Alten Göttern geweiht sind. Vater Junarius Ischaron, der Dorfpriester, ist bereits anwesend. Er zählt um die 50 Jahre, hat buschige Augenbrauen und eine ausgeprägte Hakennase. Als die Glocken zu läuten beginnen, kommen nach und nach noch ein paar Bewohner Pfeilersruhs zum Gottesdienst. Es werden Gebete gesprochen und Lieder gesungen. Bruder Garwin kniet vor dem Abbild der Heiligen Astrid nieder. Der Dorfpriester führt die Weihe durch, und Vater Garwin erhebt sich. Nachdem die Zeremonie vollendet ist, beglückwünschen wir unseren Weggefährten zusammen mit Mutter Uldine und Bruder Lorenz. Gurni schenkt ihm sogar einer seiner Murmeln als Glücksbringer. Weiterlesen →

Knirps Made

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In den Gossen von Hexton geboren und in der Kanalisation der großen Stadt aufgewachsen, blickt Knirps Made bereits auf ein sehr wechselvolles Leben zurück. Während viele seiner Geschwister sich traditionell als Rattenfänger oder Kanalreiniger durchschlagen mussten, gelang es Knirps Made, eine Anstellung bei Boris Hauk, einem Metzger, zu ergattern. Dies verdankte der Goblin seiner zuverlässigen, hilfsbereiten Art, einem Quäntchen Glück und der Tatsache, dass er bereit war, für einen Hungerlohn oder ein paar Fleischabfälle zu arbeiten.
Knirps Made war im Grunde zufrieden damit, bei Boris Hauk die Schlachtabfälle zu entsorgen, Blut und andere Flüssigkeiten aufzuwischen und beim Zerlegen der Tiere zur Hand zu gehen. Nach der Arbeit konnte er oftmals genügend Futter mit zu seiner Sippe schleppen. Reste, die von Menschen verschmäht wurden, für die Goblins aber ein Festmahl waren. Besonders das alte Großmütterchen Warzenschmatz war von dem Fleischresten sehr angetan. So gestärkt erzählte sie nach dem Essen der Sippe gern Geschichten. Besonders oft erzählte sie Legenden über die Verbannung der Goblins aus dem Feenreich in die Menschenwelt. Auch wenn sich deren Inhalte geradezu willkürlich von Erzählung zu Erzählung änderten und nie aufklärten, warum die Goblins so bestraften worden waren, begann Knirps Made über das Schicksal seines Volkes nachzudenken. Weiterlesen →

Schatten im Nebel 2 – Die Nacht der Monster

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Donnerstag, der 19. Tag des VIII. Monats im Jahre 888 nG – Mitternacht ist bereits verstrichen und Kreuzing versinkt geradezu in dichten Nebelschwaden, welche die Stadt in ein feuchtes, kaltes Grau einhüllen. In unserem Haus in der Bäckerstraße 221b, starrt Melina auf dem Blutstein in seiner aufgeklappten Schatulle. Der grob herzförmige Brocken dunklen Minerals glänzt widerwärtig feucht im Schein einer Kerze und pulsiert leicht. Es ist dieses leise Klopfen, das Melina aus dem Schlaf gerissen hat. Besorgt weckt sie Krätze und bitten den Magier, sich den Stein genauer anzusehen. Als der Goblin das Objekt berührt, fühlt es sich kalt an und auf seinen grünen Fingerspitzen bleibt ein dünner Blutfilm zurück. Krätze unterzieht Melinas Stein einer magischen Analyse. Er kann jedoch nur sagen, das ein nekromantischer Zauber in den Stein gewoben worden ist. Die Gefährten wissen aus den Erinnerungen der menschlichen Melina, dass sie den Blutstein von einer Hexe erhielt, um ihren verstorbenen Geliebten wieder zu neuem „Leben“ zu erwecken. Die finstere Kraft des Artefaktes hat in der letzten Zeit wieder zugenommen. Liegt es an alle dem Blut, dass der Stein in den letzten Monaten immer wieder absorbieren konnte? Krätze und Melina wecken Wilbur, um ihn ebenfalls zu Rate zu ziehen. Gemeinsam beratschlagen sie, ob es nicht besser wäre, sich des Blutsteins irgendwie zu entledigen. Doch was würde geschehen, sollte dann jemand mit finsteren Absichten in den Besitz des Steins gelangen? Weiterlesen →

Der Mondturm 5 – Zwei Kristallkugeln und eine schlammige Fährte

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Freitag, der 13. Tag des VIII. Monats im Jahre 888 nG – Zusammen mit meinen Gefährten bin ich tief in die verschachtelten, magischen Räume des Turms eingedrungen, der sich in jeder Vollmondnacht auf der Bitterheide manifestiert. Krätze hat aber bereits festgestellt, dass irgendetwas in diesem Elfenturm die Magie des Bauwerkes nach und nach aufzehrt. Irgendwann wird der Turm nicht nur bei Vollmond in unserer Welt erscheinen, sondern dauerhaft hier stranden. Und was auch immer hier in diesem magischen Gebäude eingesperrt worden ist, wir kommen ihm immer näher. Weiterlesen →

Der Mondturm 3 – Im Inneren des Turms

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Freitag, der 13. Tag des VIII. Monats im Jahre 888 nG. Damit der mutmaßliche Werwolf Kasimir Wert in der kommenden Vollmondnacht außer Gefecht gesetzt bleibt, besorgen wir ihm aus dem „Stumpen“ drei Flaschen voll hochprozentigem Schnaps. Auf diese Weise versorgt lassen wir den trunksüchtigen Mann, der sich wie ein Häuflein Elend zusammengekauert hat, in seinem Schuppen zurück.

Wilbur und Krätze suchen die alte Dame mit dem langen Ohr auf, um ihr noch ein paar Informationen über die tote Delina und Kasimir Wert zu entlocken. Unter dem Glanz von Wilbur Weinbergers Hilfswachtmeisterabzeichens lockert sich die Zunge der Alten noch ein bisschen mehr als es bei Krätze allein der Fall gewesen ist. Sie erklärt, dass sich sehr viele Dörfler um Delina gekümmert haben, nachdem diese erst ein Fehlgeburt erlitten und danach noch ihren Mann verloren hatte. Von einem möglichen Liebhaber weiß die Frau nichts. Sie verweist darauf, dass das Trauerjahr für Delina auch noch nicht abgelaufen war. Außerdem berichtet die interessierte Nachbarin, dass die Leute aus Karbunkel eine Wolfshatz planen, um das mörderische Biest zur Strecke zu bringen. Wilbur nickt und erklärt, dass sie ihm gern im „Stumpen“ eine Botschaft hinterlassen kann, falls ihr noch weitere Details einfallen. Weiterlesen →

Der Mondturm 1 – Karbunkel, ein wahrlich gesegneter Ort

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Dienstag, der 10. Tag des VIII. Monats im Jahre 888 nG

Auf Caribtus‘ Bitten hin reisen wir von Kreuzing in das Dorf Karbunkel. Dort soll in jeder Vollmondnacht ein Elfenturm erscheinen, der den Türmen in Kreuzing gleicht. Dem Magier ist aufgefallen, dass die geheimnisvollen Türme, die sich unantastbar zwischen den menschlichen Bauwerke erheben, wieder Zeichen magischer Aktivität zeigen.

Donnertag, der 12. Tag des VIII. Monats im Jahr 888 nG

Zur Mittagsstunde erreichen wir ein Schild, das uns von der Hauptstraße aus den Weg nach Karbunkel weist. Kurz darauf überquerten wir einige Hügel und sehen vor uns das Dorf. Es wirkt auf den ersten Blick klein und schäbig; circa zwei Dutzend graue Häuser, die sich um einen Gasthof, eine Stellmacherei und eine kleine Kirche schmiegen. Rings um Karbunkel liegen noch ein paar vereinzelte Bauernkarten verteilt. Jenseits des Dorfes breitet sich eine karge Heidelandschaft aus, die von weißen Blumen gespickt ist. Weiterlesen →

Tempel der Schatten 5 – Die Katakomben des Katandramus

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Donnerstag, der 19. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG. Mit gezückten Waffen wagen wir uns in Richtung der herrschaftlichen Villa von Katandramus vor. Eine unbekannte Gewalt hat das Gebäude erschüttert; die oberen Stockwerke sind eingestürzt. Über dem zerstörten Anwesen irrlichtert ein scharlachroter, kränklicher Schein den Nachthimmel entlang. Doch das Erdgeschoss erhebt sich noch auf der Klippe am Stadtrand.
Vor uns auf dem Weg erkennen wir eine Kutsche mit angespannten Pferden. Im trüben Licht einer Laterne, die an der Droschke hängt, sehen wir das Siegel der Inquisition. Also muss sich Randolfus ebenfalls auf dem Grundstück befinden. Doch der Weg hoch zur Villa wird von alten Zedern flankiert und düstere Gestalten scheinen zwischen den Bäumen umher zu kriechen. Weiterlesen →

Tempel der Schatten 3 – Willkommen in der Seuchenstadt

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Mittwoch, der 17. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG. Es ist ein trauriger Tag auf dem Kemphof, denn nach Aldmars dramatischer Selbsttötung muss nun der zweite Sarg gezimmert werden. Vater und Sohn sind beide an einem Tag verstorben. Insbesondere Tamara, die neue Geliebte von Aldemar, ist verstört und steht neben sich. Melina versucht, mit der Trauernden zu sprechen. Hat sie irgendwas über Aldemars magische Experimente oder über Beatrice Lucano gewusst?
Doch Tamara ist zu sehr schockiert, um jetzt über diese unangenehmen Dinge zu sprechen. Stattdessen fällt sie Melina um den Hals und bittet darum, sie mit nach Kreuzing zu nehmen. Sie will auf keinen Fall hier auf dem Kemphof bleiben. Melina stimmt zögernd zu, Tamara mitzunehmen. Daraufhin packt Tamara ihre Sachen im Gesindehaus zusammen und die beiden gesellen sich zu uns.
Wilbur ist jedoch nicht bereit, Tamara sofort zu vertrauen. Er spricht Tamara auf Aldemars letzte Geliebte an, das Wechselbalg Adira, die in seine Nekromantieversuche verwickelt gewesen ist. Weiterlesen →

Tempel der Schatten 1 – Das Schicksal des Olmor Kemp

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Montag, der 16. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG – Nachdem wir die von monströsen Insekten befallenen Minen von Gundren Eisenkrämer in den Schwarzen Hügeln verlassen haben, erreichen wir am Nachmittag des 16. Tages das Dorf Pfeilers Ruh, in dem Wilbur Weinberger ein kleines Haus sein Eigentum nennt.
Er berichtet Jeannie vom Tod Joran Kellers, sie wirkt ehrlich betroffen. Seitdem der Säugling eines Fischerehepaares vor einigen Nächten verschwand, ist im Dorf glücklicherweise nichts Schlimmes mehr passiert. Doch Jeannie erzählt von einem Fuhrmann, der aus Avelten gekommen ist und berichtet hat, dass dort vor einigen Monaten ebenfalls ein Neugeborenes verschwunden ist. Zudem seien schon seit einiger Zeit keine Reisenden mehr aus Kreuzing nach Pfeilers Ruh gekommen, erzählt Jeannie. Auf den Landstraßen hat der Fuhrmann das Gerücht aufgeschnappt, dass die Stadt abgeriegelt worden sein soll. Weiterlesen →

Der König in Rot 9 – Die Scherben des Chaos

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Mittwoch, der 11. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG — Tief unter dem Alten Wald beratschlagen wir, in welchen Teil des unterirdischen Elfenschreins wir als nächstes vorwagen sollen. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir stellen uns der Statue, die schon einen Freund meiner neuen Bekannten erschlagen hat oder wir erkunden die gewaltige Höhle, die sich jenseits eines Balkons erstreckt.
Diese Kaverne scheint natürlichen Ursprungs zu sein. Ihr Grund liegt 10 Meter unter uns und ist mit Felsbrocken bedeckt, aber auch Knochen kann ich von der Galerie aus erspähen. Zudem liegt ein muffiger Geruch nach Kot in der abgestandenen Luft. Anscheinend haust ein Tier dort unten, vielleicht auch Schimmers. Krätze kann noch immer eine Quelle magischer Macht in der Nähe spüren. Der Goblin ist sich aber sicher, dass sich diese nicht in der Höhle befindet.
Nach kurzer Diskussion beschließen wir den Kampf mit der Staute aufzunehmen. Ich reiche meine Pistole an Melina weiter. Sie soll versuchen, der Statue die Goldmünze mit dem Auge darauf aus der Hand zu schießen, damit keiner von uns unter den Bann der steinernen Wächterin gerät. Krätze beschwört seine Armbrust herbei, meine Aufgabe wird es sein, die steinerne Wächterin im Nahkampf an mich zu binden. Weiterlesen →