Archiv der Kategorie: Dragonlance

Der Pakt von Malativa

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Chronik vom 7.8.358 – Das Wrack und die Bergung
Der Tag begann unter düsteren Vorzeichen. Aus dem Osten drangen ferne, beunruhigende Trommelschläge herüber, die die Gruppe als mögliche Kriegstrommeln aus dem Lager der Wemitowuk deutete. Während noch darüber gestritten wurde, ob und wie die Toten im Wrack der gesunkenen Galeere geborgen werden sollten, handelte Therion bereits und entsandte Azyr in Richtung der Trommeln, um frühzeitig vor einem möglichen Angriff gewarnt zu sein.

Mit einem Ruderboot näherte sich die Gruppe schließlich dem Wrack. Therion wirkte den Zauber Wasseratmen auf Murgrosch, Gotrek und sich selbst. Währenddessen schien Fuchsohr von Gewissensbissen geplagt. Nach dem Verstauen der Ausrüstung begann der gefährliche Tauchgang. Fuchsohr tauchte direkt zum Wrack ab, während Murgrosch und Gotrek über den Heckaufbau ins Innere des Schiffes eindrangen. Unter Wasser kämpfte Gotrek mit panischer Angst und Atemnot, da er dem Zauber nicht vollständig traute, während Murgrosch keinerlei Probleme zeigte. Gemeinsam mit Therion entdeckte Fuchsohr schließlich die Leichen zahlreicher Rudersklaven, die noch immer an die Ruderbänke gekettet waren. Murgrosch begann schweigend, die Ketten von den toten Rudersklaven zu lösen, um ihre Körper für eine würdige Bestattung zu bergen. Keiner von ihnen hatte überlebt. Weiterlesen

Von Flederaffen und Geistergaleeren

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Chronik eines Gebundenen – Verfasst von Eldoril, Priester des E’li
(so gut ein Geist schreiben kann – mit Erinnerung, Gebet und dem Echo der Lebenden)

22.07.358 a. c. – Sanction, Morgengrauen
Die Sonne zwang mir die Nebelgestalt auf. Nicht draußen, wo ein Schatten noch Schatten sein darf. Nicht über Feldern, wo der Wind frei ist. Mitten in Sanction.

Mit dem ersten Licht nahm mir der Fluch den Leib – nicht wie ein Dolchstoß, sondern wie eine kalte Hand, die etwas Vertrautes langsam aus mir herauszieht. Fleisch verlor Gewicht, Knochen ihre Gewissheit. Ich zerfiel zu Dunst, zu bleichem, kaltem Nebel, der sich zwischen steinernen Mauern fing wie eine Schuld in einer Beichte.

Ich hasste diesen Zustand. Weiterlesen

(Un)heimlicher Aufenthalt in Sanction

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22.07.358 a. c. – Schwarzer Rauch quillt aus den mächtigen Vulkanschloten, deren Name wie ein böses Omen klingt: „Fürsten des Unheils“. Dichte Qualmwolken verdunkeln den Sommerhimmel, doch kräftige Seewinde treiben sie landeinwärts. Während meine Gefährten zwischen einigen geborstenen Felsbrocken Schutz suchen, verwandele ich mich in eine Möwe. In dieser unscheinbaren Gestalt breche ich zu einem Erkundungsflug über der feindlichen Stadt auf, die im Schatten des Gebirges liegt. Sanction … die Stadt, die eine Schlüsselrolle im Krieg der Lanze und den Plänen Ihrer Dunklen Majestät spielte. Die Fratze eines Drachen ist in eine der Bergflanken gemeißelt worden. Möglicherweise dient sie der Verehrung der bösen Götterkönigin. Glühende Lavaflüsse wälzen sich von den Vukanen herab. Sie fließen durch die Stadt und um sie herum, bevor sie sich ins Neumeer ergießen. Brodelnder Wasserdampf steigt von der See auf und legt sich über das Hafenviertel. Dort liegen Segelschiffe mit fremden Bannern und Galeeren der Minotaurier vor Anker. Soweit ich es sehen kann, bestehen alle Gebäude in Sanction aus Stein und tragen flache Dächer. Durch breitere Hauptstraßen drängt sich allerlei Volk und zwielichtige Gestalten treiben sich in finsteren Gassen herum. Sanction vorgelagert befindet sich ein weite Zeltstadt, die aus einem Armeelager entstanden ist. Ich sehe das Zeichen von Sargonnas, dem Roten Kondor, Söldner und anderes Kriegsvolk. Eine Straße führt von den Bergen her durch das Armeelager hindurch zum Stadttor. Diesen Weg werden meine Gefährte wohl nehmen müssen. Rasch trete ich den Rückflug an. Sanction umgibt eine Aura des Bösen. Sie erfüllt mich mit einem Unbehagen, wie es bisher keine Steinstadt vermochte. Einmal mehr vermisse ich Abgeschiedenheit meiner heimischen Wildnis und die Zelte der Que-Shu. Weiterlesen

Schicksalhafte Entscheidungen

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21 Agorin des Monats Dry-Heat 358 (Samstag, der 21.07.358) 
Unsere Vettern haben ihre Waffen gezogen und es sieht nicht gut für uns aus. Gotrek jedoch, macht zwei beherzte Schritte durch das Loch, welches Fuchsohr im Felsen geschaffen hat und begrüßt unsere entfernten Verwandten mit den Worten: “Begrüßt man so seine Vettern, die einen so weiten Weg zurück gelegt haben?”
Er tritt dabei einen Schritt zur Seite, um den Durchgang nicht zu Blockieren, so das ich ihm folgen kann.
“Seit auch ihr mir gegrüßt, wir kommen in friedlicher Absicht.”
Doch auch auf diese Worte, vernahmen wir nur grummelnde Laute, die weit entfernt nach zwergischer Sprache klangen. Die restlichen Drei blieben auf der anderen Seite des Loches stehen. So merkten wir beide erst, als wir von unseren Vettern zurück gedrängt wurden, den wir wollten sie nicht angreifen, das wir einen Kreis aus Licht betreten, welcher von Eldoril stammt. Wir versuchen weiter auf unsere Vettern einzuwirken, doch die Situation fährt sich irgendwie fest. So passiert es, da wir nicht den drang verspüren uns mit Gewalt ein durchkommen zu erzwingen, als von der anderen Seite der Durchbruch zu genagelt wird. Dabei haben wir den Einwand von Eldoril ignoriert : “Sie sind alle Böse”. Weiterlesen

Auf zu neuen Ufern

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Aus den Aufzeichnungen von Therion Veyloran – Taman Busuk nahe Neraka – 18.07.358

Noch vor drei Tagen saß ich vertieft in meine Studien in der Bibliothek von Gwynned, doch es kam mir vor, als wäre es bereits vor Wochen gewesen.

Doch die Wellen hatten mich fortgerissen, sie ließen mir keine Zeit zum Atmen oder Denken und spülten mich an einem Fleck von Krynn an Land, auf den ich trotz meiner Reiselust niemals einen Fuß gesetzt hätte. Hinfort gespült und in einer kargen Öde wieder ausgespuckt. Die See wirkte ruhig, doch in meinem Inneren tobte ein Sturm.

Hieronymus Delafaire war tot, mein Mentor und Freund. Mit Staunen starrte ich auf den prächtig gestalteten Zauberstab meines Lehrmeisters. Wie oft hatte ich mir vorgestellt, ihn zu tragen, seine Macht zu nutzen. Doch jetzt erscheint es mir fast grotesk, ich empfand keine Euphorie, nur eine endlose Leere in mir, als würde mich die See in die Tiefe ziehen. Weiterlesen

Reorx’ Geschenk

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16.7.358 – Der Weg Richtung Wald ist sehr beschwerlich – viel Geröll versperrt uns den Pfad. In einigem Abstand passieren uns einige Karren auf der Straße. Noch etwa eine halbe Stunde vom Waldrand entfernt, sehen wir in der Stadt einige Sivaks aufsteigen, die in unsere Richtung fliegen. Schnell suchen wir nach einem Versteck. Fuchsohr entdeckt am Fuße eines Vulkans den Eingang einer Höhle, in der wir uns verbergen können. Von der Höhle führt ein etwa zehn Meter langer Gang zu einer Biegung. Murgrosch und Gotrek erkunden diesen Gang und stoßen nach ein paar weiteren Metern auf eine zweite Biegung. Dahinter steht ein gewaltiger Torbogen, der aussieht, als wäre er vor langer, langer Zeit von Zwergen gefertigt worden.
Schnell holen sie die anderen. Therion sorgt mittels Magie für Licht, da außer den beiden Zwergen niemand im Dunkeln zu sehen vermag. Doch niemand außer den Zwergen kann den großen Torbogen erkennen – für die Menschen und den Elfen scheint hier nur eine massive Wand zu stehen. Offenbar wirkt hier mächtige, alte Zwergenmagie. Wir beraten, wie wir dieses Tor durchschreiten können. Schließlich nimmt Murgrosch kurzerhand Fuchsohr an die Hand und schreitet mit ihm durch das unsichtbare Tor. Gotrek tut es ihm gleich, nimmt Therion sowie Eldoril bei der Hand, und gemeinsam betreten wir das Innere. Weiterlesen

Therion Veyloran

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Wellen der Erinnerung

Erinnerungen sind wie die See. Manche sind still und unberührt, wie die Tiefe des Meeres, andere sind wild und unbändig, wie die mächtigen Wellen, die gegen die Küste branden. Noch weiß ich nicht welches Schicksal mir vorbestimmt ist, die ruhige See oder das stürmische Meer, das mich holen will. Auch wenn ich niemals Liebe für die Seefahrt empfinden konnte, so liebe ich doch das Meer mit all seiner Unberechenbarkeit.

Therion Veyloran erblickte am 3. März im Jahre 333 das Licht von Krynn. Geboren in Lancton, einer Stadt in Nord Ergoth. Sein Vater, Garados Veyloran, war ein berühmter Seefahrer und Kaufmann. Seine Mutter, Lady Amadisa Veyloran, war eine Gelehrte aus Solamnia, aber auch eine Fremde in Ergoth. Dann gab es noch eine ältere Schwester, Keylara, die das Talent und die Leidenschaft für die Seefahrt von ihrem Vater geerbt hatte. Weiterlesen

Die Stadt des Feindes zu unseren Füßen

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An einem Hang vor Neraka, 15 Brenzik des Monats Dry-Heat 358 (Sonntag der 15.07.358) – Wir stehen auf einen Geröllfeld und schauen in einen Talkessel. Im Talkessel selber sehen wir eine Stadt und Zelte. Es wirkt eher wie ein sehr großes Heerlager. In den umliegenden Bergen sehen wir Vulkane die aktiv Magma abgeben, und der Geruch von Schwefel ist allgegenwärtig. In der Ferne können wir noch einen Wald ausmachen, der aber düster und bedrohlich wirkt. Vielleicht liegt es aber nur an dem Dunstschleier, der wie eine Wolke über ihm liegt. Südlich und westlich führt je eine Straße aus der Stadt. Neraka liegt uns praktisch zu Füßen. Mitten in Feindesland und wir alle sind schwer angeschlagen von dem Kampf, der keine zwei Minuten her ist. Eldoril, durcheinander und verwirrt, stützt sich auf Gotrek und Murgrosch, doch leider fällt er zu Boden als Murgrosch seinen Hammer fest packt und drei Schritte auf einen Magier zu geht, welcher in einem Lichtblitz knapp neben uns erscheint. Weiterlesen

Der Tempel des Bösen

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13.07.358 a. c. – Nachdem wir in der Pension Himmelfein genächtigt haben, treffen wir uns mit Delafaire vor dessen Villa. Während wir Reisen zu Fuß (oder angekettet und ausgepeitscht) gewohnt sind, schwebt Hieronymus eine andere Art des Reisens vor: Kunigunde schleppt eine schwere Tasche heran, die von dem Fuhrmann Johann auf eine vierspännige Kutsche verladen wird. Diese ist schon mit mehreren Kisten beladen. Der Magier selbst hat neben hochwertiger Reisekleidung ein süßliches Duftwasser aufgelegt und ist in bester Stimmung. Schon bald fährt die Kutsche mit uns in Richtung Solace. Delafaire steckt sich eine Pfeife an und plaudert mit uns über seine Sturm- und Drangzeit, als er selbst noch als Abenteuer durch die Lande zog. So kommen wir gut voran und als die Abenddämmerung heraufzieht, liegen der Weißfluss und die Zwergenbrücke bereits weit hinter uns. Johann wuchtet eine schwere Truhe vom Kutschendach. Delafaire klopft mit seinem Zauberstab auf die Truhe, spricht eine magische Formel – und die Kiste entfaltet sich zu einer pittoresken Blockhütte, samt Latrine, vier Schlafplätzen und einem heimeligen Kaminfeuer. Anschließend zaubert der Magier ein festliches Abendessen für uns herbei. Nach dessen Verzehr zieht sich Delafaire in ein bequemes Himmelbett zurück und überlässt es uns, die Nachtwache zu übernehmen.
Die Nacht ist windig und leicht regnerisch. Ich habe die letzte Wache. Alles scheint friedlich zu sein, bis plötzlich im Wald Krähen krächzend aufsteigen und die Pferde scheuen. Ich verlasse die Veranda, um die Tiere zu beruhigen. Dabei löse ich mittels eines Alarmzaubers eine kleine Glocke aus, die zu läutend beginnt und Gotrek und Murgrosch aus der Hütte lockt. Weiterlesen