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Über thd

1984 DSA 1 zum Geburtstag gewünscht und wider Erwarten die Basis-Box bekommen. Nachdem ich Silvana drei mal befreit hatte, merkte ich, dass ich Mitspieler brauchte, um mit der Box weiter etwas anfangen zu können. Glücklicherweise sah ein Freund aus der Nachbarschaft die Bücher bei mir herum liegen und meinte, sie würden in einer Runde etwas ähnliches Spielen, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Klar hatte ich das, und so bin ich mit Dungeons & Dragons angefangen. Zahlreiche Runden, Systeme und eine Vereinsgründung später, findet sich auf THORNET ein ziemlich großer Ausschnitt meiner Rollenspielerlaufbahn.

Die 13 Bräute des Blutes

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Graf Erasmus Kordovan Dessangris existierte seit unzähligen Jahrhunderten und labte sich am Blut der Landbevölkerung im Umland seines Schlosses. Für gewöhnlich fielen ihm die Vorwitzigen, Unwissenden oder Verzweifelten zum Opfer, die nach Einbruch der Dunkelheit noch im Freien unterwegs waren: Einsame Wanderer oder Bewohner abgelegener Bauernhöfe. Um dem Spuk ein Ende zu bereiten, stürmten zahlreiche Wagemutige vor einer Generation das Anwesen des Grafen und brannten es nieder. Von diesem Tag an ragten die schwarzen Ruinen des Gemäuers über das Land, und es schien zunächst, dass der Schrecken vorbei war. Doch alle sieben Jahre verschwanden von da an Einwohner größerer Ortschaften spurlos. Meist waren es junge Männer, die selbst mitten am Tag, hinter starken Mauern und mehrfach verriegelten Eisentüren nicht sicher waren. Und wenn wieder das Wehklagen einer Mutter erschallte, flüsterten die Leute voller Aberglauben, Angst und hilfloser Wut, „Dessangris hat frisches Blut für seine dreizehn Bräute besorgt“. Weiterlesen

Das Schicksal des grausamen Magiers

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Sie hatten den Schmerz so lange ertragen, dass er Teil ihres Blutes geworden war. Keiner wusste mehr, wann Broshgar kam. Manche sagten, er sei schon immer da gewesen – ein krebsartiges Geschwür in den Eingeweiden des alten Wachturms. Andere flüsterten, er sei aus dem Norden gekommen, mit Augen wie kaltes Feuer und einem Herz, das nur Hass kannte.
Was alle wussten: Broshgar nahm. Werkzeuge, Nahrung, Vieh, Kinder. Er kam nicht selbst – nie selbst. Immer waren es die Nebelwesen, die er schickte. Graue Schemen, die durch Türen glitten, Hände nach Wiegen ausstreckten, Frauen an den Haaren zerrten und Männer in Stücke rissen, wenn sie den Mut aufbrachten zu widersprechen.

Ludovicum war ein Dorf aus gebrochenen Menschen. Bis jetzt.

Der Winter war anders. Die Kälte fraß sich durch Wände und Knochen. Die Leichen in den Hütten stapelten sich, und die letzten Vorräte waren verschimmelt oder mit Broshgars Gift verseucht. Es war Karli, der das Schweigen brach – eigentlich ein Taugenichts und Beutelschneider. Seine Stimme war wie ein rostiges Messer: „Wer nicht kämpfen will, kann hier liegen bleiben und verfaulen.“ Weiterlesen

Das war 2025

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Ein insgesamt turbulentes Jahr 2025 geht zu Ende. Ein Jahr, in dem weiterhin fleißig gespielt wurde. Seit 1998 gibt es Thornet, und die Seite wächst dank allen spielenden und schreibenden Menschen ständig weiter. Danke dafür!

Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr, Gesundheit und viele unterhaltsame Spielrunden in 2026.

Einige Zahlen

→ Im Vergangenen Jahr wurden auf Thornet.de von 12 Autoren insgesamt 135 Beiträge veröffentlicht (22 Beiträge mehr, als im Vorjahr), die meisten davon waren Spielberichte aus den aktuell laufenden 17 Spielrunden. Weiterlesen

Prolog – Die Welt und der Weg ins Nebeltal

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In den ältesten Zeiten

Es war in den ältesten Zeiten, bevor die Welt von Wäldern bedeckt war und das Eisen von Zwergenmeistern gezähmt wurde. Vor dem Aufkommen der Menschheit und der Beherrschung der Kunst des Brot- und Bierbrauens.
Die Welt wurde damals von Drachen und Dämonen beherrscht. Ja, Drachenschlangen und dämonische Kreaturen waren die Prinzen und Prinzessinnen der ältesten Zeiten. Sie waren die Urkräfte, durch die die Welt und ihre Urmaterie geformt wurden: der Himmel, die Berge und die feurigen Ozeane aus Magma und gedankenlosem Leben. Sie waren gegensätzliche Prinzipien, die die Welt vollständig machten. Recht und Ordnung gegen Chaos und Wahnsinn, das Stabile und Feste gegen das Wilde und ewig Fließende. Weiterlesen

Der Problembär

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Als das Getöse losbrach, war es bereits in den frühen Morgenstunden. Riskir, Haldor, Sten und Tjalf rannten nach draußen. Im Westen begann der Morgen zu dämmern, und das erste fahle Licht spiegelte sich im weißen Schnee. Der hünenhafte Dusk war gerade aus der gegenüberliegenden Hütte gekommen und öffnete das Außentor des Zwingers. Dann stapfte er durch den Schnee in den Wald, direkt auf das Brüllen zu. Sten meinte, zwischen den Bäumen die Umrisse einer monströsen Kreatur zu sehen. Er beeilte sich, in Dusks Hütte ein paar Waffen und ein Schild zu greifen, um dem Halbriesen zu folgen. Auch die anderen taten es ihm nach.
Dusk war schnell unterwegs. Als die Gefährten fast aufgeschlossen hatten, war er bereits  mit einem gigantischen Bären in einen Kampf verwickelt. Das Monster war groß wie ein Wehrturm, mit struppigem Fell, das durchbrochen war von faulendem Fleisch. Das Maul war an einer Seite verwest. Brackiger Geifer troff ihm zwischen den spitzen Zähnen heraus. Mit einem Prankenhieb schleuderte der Bär Dusk von sich fort, als wäre der Hüne ein lästiges Insekt. Dann wandte er sich dem Pfad zu und stieß ein markerschütterndes Brüllen aus. Sten wich nach links in den Wald, um in die Flanke des Monsters zu gelangen. Die Anderen rannten auf dem Weg weiter. Der Bär senkte seinen Kopf, riss das Maul auf und spie ihnen stinkenden, eiskalten Odem entgegen. Weiterlesen

Update der Seite

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Die Webseite wurde auf WordPress 6.8.2 aktualisiert und auf eine neue PHP-Version umgestellt. Dadurch kam es zu Anpassungen bei einzelnen Plugins:

  • Ausführliche Benutzerprofile wurden entfernt.
  • Es gibt ein neues Benutzerwidget (Login / Dashboard) .
  • Shariff-Social-Media-Buttons sind (vorübergehend) entfernt.

Die Seite sollte jetzt wieder vollständig funktionieren. Falls ihr doch noch auf Fehler stoßt, meldet diese bitte (z.B. als Kommentar unter diesem Beitrag oder über “Kontakte“).

Hirsk

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Die besiegten Piraten waren Vasallen des Königs von Hirsk. Auffällig war, dass sie keine Beute an Bord, aber schon die meisten Vorräte aufgebraucht hatten. Waren die Piraten auf der Suche nach den Jüten gewesen?

Der jütische Kapitän Gurd Latikson bedankte sich für die Rettung und lud zu einem großen Gelage. Während der Vorbereitungen hatte Riskir eine Vision. In den Flammen des Lagerfeuers sah er einen Runenbären. Ein böses Omen? Es würde zumindest zu dem passen, was der Jüte berichtete. Er war Geleitschutz für ein dänisches Schiff, das die Tochter des Jütenkönigs, Hedriss Olafsdottir, nach Odense bringen sollte, damit der Jarl Hord Beinirson sie heiraten konnte. An Bord war auch der Sohn des Jarls, Vagn Hordsson. Die Heirat hatte der Dänenkönig eingefädelt, um damit Frieden mit den Jüten zu stiften und den Jarl von Odense an sich zu binden. Auf dem Dänenschiff war außerdem noch Hjalti Thorrodson, ein Gesandter des Dänenkönigs Frodi. Beide Schiffe wurden von Hirsk-Piraten attackiert und vor einigen Stunden voneinander getrennt. – Hedriss, Vagn und Hjalti waren die Namen, die die Winterhexe in ihrer Prophezeiung genannt hatte. Sie waren alle auf dem verschollenen Schiff… Weiterlesen

Lass knattern, Elsa Bofrost!

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Das Boot fuhr zwischen zwei vereisten Felsnadeln hindurch und landete am Kiesstrand an. Es war schneidend kalt. Hinter dem Strand lag ein dunkler Fichtenwald. Tiefer im Wald sah man Rauchsäulen. Sten schaute sich um, während die Männer das Boot ausluden. Es gab keine Spuren, keine Anzeichen von Leben. Dennoch fühlte sich Sten aus dem Wald beobachtet.
Die Männer bereiteten am Strand einen Lagerplatz. Riskir, Haldor, Tjalf und Sten machten sich derweil auf den Weg durch den Fichtenwald in Richtung der Rauchsäulen. An einer Weggabelung erblickte der Bärenkrieger eine Bewegung in den Wipfeln eines Nadelgehölzes. Sten griff sich den Stamm und schüttelte die Fichte, was zur Folge hatte, dass ein Dutzend Pikten aus den umliegenden Bäumen fielen und unter Grunzen und Brüllen angriffen. Sie hatten keine Chance, nur ein paar Wenigen gelang die Flucht. Dann passierte etwas seltsames mit den Leichen. Ihre Leiber überzogen sich mit Eis, und völlig geräuschlos versanken sie in den Waldboden, bis nichts mehr von ihnen übrig blieb. Weiterlesen