Archiv des Autors: fastfox

Ein Hauch von Eis aus alter Zeit

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8. yávië im 74. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

Beim Aufbau unseres Lagers senkte sich plötzlich eine schattenhafte Wolke aus der grauen Dämmerung auf mich herab. Sie berührte meine Haut, und augenblicklich erstarrte mein Leib in eisiger Kälte, unfähig, sich zu regen. Wie von einer unsichtbaren Hand geführt, löste sich das dunkle Gebilde wenig später wieder auf, zurücklassend nur die bittere Gewissheit: Es war dunkle Hexerei, uralt und verderbt, wie mein Wissen mir flüsterte.

Am Morgen ließen wir den Handelszug unbehelligt an uns vorüberziehen und suchten danach ihr Lager auf. Was wir fanden, war wenig erbaulich: Zwerge, schlecht versorgt und ermattet, leere Flaschen eines Heiltranks, der mehr nach schalem Branntwein roch als nach echter Arznei. Damrod, der die Spuren zu deuten versteht, fand unweit vom Lager frische Abdrücke des Wolfsrudels im Wald. Weiterlesen

Düstere Schatten unter silbrigem Lichte

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29. lairë im 74. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

Unter einem sternenübersäten Himmelszelt loderten die Flammen eines großen Feuers, das unser Lager wärmte und die Bestien fernhielt, während die Nacht sich wie ein Schleier um uns legte. In der Dunkelheit schlich das Rudel Wölfe um uns herum, ihre Augen funkelten im Licht des Feuers, ihre Bewegungen lautlos und wachsam. Doch als ich meinen Blick zum Horizont wandte, entdeckte ich den silbrigen Schimmer des Mondlichts, der sanft den Königsstuhl und den Schwarzen Grabhügel umspielte, wie ein leises Zeichen aus einer anderen Zeit.

Mit Bedacht und List öffneten wir eine Flanke unseres Lagers und stellten den Wölfen eine Falle. Sie, getrieben von dunkleren Dingen als Hunger und Instinkt, stürzten sich in unsere List, doch die Verluste, die sie erlitten, zwangen sie bald zum Rückzug. Der Rest der Nacht verlief in gespenstischer Ruhe, als hätten selbst die Schatten beschlossen, zu schweigen. Weiterlesen

Prolog: Eine Schatzsuche in den Wetterbergen 3

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36. tuilë im 74. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

In der frühen Stunde des Nachmittags machten wir uns auf den Weg zu dem stillen See. Fünf Stunden des kostbaren Tageslichts lagen noch vor uns. Der See, umgeben von einem sumpfigen Schilfgürtel, verströmte einen fremdartigen Duft. Das Floß, das wir vorfanden, schien eher eine feste Plattform denn ein schwankendes Wasserfahrzeug zu sein. Weiterlesen

Geschäfte im Norden – Teil 24

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19. Oktober des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
 Versammlung der Hügelmenschen, Täler von Gundabad, Wilderland

Mittags statteten wir dem Lager der Speerträger gemeinsam mit Freach, Bedwir, Valda und den zwei Ältesten einen Besuch ab. Im Laufe der Unterhaltung zeigte sich, dass Marach durchaus für unsere Argumente empfänglich wäre. Nicht nur bezog er eine strickte Haltung gegen Sklaven wie Viglund sie nur zu gerne “hält”, nein, auch ein Krieg im Süden unter der Führung von Loghain missfiel im eindeutig. Handel, vor allem mit Nahrung, erschien trotz seiner Vorbehalte gegenüber den Nordmenschen eine Option zu sein, über die er nachdenken könnte.

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Geschäfte im Norden – Teil 20

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13. Oktober des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
 Heddwyns Kammer, Lager der Hügelläufer, Täler von Gundabad, Wilderland

Noch während wir die Verletzen versorgten und Heddwyn den Kopf endgültig von den Schultern trennten, bildete sich eine Traube an Menschen aus dem Lager. Die meisten waren unschlüssig was zu tun sei, aber schnell wurden die ersten Zweifler laut. Doch Roderic konnte mit wohl gewählten Worten die Wogen glätten und die Zweifler zum Schweigen bringen. Während des Wortwechsels bemerkte Hergrim eine Gestalt, welche sich heimlich aus dem Staub machen wollte. Es gelang ihm zwar nicht, die Gestalt in der Schwärze der Nacht in den Hügeln einzuholen, aber er konnte berichten, wie diese sich mit Geisterwargen getroffen hatte. Die Menschen des Stammes identifizierten die Gestalt später als Kart, welchem bereits nachgesagt wurde, ein Spitzel für Loghain zu sein.

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Geschäfte im Norden – Teil 15

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2. Oktober des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
 Framsburg, Täler von Gundabad, Wilderland

Gemeinsam hockten wir im Dunkel der Treppe und berieten über das weitere Vorgehen. Hergrim war vor seiner Flucht aufgefallen, dass einer der beiden Bergtrolle sehr aggressiv, der andere hingegen fast melancholisch zu sein schien. Es reifte der Plan, sie gegeneinander aufzuhetzen und das entstehende Chaos zum Angriff zu nutzen.

Um die aktuelle Lage zu erkunden und Hergrims Beobachtung zu verifizieren, schlich ich zurück in die große Halle. Dort waren die beiden Bergtrolle damit beschäftigt, einen Trainingskampf abzuhalten. Der aggressive Troll führte einen Hammer einfacher Machart, der melancholische hingegen einen schwarzen Streitkolben aus Mordor. Auch seine Bewegungen waren ungewöhnlich für einen Troll, denn sie wirkten eher menschlich und deutlich zu elegant für einen tumben Bergtroll. Außerdem konnte ich um seinen Hals ein schwarzes Band aus Leder erkennen. War hier vielleicht etwas ähnliches im Gange wie damals mit Feredrûn?

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Geschäfte im Norden – Teil 11

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27. September des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
 Hof des Schwarzen Tom, Nordwestliche Anduintäler, Wilderland

Um unsere Vermutung, wer der Attentäter war, zu bestätigen, untersuchte Earendil die Scheune genauer auf Spuren. Doch trotz seines geschulten Auges, konnte er keine deutlichen der letzten Stunden ausmachen. Auch nicht dort, wo der Angreifer gelandet sein musste, nach seinem Sprung. War dieser Umstand nicht schon alleine äußerst mysteriös, so brachte seine Befragung unserer Pferde ein weiteres unheimliches Detail ans Licht: Die Tiere hatten nur  ein verschwommenes Bild einer dahingleitenden Person wahrgenommen, welche sie als sehr beunruhigend empfanden.

Gemeinsam mit der Versammlung überlegten wir dann, welche Möglichkeiten die Nordleuten hätten, sich gegen einen erneuten Angriff der Viglundinger zur Wehr zu setzen. Einig war man sich ziemlich schnell darüber, dass ein Ruf zu dem Waffen erfolgen musste, welchem alle folgen würden. Blieb nur das Problem der schnellen Benachrichtigung, für die ich eine Kette von Signalfeuern vorschlug. Nach einer Diskussion über andere Möglichkeiten, entschied man sich aber für diesen Vorschlag. Außerdem sollte eine Verteidigungslinie an der Nordfurt errichtet werden, um Zeit zu gewinnen.

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Geschäfte im Norden – Teil 4

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9. September des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
 Schlangenwald, Nordwestliche Anduintäler, Wilderland

Diese dreimal verfluchte Kreatur, welche sich selbst wohl für einen Drachen hält, hatte uns mit dem Speer abgelenkt und keine Antwort auf die Frage gegeben, was im Tausch gegen ein Schuppe angemessen sei. So konnten wir nur darauf hoffen, auf unseren weiteren Reisen zufällig auf  etwas passendes zu stoßen.

10. September des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
Nordwestliche Anduintäler, Wilderland

Am Morgen brachen wir auf und entfernten uns gen Nord-Osten weiter von der Höhle. Nachdem wir mehrfach einer Herde Basilisken ausweichen mussten, kamen wir zum Glück auf dem Weg später schneller voran. Das Land, welches wir hinter dem Wald durchquerten, war hügelig und menschenleer. Weiterlesen

Neue Gräber, alte Straßen und Aufbruch gen Norden

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13. Juli des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
Waldmenschenstadt, Düsterwald, Wilderland

Nachdem wir am Abend unserer Ankunft die wichtigen Dinge erledigt hatten, fielen wir erschöpft in einen traumlosen Schlaf. Gestern und heute halfen wir dann Narvi bei der Errichtung des Steingrabes für Thráin II., welches mit einem großen Findling vollendet wurde. In diesen Findling schlug Narvi eine ehrenvolle Grabinschrift auf Khuzdul. Auch die Zeremonie wurde auf zwergisch abgehalten und fand im Licht von Balthis Lampe statt. Ob es an diesem Licht oder dem gemeinsamen Abschiedslied der Anwesenden lag, vermag ich nicht zu sagen, aber auf dem Grabhügel erblühte kurz darauf Immertreu.

16. Juli des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
Waldmenschenstadt, Düsterwald, Wilderland

Am heutigen Abend waren wir bei Avina und ihrer Familie zu Gast. Nach einem ausgiebigen Mahl und als die jüngeren bereits zu Bett gegangen waren, wurden wir von ihrer Mutter zum Tod ihres Mannes befragt. Sie verlangte es danach, die Hintergründe seines Todes zu erfahren. Viel zur Aufklärung konnten wir indes nicht beitragen, da auch wir nur Vermutungen äußern konnten. Als wir dann alleine mit Avina beisammen saßen, ergriffen wir die Möglichkeit um mit ihr über Garivald den Feigling zu sprechen. Roderic hielt eine flammenden Rede, dass Garivald ein böser Mensch sei und unter dem Einfluss des Geist des Waldes stehen würde. Auch Avina schien sich nicht sicher zu sein, ob die Hochzeit eine gute Idee wäre, und suchte nach einer Falle um die Wahrheit zu erfahren. Gemeinsam überlegten wir nach einer Möglichkeit, fanden allerdings keine. Da wir keine stichhaltigen Beweise vorlegen konnten und keinesfalls diese Entscheidung für sie treffen wollten, gaben wir zum Schluss noch zu bedenken, dass auch die Beobachtung des Feindes eine Möglichkeit sei. Wie auch immer sie sich entscheiden wird, wir sicherten ihr unsere Unterstützung zu. Weiterlesen

Der Rat der Spinnen – Teil 2

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13. Juni des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
Tyulquins Bau, Herz des Waldes, Düsterwald, Wilderland

Vorsichtig näherten wir uns dem Bau von Tyulquin. Die gesamte Gegend war über und über in Fäden aus schwarzer Spinnenseide eingesponnen, selbst im Boden konnte Earendil sie spüren. Und noch etwas anderes spürte er, nämlich dass der Natur in diesem Gebiet, vermutlich durch diese Fäden, die Kraft entzogen wurde. Sie wurde nur gerade so am Leben erhalten, wahrscheinlich um die schwarzen Fäden weiter mit Kraft versorgen zu können. Ein vom Schatten durchzogener und verderbter Ort an dem wir uns hier befanden.

Möglichst leise betraten wir jene Gänge, welche uns tiefer in den Bau bringen würden. Wir schlichen vorbei an kunstfertigen Wandteppichen aus Spinnenseide, welche verstörende Bilder zeigten. Immer darauf bedacht den schwarzen Fäden auszuweichen, drangen wir tiefer vor, während es unseren Lichtquellen immer weniger gelang die Schwärze zu durchdringen. Vielfach versuchten uns Illusionen von unserem Vorhaben abzubringen. Zuerst nur mit vermeintlichen Gesichtern von Spinnenfrauen oder nicht vorhandenen Geheimgängen, dann mit illusionären Angriffen und letztendlich sogar mit Erscheinungen des braunen Zauberers selbst.

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