Prolog: Die Nacht des Blutes

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Kapitel 1: Das Ende des Lebens, wie wir es kennen oder „Der verhüllte Mann“

Der Beginn der Flucht aus Dornhagen verläuft chaotisch und immer wieder verfolgen kleine Gruppen von Untoten die vier Brüder. Zwei Tage lang stolpern wir mit knurrenden Mägen durch die dichter werdenden Wälder und zu allem Überfluss wird Baldur von den anderen dreien getrennt, als er sich vor Untoten verstecken muss.

Am fünften Tag beginnt das Wetter umzuschlagen und es scheint ein Sturm herauf zu ziehen. Auf der Suche nach einem Unterschlupf entdeckt Karl erst einen und dann weitere uralte Meilensteine, die zeigen, dass einst ein Weg dort entlang lief. Am Fluss findet sich sogar noch der Rest eines Steges. Der Trampelpfad und die einstige Straße verläuft nun am Fluss entlang. Ein einzelner, klagender Heulton, der nicht von Wölfen zu stammen scheint, lässt uns eilig weiterziehen. Kurz darauf hören wir ein schnaubendes Geräusch aus den Tiefen des Waldes. Trotz des einsetzenden Regens hört Christian, dass jemand im Wald parallel zu uns läuft. Kurz darauf erschallt ein klagender Hilferuf. Karl stürmt los um zu helfen, stürzt jedoch schwer über eine Wurzel und auch der hinterher eilende Christian fällt der Länge nach hin.  Inzwischen hören wir ein ersterbendes Stöhnen und Christoph sieht tiefer im Wald zwei rot flackernde Augen.

Hinter einem Baum kauern wir uns in Deckung und zu unserem Glück wird das Wesen nicht auf uns aufmerksam. Plötzlich dringt ein Pistolenschuss aus den Tiefen des Waldes und daraufhin ist davon stürmendes Getrampel schwerer Hufe und weitere Wesen mit vier Beinen zu hören. Christian schleicht voraus und gelangt an eine Lichtung, auf der sich ihm ein Bild des Schreckens bietet. Zunächst aber schreckt uns ein weiterer Schuss aus den Waldestiefen auf. Quer über einen auf der Lichtung umgestürzten Baumstamm liegt ein ausgeweideter Leichnam in einer Blutlache. Kleine Bäume und Büsche sind mit roher Gewalt entwurzelt und schwere Huf- und Pfotenspuren sind deutlich zu sehen.

Christian übergibt sich und warnt die anderen davor, sich die schreckliche Szene anzusehen, Christoph und Karl jedoch wollen sehen, ob noch Brauchbares zu finden ist, vielleicht sogar Proviant.

Der Leichnam war ein blonder junger Mann von etwa zwanzig Jahren und ist schrecklich zugerichtet. Aufgrund seines guten Schuhwerkes und seiner Umhängetasche halten wir ihn für einen Boten. Auch seine Messingfibel weist ihn als Boten aus dem Reikland aus. An einem  kleinen, stark verziertem Jagdhorn mit silbernem Mundstück scheinen Blut und Regen wundersamer Weise abzuperlen, außerdem nehmen wir einen Dolch, die Umhängetasche und die guten Stiefel mit und kehren dann so schnell es geht in der inzwischen eingebrochenen Dunkelheit zum Weg zurück und folgen dem Pfad.

Der Regen wird schnell heftiger und der Fluss beginnt zu steigen, dem wir flussabwärts folgen. Klatschnass und kalt wie wir sind, verspricht die stürmische Nacht sehr ungemütlich zu werden. Etwa zehn Minuten Fußweg entfernt erspähen wir jedoch zwischen den Bäumen die Umrisse eines gemauerten Gebäudes sowie einer Palisade und am Fluss einen kleinen Steg. Das Gebäude hat tatsächlich zwei Stockwerke, doch Licht ist nirgendwo zu sehen. Als wir näher kommen stellen wir fest, dass die Seile an dem Fährensteg gekappt sind, unheimlich klappert eine Tür des Hauses im Wind.

Bei einem Blitz glauben Christian und Karl eine Gestalt im Fährschuppen zu erkennen und als wir uns vorsichtig nähern, sehen wir umgestürzte Möbel und eine deutliche Blutspur. Per Räuberleiter hilft Christian Karl über die Palisade. Aus dem Stall hört er unruhige Pferde scharren und ein im Wind schwingendes Schild weist das Haus als das Gasthaus „Zum verhüllten Mann“ aus. Karl öffnet das Palisadentor und lässt uns ein.

Durch einen schmalen Spalt in einem Fensterladen fällt ein winziges bisschen Licht. Als Karl klopf öffnet sich ein kleines Sichtfenster und ein Mann mit Schnauzbart und spitzem Hut fragt, wer wir seien und woher wir so plötzlich und in der Nacht kämen. Immerhin gelingt es uns, ihn zu überreden und einzulassen, nachdem wir ihm versichern, keinen Ärger zu machen. Ein sehr dicker Mann (Otto) und ein dürrer, kleiner Mann mit einer Gugelhaube und sehr großen Augen (Fagor) sind außerdem in dem Raum. Der Mann, der uns eingelassen hatte, stellt sich als Hans Jinkers vor, ein Straßenwächter.

Wir berichten ihm von dem Toten und Hans packt die Tasche des Boten aus. Darin befinden sich ein Buch, mehrere versiegelte Briefe und ein kleiner Geldbeutel.  All das nimmt Hans an sich und gewährt und einen kleinen „Finderlohn“ von je zwei Schilling, doch auch das offenbar sehr wertvolle Posthorn nimmt er an sich, angeblich um alles dem Postmeister in Übersreik zurück zu bringen. Immerhin bekommen wir einen heißen Teller Eintopf und später ein staubiges Bett in einem ungenutzten Schlafraum im Obergeschoss. Wir alle fühlen uns furchtbar müde und erschöpft und Christoph erkennt einen Nachgeschmack, den er als ein bitteres Schlafkraut namens „Kurts“ erkennt, bevor allen die Augen zufallen.

Mitten in der Nacht schreckt Karl von einem Blitz geweckt aus dem Schlaf und erkennt durch das Fenster auf dem Scheunendach ein Wesen mit menschlichem Oberkörper und Spinnenbeinen, doch das Wesen verschwindet im Handumdrehen wieder. Leiser Gesang ist von unten zu vernehmen, der erst sakral, doch dann beängstigend atonal und unheilig klingt. Plötzlich fallen uns mehrere Ungereimtheiten auf und wir ahnen, dass die Leute nicht sind, was sie vorgeben zu sein. Wir beschließen aus dem verschlossenen Raum auszubrechen und den Inhalt der Botentasche wieder an uns zu bringen und damit zu fliehen.

Es gelingt Karl die Tür aufzubrechen als es gerade donnert. Als Christian versucht nach unten zu schleichen stolpert er und verursacht Geräusche, woraufhin von unten jemand die Treppe herauf kommt. Wir ziehen uns leise in unser Zimmer zurück und positionieren uns, um jeden Eindringlich anzugreifen, doch als sich leise die Türe öffnet, blickt Karl voller Schrecken auf einen knöchernen Totenschädel. Christoph wirft sich mit Wucht gegen die sich öffnende Tür und schleudert den Eindringling zurück. Christian versucht, nachdem er das knöcherne Gesicht erblickt hat, eine Kommode vor die Tür zu schieben.

Der Knochenmann zieht sich aber rückwärts gehend zurück und will gehen, nachdem alle drei Brüder wieder im Zimmer sind. Karl fängt sich wieder und stürmt mit gezogener Waffe auf den Knochenschädel los und kurz darauf springt Christoph ihm zur Seite. Gemeinsam machen wir den Mann mit dem Knochenkopf nieder, nehmen seinen Säbel an uns und gehen hinunter in den Schankraum. Der Gesang klingt dort näher.

In der Küche gibt es eine offene Luke, die in einen Keller führt, in dem eine weiterer Gang in einen viel tieferen Keller führt, aus dem der Gesang dringt. Dort liegen etliche gefesselte Menschen (und Halblinge), einigen wurde die Kehle durchgeschnitten. Vier Personen, anscheinend alle Mutanten, einer davon nur ein Oberkörper auf vier Spinnenbeinen, singen dort und aus einer uralten Statue in ihrer Mitte winden sich schwarze Tentakel und blau schimmernde Schädel, als wollten sie dem Stein entweichen.

Mit vereinten Kräften stürzen wir uns alle auf den fetten Otto und machen ihn direkt nieder. Nun entbrennt ein wilder Kampf, den wir mit viel Glück schnell für uns entscheiden können. Doch sogar als alle vier Gegner tot sind, versucht die dämonische Wesenheit aus der Statue auszubrechen und wir werfen uns mit letzter Kraft dem neuen Feind entgegen. Binnen Kurzem ist auch die Statue zerstört und das Entkommen des Dämons verhindert. Der gesamte Kellerraum verursacht uns großes Unbehagen. An den Trümmern der Statue erkennen wir das Zeichen der Tzeentch, eines der Chaosgötter. Weiter hinten im Raum finden wir einen Altar, auf dem eine Holzkiste steht.

Wir lösen die Fesseln der Gefangenen und bringen sie nach oben, um sie zu versorgen. Währenddessen bricht Christian die Kiste auf und findet darin mehrere Bücher und einiges Geld, dass er klammheimlich an sich nimmt. Ein offenkundig unheiliges Buch aus dem ihn ein Auge anblickt, wirft er in den lodernden Kamin. Aus dem Buch schlagen sofort Funken und er es sind Schreie zu hören.

Ein kleines Buch ist offenbar die Chronik eines Kultes namens „Die Kriecher der Dunkelheit“. Als Christian später einen Blick hinein wirft erfährt er, dass der Kult anscheinend sehr alt ist und es erst kürzlich Versuche gab, den alten Kultplatz wieder zu beleben, der längst vergessen mitten unter dem Gasthaus lag. Außerdem finden sich Hinweise die besagen, dass in dem gerade verbrannten Buch Beschwörungen aber auch Bannrituale für dämonische Wesenheiten des Tzeentch zu finden waren.

Am nächsten Morgen kommen 4 Straßenwächter, angeführt von einer Hauptfrau namens Ilse Fassenbrecht an, die eine Untersuchung beginnen und uns nach den Ereignissen ausfragen. Die Frau bedauert sehr die Verbrennung des Buches, da sie hoffte es den Kirchen übergeben zu können.

Der letzte der Kultisten, der sich Hans Jinkers nannte, bleibt ebenso verschwunden wie das Signalhorn mit den Gravuren und dem silbernen Mundstück, dass er an sich genommen hatte.

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