Tempel der Schatten 3 – Willkommen in der Seuchenstadt

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Mittwoch, der 17. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG. Es ist ein trauriger Tag auf dem Kemphof, denn nach Aldmars dramatischer Selbsttötung muss nun der zweite Sarg gezimmert werden. Vater und Sohn sind beide an einem Tag verstorben. Insbesondere Tamara, die neue Geliebte von Aldemar, ist verstört und steht neben sich. Melina versucht, mit der Trauernden zu sprechen. Hat sie irgendwas über Aldemars magische Experimente oder über Beatrice Lucano gewusst?
Doch Tamara ist zu sehr schockiert, um jetzt über diese unangenehmen Dinge zu sprechen. Stattdessen fällt sie Melina um den Hals und bittet darum, sie mit nach Kreuzing zu nehmen. Sie will auf keinen Fall hier auf dem Kemphof bleiben. Melina stimmt zögernd zu, Tamara mitzunehmen. Daraufhin packt Tamara ihre Sachen im Gesindehaus zusammen und die beiden gesellen sich zu uns.
Wilbur ist jedoch nicht bereit, Tamara sofort zu vertrauen. Er spricht Tamara auf Aldemars letzte Geliebte an, das Wechselbalg Adira, die in seine Nekromantieversuche verwickelt gewesen ist. Tamara streitet jede Beteiligung an den magischen Experimenten Aldemars ab. Als sie auf die Krankheit vom Olmor Kemp angesprochen wird, behauptet Tamara erzürnt, dass dies alles nur die Schuld von Beatrice gewesen sein soll und bezeichnet sie als Hure. Aldemar habe von ihr einen dunklen, unheimlichen Juwel erhalten, durch den der Bürgermeister krank geworden sein soll. Vor wenigen Wochen gab es ein Treffen zwischen Beatrice und Aldemar in Avelten. Bei diesen Treffen kam es zu einem Streit zwischen den beiden. Anschließend habe Aldemar nicht mehr über Beatrice gesprochen.
Neugierig bohrt Krätze nach, ob Tamara den Namen des Gurus kennt, von dem Beatrice in ihren Briefen an Aldemar berichtet hat. Nach kurzem Nachdenken berichtet Tamara von einem mysteriösen Unbekannten, den Beatrice und Aldemar beide bewundert haben sollen. Ein Mann, der den geheimnisvollen Namen Katandramus tragen soll.
Wir warnen Tamara noch davor, uns nach Kreuzing zu begleiten und geben zu bedenken, dass eine Seuche in der Stadt grassieren soll. Doch Tamara lässt sich von ihrem Wunsch nicht mehr abbringen. Also brechen wir auf und lassen den Kemphof hinter uns.
Das Wetter heute ist schwül und drückend. Andere Reisende kommen uns nicht entgegen. Als die Dämmerung naht, schlagen wir etwas abseits der Straße unser Lager auf und teilen Wachen ein. Doch die Nacht verstreicht ereignislos.

Donnerstag, der 18. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG. Die Nacht war unangenehm warm und Wilbur schätzt, dass es den ganzen Tag elendig schwül bleiben wird, ohne dass sich ein Gewitter entlädt. So reisen wir still und schwitzend die staubige Landstraße entlang. Bei der verfluchten Hitze habe ich meinen Schuppenpanzer abgelegt und gehe in meiner Alltagskleidung. Bis wir Avelten erreicht haben, treffen wir keine weiteren Reisenden auf der Straße an. Die Apfelbäume lassen in der trockenen Sommerhitze hier Laub schlaff herunterhängen. Die Bauern sind emsig bemüht, Wasser aus den nahen See herbeizuschaffen, um ihre Bäume zu gießen. Doch so wie die Sonne brennt, können sie ihren Apfelplantagen nur wenig Linderung verschaffen. Während Wilbur in Avelten bei einer Hebamme seine Vorräte an Kräutern und Heiltränken zu einem gesalzenen Preis aufstockt, statten Krätze und ich dem Gasthaus „Zur Apfelblüte“ einen Besuch ab. Andere Gäste sind nicht anwesend, doch wir können zwei Krüge warmes Bier (Bäh!) erstehen. Der Goblin fragt die Schankmagd, ob sie zufällig etwas von dem Treffen zwischen Aldemar und Beatrice mitbekommen hat. Doch die Frau verneint. Schließlich setzen wir unseren Weg nach Kreuzing fort.
In der Abenddämmerung erreichen wir die Furt, in deren Nähe sich die Stadt befindet.
Heute wollen wir zwar nicht mehr über den Fluss setzen, dennoch klopfen wir kurz an der Hütte des Fährmannes an. Er lugt etwas misstrauisch hinter seiner Tür hervor und fragt, was wir in Kreuzing wollen. Der Stadtrat hat die Tore verriegeln lassen, weil sich eine Seuche dort ausgebreitet hat. Aber er willigt ein, uns am nächsten Morgen über den Fluss zu bringen.

Freitag, den 19. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG. Der Tag beginnt mit einem schlechten Omen: Wilbur fühlt sich schwach und benommen. Der Halbling ist fiebrig, hat Kopfschmerzen und ein dünner Speichelfaden sickert aus seinem Mundwinkel. Er vermutet sich erkältet zu haben, was ich jedoch angesichts der anhaltenden Hitze bezweifele. Krätze stellt fest, dass Wilbur von einer schwachen, fahlen Aura umgeben ist. Unser Goblinmagier vermutet, dass Wilburs Erkrankung eine Nachwirkung seiner Begegnung mit dem untoten Olmor Kemp oder dem kleinen Dämon ist, der aus dem Leib des Wiedergängers hervorgekrochen ist. In der Hoffnung mehr zu erfahren, schlüpft Krätze in die Robe der Weissagung, die er bei der Mine von Gundren Eisenkrämer gefunden hat. Zwar kann er nun Wilburs Atmen, Schlucken und Schmatzen aus dessen Körper heraus hören, gewinnt jedoch leider keine Erkenntnisse über dessen Krankheit. Der Druide webt einen Heilzauber, der ihn zwar stärkt, die Krankheit aber nicht kurieren kann. Dann setzen wir unseren Weg fort.

Gegen Mittag erreichen wir das Osttor von Kreuzing, das direkt in den Stadtteil Schloten führt. Doch die schweren Torflügel sind verriegelt und von den Zinnen der Mauer hängt ein großes, leichenblasses Laken herab. Nur aus wenigen der zahlreichen Schornsteine von Schloten scheint Rauch in den Himmel aufzusteigen.
Als wir an das Tor herantreten, ruft uns ein Braunrock von der Mauer zu, dass wir fortgehen sollen. Die Stadt ist wegen einer tödlichen Seuche abgeriegelt und niemand darf hinein und hinaus. Auch als Wilbur auf sein Hilfswachtmeisterabzeichen deutet und erklärt, mit Kommandantin Rena sprechen zu wollen, werden wir abgewiesen. Tamara ist nun stark verunsichert, ob es eine gute Idee war, nach Kreuzing zu reisen. Als hätten wir sie nicht gewarnt!
Krätze überlegt, dass es möglich sein könnte, sich über den Kanal des Tränenstroms durch die Wehrmauer in die Stadt zu schmuggeln. Doch der Durchlauf ist vergittert, so das es selbst für den Goblin schwierig werden würde, sich durch die Eisenstäbe zu zwängen. Während wir weitergehen, fallen uns weitere Rauchsäulen auf, die in verschiedenen Stadtvierteln aufzusteigen scheinen. Rühren sie etwa von Scheiterhaufen her?
Schließlich erreichen wir das Südtor. Hier können wir die Wachen dazu überreden, uns in die Stadt zu lassen. Wir erfahren noch, dass es Jonas Kreucher und Caribdus gut gehen soll. Jedoch wurde das Stadtviertel Säckel vollkommen abgeriegelt.
Als ich den anderen zur ihrer Pension folge, bewegen wir uns durch ausgestorbene Straßen und Gassen. Niemand sonst scheint unterwegs zu sein. Das große Kreuzing gleicht durch die Quarantäne einer Geisterstadt. Vor vielen Haustüren hängen weiße Tischtücher oder Bettlaken – Zeichen, dass dort Erkrankte wohnen. Als wir die Pension erreichen, hängt auch dort ein bleiches Stück Stoff vor der Türe.
Krätze, der wie alle Goblins immun gegen Krankheiten ist, wagt sich ins Haus hinein. Er findet die Pensionswirtin tot im Bett vor. Dem Zustand der Verwesung nach zu urteilen, ist sie bereit vor Tagen der Seuche erlegen. Ihren Leichnam schlagen wir in den Laken ein und schaffen ihn mit vereinten Kräften zu einem der Plätze, auf denen Rauchsäulen qualmen. Wie wir schon vermutet hatten, werden hier Leichen verbrannt. Einige Braunröcke beaufsichtigen die Verbrennung der Toten und fordern uns auf, unsere Leiche abzulegen und dann schleunigst wieder nach Hause zu gehen. Am Rand des Platzes steht ein abgerissener Halbling auf einer Kiste. In seinem Blick irrlichtert der Wahnsinn und er trägt Schilder mit den Aufschriften „Erwachet!“ und „Das Ende ist nah!“
Wieder in der Pension rätselt Krätze, ob es eine Verbindung zu der Seuche und dem Enigmastein geben kann. Er bittet Melina, sich deren Blutstein, der aus dem Enigmastein hervorgegangen ist, ansehen zu dürfen. Doch Krätze kann an dem kohleartigen Blutstein keine Spuren von magischer Aktivität feststellen.
Weil es Wilbur weiterhin schlecht geht, stellt der Goblin die Frage in den Raum, ob wir für unseren kranken Gefährten eher Hilfe bei der Kirche oder bei Caribdus finden können. Doch der Magier wohnt in dem abgeriegelten Stadtviertel. Es würde also schwierig werden, Kontakt zu ihm herzustellen. In diesem Moment, in dem der fiebernde Wilbur in einem Sessel vor sich hin brütet, durchzuckt ein Geistesblitz dessen müden Verstand.
Moment, ich bin ja ein Druide!
Ich kann mit dem Zauber Genesung alle Krankheiten heilen!
Eilends schwingt Wiblur seinen Fokus und schlagartig fallen die Symptome der Krankheit von ihm ab.
Da Caribdus nicht zu sprechen ist, beschließen wir, es beim Inquisitor Randolfus zu versuchen. Weil Tamara große Angst davor hat, sich durch die verseuchte Stadt zu bewegen, bleiben Melina und sie zunächst in der Pension. Bevor wir uns zu Randolfus aufmachen, bringen wir noch die Matratze der Wirtin zum Verbrennen. Die Braunröcke wahren uns erneut und weisen auf die allgemeine Ausgangssperre hin. Dennoch machen wir aus dem Weg zur Kanzlei des Inquisitors. Dort steht eine seiner persönlichen Wachen vor der Tür. Weil der Krieger meine Gefährten noch von der Dreen-Hochzeit her kennt, erfahren wir, dass Randolfus nicht zugegen ist, sondern in Säckel eine Untersuchung durchführt.
Danach versuchen wir unser Glück bei der Garnison der Stadtgardisten, doch auch hier stehen wir vor verschlossenen Türen. Auch bei der Privatadresse von Kommandantin Rena treffen wir niemanden an. Schließlich erreichen wir das Rathaus. Hier haben wir schließlich Erfolg und uns wird Einlass gewährt. Wir treffen Rena an, die Kommandantin hat sich mit einem Schwert bewaffnet und wirkt sehr ernst. Sie erklärt, dass die Seuche vor sieben Tagen in Kreuzing ausgebrochen ist. Seit fünf Tage ist die Stadt unter Quarantäne und die Lage wird immer kritischer.
Wir können nur hoffen, dass es uns schnell gelingt, den Grund für die Seuche ausfindig zu machen. Hat die Krankheit wirklich etwas mit dem Enigmastein zu tun, wie Krätze befürchtet? Und was hat es mit der grauen Eminenz auf sich, die sich hinter dem Namen Katandramus verbirgt?

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