Die nicht mehr warten wollen – Teil 1

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5. August des Jahres 2947 des Dritten Zeitalters
Gasthaus zur Alten Furt, Wilderland

Nachdem wir uns nach unserer Wacht an der Alten Furt noch etwas in seinem Hause erholen konnten, sandte uns Beorn am 2. August aus, um Leudast und Ennalda zu unterstützen. Wie er uns erklärte, waren die beiden in seinem Auftrag unterwegs um genauere Informationen über das Vorgehen der Viglundinger zu erhalten und die Orkbewegungen im Norden zu untersuchen. Gerüstet mit vortrefflichen Honigkuchen machten wir uns also am frühen Morgen auf den Weg und folgten dem Rand des Düsterwaldes nach Norden.

Am späten Nachmittag des 3. August, vernahmen wir dann Kampflärm aus dem Wald vor uns und fanden kurz darauf Ennalda und Leudast wie es zu erwarten gewesen war. Umringt von zwei Dutzend Orks und bedrängt von einem Dutzend Warge, erwehrten sie sich tapfer aber aussichtslos ihrer Haut. Als wenige Augenblicke später elbische Pfeile unter den Bäumen hervorschossen, eilten wir unseren Freunden zu Hilfe und erkannten kurz darauf Earendil der mit weiteren seines Volkes den gleichen Plan zu verfolgen schien. Auch wenn wir uns zu den anderen durchschlagen konnten und der Elb ebenfalls dazustieß, entwickelte sich der Kampf doch deutlich gegen uns. Zu den bereits anwesenden, stießen zwei weitere Dutzend Waldlandorks und ein Dutzend Uruks hinzu, welche alle das Zeichen Dol Goldurs trugen: die Schwarze Hand. Aber zu allem Überfluss wurden sie angeführt von Magog, dem Ork auf dem schwarzen Warg. Nachdem es Earendil gelang, ihn mit einem meisterlichen Schuss zu verletzen, zog er sich zwar zurück, aber die anderen Elben wurden von den Wargen zu Boden gerissen und in den Wald verschleppt. Wir lieferten erbitterten Widerstand, aber es kam uns so vor als wenn dort wo ein Ork fiel, zwei weitere nachrückten. Gerade als die Warge dazu übergegangen waren, unsere Schützen anzugreifen, erwischte mich ein Schwerthieb am Kopf und mir wurde schwarz vor Augen.

Als ich wieder zu mir kam, war das erste was ich erblickte eine alterslose Elbin in grauen Gewändern. Strahlendes Licht war überall um mich herum, eine wohlige Wärme breitete sich gerade in mir aus und ein besorgt dreinblickender Roderic kniete neben ihr. Wie ich später erfuhr, war nur Augenblicke nachdem ich zu Boden gegangen war, eine Schar Elben unter der Führung von Legolas, dem Prinzen des Waldlandreiches, aufgetaucht und hatte uns gerettet. Die Elbin in den grauen Gewändern wurde uns als Herrin Irime aus dem Hause Gil-Galads vorgestellt. Eigentlich war diese Schar auf dem Weg die Herrin sicher zum Hohen Pass zu geleiten, doch nun waren Elben in die dreckigen Hände von Orks gefallen. Nach einigem hin und her konnte sich Legolas, nicht ohne die Ermutigung durch Irime, dazu durchringen uns mit dieser wichtigen Aufgabe zu betrauen, um selbst Orks jagen zu gehen. Wir sollten die Herrin zum Hohen Pass geleiten, wo Elronds Söhne sie in Empfang nehmen und sicher nach Imladris geleiten würden. Von dort aus würde sie als eine der letzten Noldor Mittelerde über die Grauen Anfurten in den Westen verlassen.

Natürlich war es uns eine Ehre, diese Aufgabe anzunehmen und so zogen wir durch den Wald wieder nach Süden. Nach einigen Minuten führte uns Irime auf eine Lichtung der Elben und wies uns an erst einmal etwas zu rasten, was wir alle nach dem schweren Kampf auch bitter nötig hatten. Nachdem wir, nach einem augenscheinlich kurzen Moment des Schlafes, am nächsten Morgen wieder erwachten, erwartete uns eine reich gedeckte Tafel und eine veränderte Irime. Die grauen Gewänder waren unauffälliger Reisekleidung nach Machart der Waldelben gewichen. Nachdem wir uns gestärkt und die Proviantbeutel mit Lembasbrot gefüllt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Nach etwa einer halben Stunde stießen wir auf eine Straße und ich fragte mich schon warum ich von dieser nichts wusste, als wir feststellten das wir uns auf der Alten Waldstraße befanden. Die Lichtung der Elben hatte uns mehrere Tage Reise erspart, auch wenn ich nicht zu sagen vermag wie.

Während der zwei Tage die wir zum Gasthaus an der Alten Furt brauchten, erzählte uns Irime viel über das Buch des Geheimen Feuers und Aerandirs Schar. Zu dem Ring den Valandor bei sich trug, vermochte sie uns zwar nichts zu erzählen, gab uns aber den Hinweis nach diesem bei Ormal dem Lampenmacher in König Tharanduils Palast zu fragen. Dieser ist es auch, welcher beim übernächsten Mond die elbische Karte, welche wir fanden, entziffern wird. Von dem Buch heißt es, ginge die Macht hervor, unvorstellbare Heilung oder auch Zerstörung zu bringen, weswegen es auch von Aerandir und seinen Gefolgsleuten mit ihrem Leben vor den Dienern des Schatten beschützt wurde. Die Lampe, welche in der Halle von Waldmenschenstadt hängt, wurde zusammen mit dem Buch gefunden. Wir kamen mit der Dämmerung beim Gasthaus an der Furt an und werden nun hier die Nacht verbringen. Morgen geht es dann neben den Wegen zum Hohen Pass hinauf.

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