Archiv der Kategorie: Schatten des Dämonenfürsten

Der König in Rot 2 – Lange dürre Finger

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Dienstag, der 3. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG – Nach wir in Wilburs kleinem Häuschen ein gemeinsames, leichtes Frühstück verzehrt haben, macht sich der Halbling auf den Weg zum Archivar Brayan. Er will mit dem Geistlichen nochmal über die Expedition zur geheimen Höhle tief im Alten Wald sprechen. Während Jeannie sich sich um den Haushalt und ihren Sohn Pell kümmert, brechen auch Krätze, Melina und ich auf. Der Goblin will herausfinden, was aus Aldemar Kemp geworden ist, nachdem wir Pfeilersruh im Frühjahr in Richtung Kreutzing verlassen haben. Melina und mich hingegen zieht es in den Alten Wald. Wir wollen auskundschaften, ob sich die Dunklen Schriftzeichen, die in die Rinde eines Baumes eingebrannt wurden, dort noch immer finden.
Als Wilbur bei Brayan anklopft, ist der Priester durchaus erfreut, den Gelehrten wiederzusehen. Der Archivar bietet dem Halbling Tee an. Als sie über die geplante Exkursion zu jener Höhle reden, in welcher der Priester hofft, in die Sphäre des Göttlichen spähen zu können, fallen dem Halbling kleine Schnittwunden an dessen Händen auf. Weiterlesen

Der König in Rot 1 – Der Archivar und das Jenseitige

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Sonntag, der 1. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG – Mit den ersten Sonnenstrahlen, die auf Nymians Lichtung fielen, kamen die restlichen Wechselbälger gar nicht gut zurecht. Immer wieder versuchten sie sich zu verwandeln. Manche von ihnen probierten sogar die Gestalt von Nymian anzunehemen, vielleicht um die Kontrolle der kleinen Schar an sich zu reißen. Wir konnten es nicht genau sagen. Aber schließlich und endlich blieben nur totes Laub und vertrocknete Zweige über. Die Kinderwechselbälger waren tot. Weiterlesen

Minen des Wahnsinns 7 – Spurlos verschluckt

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25.09.888 – Endlich höre ich, wie die anderen nachzukommen scheinen. Der Kampflärm verebbte aber sie kommen nicht in dem Gang nach. Was ist da nun schon wieder los? Ich gehe zurück und sehe, wie Romin und Severin in dem Gang stehen. Severins Flammenwerfen vernichtete grad noch einige dieser Wesen, die uns nachkommen wollten. Aber was ist das? Amir liegt auf dem Boden und atmet nicht mehr. Er ist förmlich zerfetzt und blutet aus etlichen Wunden. Neben ihm liegt aber auch einer dieser Frevler in einem Kokon.

Ich knie mich neben Amir und Rufe die Kräfte der wahren Götter an, um ihn vielleicht doch noch retten zu können. Auch wenn es Wahnsinn war, was er machte, meinte er ja doch, dass Richtige zu machen, indem er sich einer Übermacht entgegenwarf, um diesen Frevlern und Schändern beizustehen. Weiterlesen

Nymians Tränen 4 – Aveltens verlorene Kinder

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Montag, der 1. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG – Es war bereits die zweite Stunde nach Mitternacht verstrichen, als Ronius, der Dorfpriester von Avelten, die Wunden von Melina, Wilbur und mir versorgte, die wir uns im Kampf gegen diese verdammten Rotkappen zugezogen hatten. Zwar hatten wir die blutgierigen Wichtel besiegt, doch nur mit knapper Not. Fast hätten die kleingewachsenen Graubärte uns den Garaus gemacht. Um so erschütterter waren wir, als Terence Hügel uns berichtete, dass ihm Pell entwischt war. Wo mochte der Junge nur sein?
Nachdem Priester Ronius unsere Wunden verbunden hatte, wankte der sichtbar angetrunkene Geistliche wieder zu seiner Kirche, um seinen Rausch auszuschlafen.
Doch wir konnten bei aller Erschöpfung noch nicht an Schlaf denken. Das ungewisse Schicksal Pells ließ uns keine Ruhe. Zusammen mit Terence Hügel gingen wir nochmal zu dem kleinem Haus, in dem der Junge mit seiner Mutter lebte.
Wilbur Weinberger fiel auf, dass der Dorfbüttel nervös an seiner Kleidung herum zupfte oder unsicher über seine Schulter späte, wenn er meinte, dass wir ihn nicht beobachteten.
Irgendwas stimmte nicht mit Hügel… Weiterlesen

Nymians Tränen 3 – Neun Blutkappen

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Sonntag, der 1. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG – Es war kurz nach Mitternacht als wir diese seltsamen gedrungenen Kreaturen im Dunst des Waldes bemerkten. Sie wirkten wie alte menschliche Männer mit weißen Bärten nur kleiner und dabei stämmiger. Sie hielten kleine blanke Messer in den Händen und aus ihren dunkelroten Kappen lief in feinen Fäden Blut über ihre Gesichter. Fünf von ihnen konnten wir im Schein von Jorans Laterne direkt erkennen, doch im Gehölz um uns herum knackte es ebenfalls. Wilbur rief: “Rückzug! Es sind zu viele!” Weiterlesen

Nymians Tränen 2 – Ein Opfer für die Wälder

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Samstag, der 28. Tag des VI. Monats im Jahre 888 nG
„Hilfe! Ist da jemand? Helft mir, bitte!“
Es war eine helle Kinderstimme, verängstigt und zitternd, die aus den Aveltener Apfelwiesen durch die Abenddämmerung zu uns herüberwehte.
Rasch wechselten wir ein paar Blicke, dann waren wir uns sofort einig. Entschlossen verließen wir die Landstraße, die von Kreutzing über Avelten nach Pfeilersruh führt, und drangen in den Hain vor. Erneut hörten wir den kläglichen, verzweifelten Hilferuf eines Kindes. Nach etwa 20 Schritten öffnete sich der Apfelhain zu einer kleinen Lichtung.
Jenseits der Lichtung erhob sich ein tiefer Laubwald, in dessen Wipfeln der Abendwind flüsterte. Ein Überbleibsel jenes geheimnisvollen Urwaldes, der diesen Teil der Nördlichen Weite bedeckte, bevor Menschen das Land urbar machten.
Vor uns auf der kleinen Lichtung erwartete uns ein Anblick, der uns mit Fassungslosigkeit und etwas Wut erfüllte. An einem Holzkreuz festgebunden hing ein zitternder Junge von vielleicht acht Jahren. Aus verweinten Augen sah er zu uns herüber und flehte uns um Hilfe an.
Auf Wilburs Frage, wer ihn dort festgebunden und zurückgelassen hatte, sagte der Junge, dass Männer mit Kapuzen ihm das angetan hätten. Er solle ein Opfer für die Waldgeister werden. Der Halbling und ich machten uns daran, die Fesseln des Knaben zu durchtrennen. Wilbur löste die Knoten an den Füßen, ich nahm mir die Stricke vor, die seine Arme und Hände fesselten.
Da fielen Melina plötzlich Bewegungen im düsteren Unterholz des Waldes auf.
Sechs Kinder pirschten aus dem Dickicht auf uns zu. Sie trugen zerschlissene Kleidung von Bauernkindern, in ihren Händen hielten sie scharfe Erntesicheln aus Kupfer.
Am meisten Sorgen bereiteten mir aber ihre Augen, die in der Dämmerung glühten wie Kerzenflammen. „Er gehört uns! Verschwindet, solange ihr noch könnt!“, stießen die Mädchen und Jungen mit fauchenden Stimmen hervor. Weiterlesen

Nymians Tränen 1 – Der Auftrag des Fuchs’

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Samstag, der 21. Tag des VI. Monats im Jahre 888 nG – Die Nacht war schon weit fortgeschritten als wir wieder unsere traute Pension erreichten. In Wilburs Zimmer wartete ein Brief auf ihn, der vermutlich von unserer Gastgeberin dort abgelegt worden war. In geschwungenen Lettern stand dort des Halblings Name an die Adresse des Domkapitels. Das Papier roch nach Pfeifentabak. Unverkennbar das Kraut, das Mercurio Blanche aus Pfeilersruh allzu gerne paffte. Die Wirtin wunderte sich darüber, dass Wilbur noch nicht wieder zurück gekehrt war und ließ durchblicken das Vikar Brajans Fähigkeiten als Seelsorger eher zu wünschen übrig ließen und nicht näher definierte Anwandlungen an den Tag legte. Mercurio würde sich gerne darüber mit dem Halbling austauschen. Weiterlesen

Geboren um zu sterben 7 – Es kam von jenseits des Schleiers

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Freitag, der 20. Tag des VI. Monats im Jahre 888 nGInnerhalb eines einzigen Augenblicks hat sich die ausgelassene, festliche Stimmung auf der luxuriösen Hochzeit von Kandess und Philippus Phrent in einen Hort des Grauens verwandelt. Paare, die sich eben noch voller Freude beim Tanze drehten, wenden sich vor Panik schreiend ab. Stühle werden umgeworfen, Schrecken und Furcht greifen um sich.
Mitten auf der Tanzfläche, im Epizentrum des Tumultes, liegt der Leichnam des Bräutigams. Über dem toten Philippus steht Kandess. Ihre attraktive Gestalt hat sich in ein bedrohliches Abbild ihrer bisherigen Schönheit transformiert: Sie ist nun ein ganzes Stück größer, ihre Hände wurden zu Klauen, die ihrem Geliebten den Tod brachten. Und ihr ebenmäßiges Gesicht hat sich zu einer Fratze des Hasses verzerrt, aus der rotglühende Augen nach dem nächsten Opfer gieren. Weiterlesen

Geboren um zu sterben 6 – Hochzeit mit Todesfall

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Dienstag, der 10. Tag des V. Monats im Jahre 888 nG – Meister Dreen reagierte als erstes von uns und stellte sich unter den erhängten Phrent und versuchte seinen Körper zu stützten. Auch Joran war geistesgegenwärtig und schnitt das aus einem Bettlaken improvisierte Seil rasch durch. Wilbur erspürte noch die letzten Funken Leben in Phrent, doch kurz nachdem er einen äußerst schwachen Puls festgestellt hatte, erlosch dieser vollends. Weiterlesen

Minen des Wahnsinns 6 – Das Ticken in der Dunkelheit

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24.9.888 nG – Wir kommen den Aufzug nach oben gefahren, Velten wartet bereits dort. Wir alle sind mitgenommen von der Erkundungsmission. Velten heilt Severin und wir verlassen das Tal, um so viel Strecke wie möglich zwischen uns und die Mine zu bringen. 5 km von der Mine entfernt lagern wir und die Nacht verläuft ruhig.

25.9.888 nG – Beim Frühstück und auf dem Rückweg zur Mine besprechen wir was wir tun wollen, versuchen einen Plan aufzustellen und diskutieren unsere verschiedenen und verhärteten Standpunkte. Zurück im Minenlager sichern wir das Lager und kehren dann zum Aufzug zurück. Das Seil des hinteren Aufzuges ist allerdings durchtrennt, die Biester scheinen verhindern zu wollen, dass wir ihre Höhlen betreten. Also kehren wir zu einem anderen Aufzug zurück, um mit diesem nach unten zu fahren. Weiterlesen