Herz aus Eis III – Man hätte ihn absaufen lassen sollen!

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Noch am Abend des 22. Hesinde 1022 BF zogen sich Balthasar und Lyoscho zurück. Der Druide beschwor den umgehenden Geist der Baronin. Recht schnell wurde deutlich, dass die Kreatur nur noch von Hass getrieben war. Sie wollte den Tod des Bronnjaren und bestätigte so, dass er ihr Mörder war. Des nächtens dann schlafwandelte Sheanna, während sie aus Sicht der Baronin davon träumte, wie sie von ihrem Mann misshandelt und schließlich vom Turm gestoßen wurde. Aber all das waren nur Indizien. Sie reichten nicht aus, dem Bronnjar den Prozess zu machen.

Der nächste Tag hatte viele Schauplätze und vielerorts Erkenntnisgewinn, so dass der Bericht davon ein wenig sprunghaft wirken mag. Doch das Einhalten der Chronologie der Ereignisse ist wohl am verständlichsten. Der Tag begann mit dem Tod der Wache Rowin, die mit gebrochenem Genick und nach Alkohol stinkend am Fuß einer Treppe des Palas gefunden wurde. Für den Bronnjaren war schnell geklärt, dass es sich um einen Unfall im Suff handelte. Befragungen des Bruders und der anderen Nachtwache ergaben allerdings, dass Rowin nur selten und nie im Dienst trank. Allgemein galt er als zuverlässig. Der Leichnam wurde in der Kälte aufgebahrt und seine Seele den Göttern empfohlen.

Nach dem Frühstück machte sich Mjesko, der Sohn des Barons, auf zum Eisangeln und wurde von Styrvake begleitet. Sein Vater und der restliche Hofstaat wollten Eiskufenlaufen gehen. Die Ruhe auf der Burg nutzte der Rondra-Geweihte Rowin, um sich die Gemächer der Baronin anzusehen, fand dort aber nichts Auffälliges. Auch Balthasar blieb auf der Burg zurück und sprach mit dem Kämmerer. Von ihm erfuhr er, dass die Amme Helmja damals die Bronnjarentochter versehentlich mit heißem Wachs übergossen haben soll, woraufhin sie vom Baron fast totgeprügelt worden war und zu ihrer Tochter in den Wald floh. Außerdem konnte er aufklären, dass erst seit einem halben Jahr der Baron zunehmend launischer und missmutiger war und alle Heiligenbilder und Glaubensinsignien entfernen ließ. Zeitlich fiel das mit dem Auffinden eines Rondrakamms in den Totensümpfen zusammen. Eben jener Waffe, die der Bronnjar später den Praioten überließ.

Es war noch nicht mal Mittagszeit, als es eine weitere Leiche gab. Draußen im Schnee lag der erschlagene Diener Olko. Eine Blutspur führte bis ins Haus. Kurz zuvor hatte er einen Streit mit dem Koch, nun hatte ihn etwas Schweres am Kopf getroffen und den Schädel eingedrückt. In einer Hand hielt er noch eine halb fertig geschnitzte Pfeife, der etwas Blut anhaftete. Das Schnitzmesser fehlte. Die Befragung des Kochs ergab, dass dieser eine frische Schnittverletzung an der Hand hatte. Kam diese durch eine Abwehrbewegung zustande, kurz bevor er Olko mit der Pfanne erschlug? Rowin befragte auch die anderen auf der Burg zurückgebliebenen Männer, die als Täter in Frage kamen, doch niemand war so verdächtig wie der Koch.

Styrvake und Mjesko hatten sich mittlerweile zu der Hütte der alten Amme Helmja aufgemacht. Diese lebte mit ihrer Tochter zusammen, welche recht offensichtlich dem Satuariaglauben anhing. Dort erfuhren sie, dass damals die norbardische Hebamme Feljanka ebenfalls schwanger war und vom Bronnjaren misshandelt und vergewaltigt wurde. Dadurch verlor sie ihr Kind. Jella, die Tochter der Amme, bot Styrvake ganz offen ein Gift an, um damit den Baron zu töten. Der Thorwaler zögerte und lehnte dann aber dankend ab. Von der Hexe erfuhr er außerdem, dass seit einem halben Jahr ein bekannter Druide der Region, Lugaid, verschwunden war und die eh schon verschrobenen Praioten in ihrem Kloster noch seltsamer wurden.

Währenddessen beim Eiskufenlaufen brach der Bronnjar im Eis ein. Zur gleichen Zeit sah Sheanna an der Unfallstelle den Geist der Baronin schweben. Durch das beherzte Eingreifen Lirians, des Anführers der Schausteller, wurde der Baron aus dem Eis gezogen und mit Hilfe Lyoschos Magie am erfrieren gehindert. Damit war der Ausflug natürlich beendet, und man kehrte auf die Burg zurück. Vor dem Abendessen trafen sich die Gefährten und tauschten sich über das bisher geschehene aus.

Gegen achtzehn Uhr fuhr dann eine bunt bemalte Kaleschka in den Hof ein. Die Norbarden waren da. Prompt erhob sich der Baron von seinem Krankenlager und begann mit der Sippe Ugradin Handel zu treiben. Wie sich bald herausstellte, fanden alle Geschäfte auf pump statt. Der Bronnjar stand bei den Norbarden so tief in der Kreide, dass ihnen quasi schon die gesamte Baronie gehörte. Später am Abend war es den Gefährten noch möglich, ein kurzes Gespräch mit der Muhme der Sippe zu führen. Diese bestätigte, dass damals vor siebzehn Jahren die Hebamme Feljanka zu ihnen geflohen war, sie hatte bei sich ein kleines blondes Baby – ein Mädchen. Die Frau war nur kurz bei der Sippe und war voller Verbitterung. Doch einmal berichtete sie, dass sie den Bronnjaren „an Körper und Geist gezeichnet“ hatte. Im Frühjahr verließ sie die Norbarden mit ihrem Mann, einem Schausteller. So wie die Muhme ihn beschrieb, handelte es sich dabei um Lirian.

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