Zeichen der Vergänglichkeit I – Die Drachenjäger

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Der Paktierer war vom Dämon verschlungen. Zurück blieben von ihm eine Flöte, ein Ring und der Zauberstab. Der Kampf hatte alle in der Gruppe arg mitgenommen, aber es waren nicht nur die Schmerzen der Verletzungen, etwas anderes, dunkleres, lag wie Blei auf den Knochen. Aber damit ging es den Helden noch besser als dem Mann und der Frau, die bei dem Altar lagen. Er war tot. In ihr steckte noch ein Funke leben, um sie zu retten, musste es aber schnell gehen.

Styrvake und Rowin machten sich daran, den Ausgang frei zu räumen. Gemeinsam schafften sie dann die Verletzten hinaus in die Ruine eines leer stehenden Hauses. Der Thorwaler wollte sich gerade aufmachen und Hilfe holen, als sich aus der Dunkelheit eine Gestalt näherte. Als der wolkenverhangene Himmel für einen Moment ein wenig Mondlicht auf den Mann fallen lies, erkannten alle Adario Lamertien, den Magier und Bruder des Besitzers der „Zwei Masken“, der die Gruppe vor einigen Tagen dort bewirtet hatte. Es stellte sich nur kurz die Frage, wie der Mann diesen Ort gefunden hatte, er berief sich auf seine arkanen Möglichkeiten und gab sich hilfsbereit. Lamertien hatte herausgefunden, dass es sich bei dem Pfeifenspieler Lystramon um einen Paktierer Belzorashs, des dämonischen Widersachers Peraines, handelte. Außerdem bestätigte er, dass, wie schon die Goblinschamanin behauptete,  ein dunkles Mal auf uns lag. Er empfahl uns, den Ratschlägen der Frau zu folgen, er selbst könne dagegen nichts ausrichten. Nachdem der Abstieg in den Kultraum provisorisch gesichert war, wurden die Frau und der Zwerg Rogolon in das Therbunitenkloster gebracht. Beim Angroschim diagnostizierten die Mönche eine schwere Form des „Raschen Wahns“.

Danach wurde die Kunde des Siegs über den Paktierer in der Stadt verbreitet. Zunächst berichteten die Helden dem Prior des Perainetempels, Meister Lyoscho brachte die Artefakte zur weiteren Untersuchung in die Magiergilde und Rowin erstattete dem Schwertbruder Bericht. Nach kurzem Schlaf galt es am Morgen noch die Stadtoberen zu informieren. Am Rathaus trafen sich die Gefährten. Nur Styrvake schien nicht geruht zu haben, sondern war volltrunken wie ein trauriger Zwerg. Er reihte sich hinten ein, als der Stadträtin Iljuscha Kjerichts eine ausführliche Schilderung der Ereignisse gegeben wurde. Im Namen Festums bedankte sie sich bei der Gruppe, und versprach, sich um alle notwendigen Schritte zu kümmern. Bevor sich alle noch ein wenig schlafen legten, schauten sie bei den Therbuniten vorbei. Die Frau war weiterhin besinnungslos, und Rogolon ging es sehr schlecht. Ob er durchkommen würde, war nicht klar.

Während die Gefährten ruhten, hatten sie alle den selben Traum: Die Schlacht auf den Vallusanischen Weiden tobt zwischen den Truppen des Mittelreichs und den Anhägern Borbarads. Aus dem Dunkel des Waldes tritt eine muskelbepackte Gestalt, in jeder Hand eine blutige Axt. Sie schreitet auf eine Frau zu. Thesia Gilia von Kurkum stellt sich der Kreatur entgegen. Der Dämon wächst beim näher kommen auf eine Größe von drei Schritt an. Auf den Schultern hat er den Kopf eines Stieres, aus dem sechs Hörner sprießen. Karmoth, der Blutsäufer, betritt das Schlachtfeld und schaut den Träumenden direkt an. Mit diesem Blick erwachten die Gefährten schweißgebadet aus ihrem Albtraum.

Am Abend des Tages trafen sich alle in den „Zwei Masken“. Adario Lamertien hatte zu einem Essen geladen. Er hatte neue Kunde über den Fluch. Er schien goblinischer und dämonischer Herkunft zu sein. Auch der Meistermagier hatte so etwas vorher noch nicht gesehen. Noch während man sich unterhielt, hatte Tsaekal wieder die Vision eines blonden Mannes, der sich halb durchscheinend, wie ein Geist, im Raum zu befinden schien. Er hatte, jetzt wo er den Bruder kennengelernt hatte, frappierende Ähnlichkeiten mit dem verschollenen ehemaligen Gemahl der Adelsmarschallin, Stane ter Siveling. Daraufhin wurde Adario Lamertien direkt auf den Verbleib des Mannes angesprochen. Er räumte ein, dass ter Siveling ihm damals die Schwanenflügel gebracht hatte, ihn aber um Geld erpressen wollte. Woraufhin der Magier ihn kurzerhand in eine Ratte verwandelte. Damit waren zwei Rätsel gelöst. Zum einen der Verbleib des Mannes aber auch, wer die fette Ratte in den „Zwei Masken“ war. Unter Protest verließ Rowin die Tafel, da er ein so eigenmächtiges Vorgehen nicht gutheißen konnte.

Am nächsten Tag besprach sich der Rondra-Geweihte mit dem Bundmeister unter anderem zu dem „Rattenproblem“. Höchst inoffiziell riet ihm der Hochgeweihte, sich aus diesem Dilemma heraus zu halten. Er bestätigte außerdem, dass Joost ter Siveling, Stanes Bruder, allgemein als böser Mensch gilt, vor dem man sich in Acht nehmen sollte. Zu dem Mal konnte auch er nichts neues beitragen, versprach aber, weitere Erkundigungen einzuziehen.

Am 8. Efferd 1022 BF wurden die Gefährten als „Retter der Stadt Festum“ geehrt, erhielten fünfzig Batzen und die Ehrenbürgerschaft. Gegen Mittag erreichte sie dann die Nachricht von Pettar Muselken, der sie davon in Kenntnis setzte, dass die Expedition des Drachenmuseums eingetroffen sei und nun ihre Hilfe brauchte. Im Vorfeld hatten sich die Gefährten schon abgesprochen, Muselkens Auftrag anzunehmen, da sie wegen des Mals eh in die Drachensteine reisen mussten. Am Nachmittag kam Nachricht aus dem Therbunitenkloster, dass Rogolon auf dem Weg der Besserung sei, aber noch eine unbestimmte Zeit in der Obhut der Mönche verblieb. Außerdem berichtete Meister Lyoscho, dass zu dem Mal auch in der Magiergilde keine weiteren Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Aber er hatte den Ring der Ornaldinen dabei, den er Rowin übergab. Nach Auskunft der Gelehrten der Akademie soll er hochmagisch und etwa eintausendachthundert Jahre alt sein.

Die Rattenplage galt als überwunden, und so wurden am 9. Efferd die Stadttore wieder geöffnet. Die Goblins erhielten für ihre Verdienste Bürgerrechte in Festum. Die Gefährten besuchten morgens das Drachenmuseum. Die Reisedetails wurden mit Meister Vagor und Tineke Ouvensen besprochen (fünf Taler Lohn pro Tag, davon fünf Batzen im Voraus; Proviant und Ausrüstung und ein Maultier namens „Galopper“, sowie einen Käfig mit Brieftauben). Gegen Mittag verlies die Gruppe die Stadt. Doktor Rogolon war noch nicht genesen und verblieb in der Obhut der Therbuniten.

Am 13. Efferd überquerten die Gefährten beim Dorf Hulga den Born. Dort wurden sie Zeuge einer Schlägerei. Sechs Kinder hatten sich einen kleinen Norbarden gegriffen und schlugen auf ihn ein. Kurzerhand schritt Rowin ein und stand dem Jungen, sein Name war Mjesko, bei. Am Tag darauf wurde die Gruppe von einer Bande Goblins angehalten, die Wegezoll forderte. Die Verhandlungen waren kurz, und es entbrannte ein heftiges Gefecht. Noch bevor es ihm gelang, sich zu schützen, wurde Meister Lyoscho von zahlreichen Pfeilen getroffen. Also gaben die Gefährten klein bei und überließen den Räubern ein wenig Proviant und eine Decke. Erst als die Goblins abgezogen waren, merkten sie, dass auch das Werkzeug für die Expedition vom Maultier gestohlen worden war. Da die Nacht bald hereinbrach, suchte die Gruppe zunächst ein nahegelegenes Gehöft auf und wollte die Verfolgung der Goblins am nächsten  Morgen in Angriff nehmen.

Die Jagd verlief wenig erfolgreich. In einem Wald hatten die Goblins sich augenscheinlich in Erdlöcher geflüchtet. Daraufhin wurde die Verfolgung abgebrochen. Auf dem Rückweg waren am Himmel einige Baumdrachen zu sehen, die über der Gruppe kreisten (zunächst war es nur einer, im Laufe des Tages dann aber irgendwann drei). Die Gefährten blieben noch eine Nacht bei den Bauern und brachen dann am nächsten Morgen Richtung Salderkeim auf, einem Ort, welcher kürzlich Schlagzeilen machte, als die Tochter des hiesigen Herren mit dem berühmten Händler Stover Regolan Stoerrebrandt verheiratet worden war.

Gegen Mittag traf die Gruppe auf einige Leute, die eine Balliste zur Drachenjagd auf einem Karren mit sich führten. Dabei handelte es sich um Ritter Hetgar Wulfjes von Harden, dessen Gut von dem Kaiserdrachen Brakador verwüstet worden war. Diesen wollte er nun zur Strecke bringen. Ihm folgten Kundra Jorsdottir aus Thorwal, der zwergische Geschützmeister Ibrax, Sohn des Ibran, die Händlerin Alwinje Salderken und Dunjeschka Armbruster, eine Schützin. Gemeinsam erreichten sie am Abend, es war der 16. Efferd, den Ort Salderkeim.

Ein Gedanke zu „Zeichen der Vergänglichkeit I – Die Drachenjäger

  1. thd Beitragsautor

    @Andreas: Schau bitte nochmal kurz über die Namen der Personen und Orte. Ich denke, da ist noch etwas Korrekturarbeit notwendig :).

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