Autorenarchiv: fastfox

Das gemiedene Haus

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21. lairë im 76. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

Der Abend verging bei unseren Geschichten aus der Welt, doch immer wieder wurden unsere Erzählungen von den Stammbäumen, Intrigen und dem Hass der Stock unterbrochen. Nach dem Essen führte uns Messing zum Brückenhaus. Auf dem Weg dorthin bemerkten wir ein Licht in einem der höheren Häuser. Die Wachen wollten nichts darüber sagen, und auch Titus hüllte sich in Schweigen. Bald darauf wurde die Ausgangssperre verkündet.

Doch Neugier ist ein schlechter Ratgeber und bisweilen stärker als jede Verordnung. So kletterten Cornifera und ich dennoch aus dem Fenster. Sie wandte sich nach Osten, während ich nach Westen ging. Das erleuchtete Haus, welches wir zuvor gesehen hatten, war augenscheinlich gut erhalten, doch die Wachen mieden es, als läge ein unsichtbarer Fluch auf seinen Mauern. Weiterlesen →

Im Nebel des Vergessens

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20. tuilë im 76. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

Die Morgensonne vermochte den Nebel im Tal nicht zu vertreiben. Dichter noch als am Abend zuvor lag er über der Klamm, schwer und unnatürlich, als halte ihn ein finsterer Wille gebunden. Das Kratzen und die wirren Handlungen der Unglücklichen erinnerten uns unheilvoll an Gwendaith im Turm, und wir wussten, dass wir dem Ursprung dieser Verderbnis auf die Spur kommen mussten.

So suchten wir das Grabmal und fanden in der Mitte des Tales eine alte, hölzerne Luke, halb verborgen im verdorrten Gesträuch. Als wir sie öffneten, entwich ein eisiger Hauch, kalt wie der Atem längst vergessener Tage. Da regten sich die Todesgeister im Nebel, und als wir uns umwandten, war Cornifera verschwunden. Weiterlesen →

Wo Blut den Schatten ruft

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9. tuilë im 75. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

Im Licht der Sterne stolperte der Gefangene aus einem verborgenen Pfad durch das Dornendickicht. Wir fingen ihn ab, ehe er in die Hügel entkommen konnte. Es war Tom – verängstigt, verwirrt und geschunden. Seine Hände waren von einem tiefen, blutenden Schnitt gezeichnet, als hätte ihn die Nacht selbst verwundet.

Plötzlich erhob sich ein kalter Wind, und etwas folgte der Blutspur durch das Gestrüpp. Aus dem Dickicht trat eine hochgewachsene, weibliche Gestalt, einbalsamiert wie eine Leiche aus alten Tagen, in Gewänder gekleidet aus der Zeit Arnors. Wir stellten uns ihr entgegen und mein Pfeil fand sein Ziel. Es entbrannte ein gefährlicher Kampf in der Dunkelheit, durchdrungen von Hexerei. Erst ein Streich Sigmars beendete das Grauen. Die Gestalt verging, und ein Schatten floh in Richtung des Turms. Ich war mir gewiss – ein Unhold hatte Besitz von einer toten Hülle ergriffen. Weiterlesen →

Wenn die Wurzeln flüstern

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45. yávië im 74. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

Mitten in der tiefsten Stunde der Nacht näherten wir uns lautlos der Vordertür des Hauses, verborgen im Dunkel wie wandernde Schatten. Mit dem Schlüssel der Familie Unterbaum öffneten wir das Tor, und im selben Augenblick spürte ich die unheilvolle Präsenz der Verderbnis: das Wachsen kalter, toter Wurzeln und das Rascheln verdorbener Blätter, während die Finsternis im Innern des Baumes wuchs wie ein giftiger Samen. Weiterlesen →

Ein Hauch von Eis aus alter Zeit

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8. yávië im 74. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

Beim Aufbau unseres Lagers senkte sich plötzlich eine schattenhafte Wolke aus der grauen Dämmerung auf mich herab. Sie berührte meine Haut, und augenblicklich erstarrte mein Leib in eisiger Kälte, unfähig, sich zu regen. Wie von einer unsichtbaren Hand geführt, löste sich das dunkle Gebilde wenig später wieder auf, zurücklassend nur die bittere Gewissheit: Es war dunkle Hexerei, uralt und verderbt, wie mein Wissen mir flüsterte.

Am Morgen ließen wir den Handelszug unbehelligt an uns vorüberziehen und suchten danach ihr Lager auf. Was wir fanden, war wenig erbaulich: Zwerge, schlecht versorgt und ermattet, leere Flaschen eines Heiltranks, der mehr nach schalem Branntwein roch als nach echter Arznei. Damrod, der die Spuren zu deuten versteht, fand unweit vom Lager frische Abdrücke des Wolfsrudels im Wald. Weiterlesen →

Düstere Schatten unter silbrigem Lichte

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29. lairë im 74. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

Unter einem sternenübersäten Himmelszelt loderten die Flammen eines großen Feuers, das unser Lager wärmte und die Bestien fernhielt, während die Nacht sich wie ein Schleier um uns legte. In der Dunkelheit schlich das Rudel Wölfe um uns herum, ihre Augen funkelten im Licht des Feuers, ihre Bewegungen lautlos und wachsam. Doch als ich meinen Blick zum Horizont wandte, entdeckte ich den silbrigen Schimmer des Mondlichts, der sanft den Königsstuhl und den Schwarzen Grabhügel umspielte, wie ein leises Zeichen aus einer anderen Zeit.

Mit Bedacht und List öffneten wir eine Flanke unseres Lagers und stellten den Wölfen eine Falle. Sie, getrieben von dunkleren Dingen als Hunger und Instinkt, stürzten sich in unsere List, doch die Verluste, die sie erlitten, zwangen sie bald zum Rückzug. Der Rest der Nacht verlief in gespenstischer Ruhe, als hätten selbst die Schatten beschlossen, zu schweigen. Weiterlesen →

Prolog: Eine Schatzsuche in den Wetterbergen 3

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36. tuilë im 74. loa des 49. yén der Zeitrechnung von Imladris

In der frühen Stunde des Nachmittags machten wir uns auf den Weg zu dem stillen See. Fünf Stunden des kostbaren Tageslichts lagen noch vor uns. Der See, umgeben von einem sumpfigen Schilfgürtel, verströmte einen fremdartigen Duft. Das Floß, das wir vorfanden, schien eher eine feste Plattform denn ein schwankendes Wasserfahrzeug zu sein. Weiterlesen →

Geschäfte im Norden – Teil 24

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19. Oktober des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
 Versammlung der Hügelmenschen, Täler von Gundabad, Wilderland

Mittags statteten wir dem Lager der Speerträger gemeinsam mit Freach, Bedwir, Valda und den zwei Ältesten einen Besuch ab. Im Laufe der Unterhaltung zeigte sich, dass Marach durchaus für unsere Argumente empfänglich wäre. Nicht nur bezog er eine strickte Haltung gegen Sklaven wie Viglund sie nur zu gerne “hält”, nein, auch ein Krieg im Süden unter der Führung von Loghain missfiel im eindeutig. Handel, vor allem mit Nahrung, erschien trotz seiner Vorbehalte gegenüber den Nordmenschen eine Option zu sein, über die er nachdenken könnte.

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Geschäfte im Norden – Teil 20

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13. Oktober des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
 Heddwyns Kammer, Lager der Hügelläufer, Täler von Gundabad, Wilderland

Noch während wir die Verletzen versorgten und Heddwyn den Kopf endgültig von den Schultern trennten, bildete sich eine Traube an Menschen aus dem Lager. Die meisten waren unschlüssig was zu tun sei, aber schnell wurden die ersten Zweifler laut. Doch Roderic konnte mit wohl gewählten Worten die Wogen glätten und die Zweifler zum Schweigen bringen. Während des Wortwechsels bemerkte Hergrim eine Gestalt, welche sich heimlich aus dem Staub machen wollte. Es gelang ihm zwar nicht, die Gestalt in der Schwärze der Nacht in den Hügeln einzuholen, aber er konnte berichten, wie diese sich mit Geisterwargen getroffen hatte. Die Menschen des Stammes identifizierten die Gestalt später als Kart, welchem bereits nachgesagt wurde, ein Spitzel für Loghain zu sein.

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Geschäfte im Norden – Teil 15

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2. Oktober des Jahres 2955 des Dritten Zeitalters
 Framsburg, Täler von Gundabad, Wilderland

Gemeinsam hockten wir im Dunkel der Treppe und berieten über das weitere Vorgehen. Hergrim war vor seiner Flucht aufgefallen, dass einer der beiden Bergtrolle sehr aggressiv, der andere hingegen fast melancholisch zu sein schien. Es reifte der Plan, sie gegeneinander aufzuhetzen und das entstehende Chaos zum Angriff zu nutzen.

Um die aktuelle Lage zu erkunden und Hergrims Beobachtung zu verifizieren, schlich ich zurück in die große Halle. Dort waren die beiden Bergtrolle damit beschäftigt, einen Trainingskampf abzuhalten. Der aggressive Troll führte einen Hammer einfacher Machart, der melancholische hingegen einen schwarzen Streitkolben aus Mordor. Auch seine Bewegungen waren ungewöhnlich für einen Troll, denn sie wirkten eher menschlich und deutlich zu elegant für einen tumben Bergtroll. Außerdem konnte ich um seinen Hals ein schwarzes Band aus Leder erkennen. War hier vielleicht etwas ähnliches im Gange wie damals mit Feredrûn?

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