Herz aus Eis IV – Der Bauchklatscher

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Kurz nachdem die Norbardensippe fort war, trafen sich die Gefährten und tauschten sich untereinander aus. Man beschloss, zur Sicherheit, gemeinsam in einem Raum zu übernachten. Das Zimmer von Fenew und Rowin bot sich dafür an. In der Nacht geschahen einige seltsame Dinge. Balthasar schlafwandelte und träumte vom Schicksal der Baronin. Der Goblin streifte in einem Gespensterkostüm durch die Burg und draußen heulten die Wölfe – sehr nah. Um auf Nummer sicher zu gehen, führte Rowin noch schnell eine wirksame Bestattung Olkos durch, nicht dass auch noch dieser Geist ruhelos umgehen würde.

Am Morgen hing der Goblin Dummbatz tot am Kerzenleuchter der großen Halle. Außerdem wurde der Sohn des Barons, Mjesko, vermisst, und die Gaukler waren abgereist – alle, bis auf den Anführer Lirian, der sich dem Bronnjaren verpflichtet hatte. Der Hausherr schlief noch und der Junker Baerow, Hauptmann der Wache, wirkte mit alledem überfordert. Gab es denn niemanden mit Verstand auf dieser Burg? Irgendeinen Verbündeten? Die Truchsessin Nessa kam irgendwann auf die Gefährten zu und fasste sich schließlich ein Herz und begann zu erzählen. All die Probleme begannen vor einem halben Jahr, als der Bronnjar kurz hintereinander zunächst einen Rondrakamm und danach ein schwarz geflammtes Schwert aus den Totensümpfen zum Wolfskopf brachte. Während der Rondrakamm den Baron neuen Mut fassen ließ und ihn zum Besseren wandelte, änderte sich das abrupt und verkehrte sich ins Gegenteil, als er die zweite Waffe fand. Bald darauf trieben sich im Dorf Praioten herum, von denen sich nachher herausstellte, dass es Hochstapler waren. Nessa ging dennoch davon aus, dass der Bronnjar beide Waffen dem Kloster überlassen hatte, auch wenn sie sich wegen all der Betrüger nicht sicher war.

Nach dem Gespräch untersuchten die Gefährten voneinander getrennt einige Orte in der Burg. Man hatte sich mit Nessa verabredet, dass man alle Informationen miteinander teilen würde, um so hinter den Verursacher des ganzen Spuks zu kommen. Styrvake kletterte hinab in den Turm des Goblins und untersuchte dort sein Lager ohne nennenswerte Erkenntnis. Balthasar forscht mit Zauberei nach dem Verbleib Mjeskos und musste leider feststellen, dass dieser wohl tot war, ohne näheres darüber berichten zu können. Rowin und Styrvake konfrontierten Lirian mit ihrem Verdacht, dass er Rache für das Schicksal seiner Frau nehmen wolle, dieser erwies sich aber als aalglatt und hatte auf alles eine gute Antwort.

Der Vormittag schritt fort, dem Burgherrn schienen all die Vorgänge nicht zu imponieren. Ganz im Gegenteil, er lud die Gefährten in den Salon ein, um mit ihnen ein Pfeifchen zu rauchen und über die Geschäfte zu sprechen. Rowin ging das alles zu weit und so begann er, dem Baron systematisch Vorhaltungen zu machen, unter anderem, dass dieser ein böser und gottloser Mensch sei. Ziel war es wohl, den Bronnjaren so weit zu provozieren, dass ein Zweikampf zur Genugtuung gerechtfertigt gewesen wäre. Doch der Hausherr erwies sich als zu durchtrieben und vor allem nüchtern genug, um darauf hereinzufallen. Er verwies den Rondra-Geweihten einfach von seiner Burg. So war Rowin fortan gezwungen, dem Baron aus dem Weg zu gehen.

Später berichtete Fenew, dass er einen seltsamen Eindruck bei der Tochter des Bronnjaren hatte. Sie wirkte falsch, irgendwie durchtrieben. Er konnte das nicht richtig erklären, hatte aber außerdem beobachtet, wie die Hofhunde sie anknurrten, was schon seltsam war, da sie mit ihr eigentlich sehr vertraut waren. Am Abend tauschten sich die Gefährten mit Nessa aus und planten die kommende Nacht. Styrvake sollte die Zofe bezirzen, damit diese herausfand, ob die Tochter des Barons noch die Brandnarbe am Bauch hatte. Eine Verletzung, die kaum jemandem bekannt war und so eine Hochstaplerin entlarven konnte, eventuell sogar den Bronnjaren dazu brachte, etwas zu unternehmen. Balthasar wollte sich außerdem auf den Weg machen, und mit den Hofhunden nach Mjesko suchen.

Es war dann die Nacht zum 25. Hesinde als kurz nach Mitternacht Styrvake und Rowin von Nessa geweckt wurden. Sie berichtete von einem Traum, indem sie den toten Mjesko am Grund eines Turms gesehen hatte. Die beiden Gefährten brachen auf und fanden den toten Spross des Barons wirklich unter einer Schneehwehe verborgen in einer der Ruinen. Außerdem war dort einer der Hofhunde, doch von Balthasar fehlte jede Spur. Also machten sich Styrvake und Rowin auf, den Druiden zu suchen. So fanden sie zu Füßen der Burgmauer im Schnee verborgen die Leiche der Truchsessin, die dort allerdings schon einige Wochen lag. Schnell rannten die beiden zurück in die Burg. Auf dem Bergfried sahen sie den Baron stehen. Just in dem Moment stieß ihn wer über die Zinnen. Styrvake stürmte den Bergfried hinauf. Rowin lief zur Kammer der Gefährten. Dort fand er Lyoscho, Sheanna und Fenew in Starre vor, ebenso den Hauptmann der Wache.

Erst nach einem Moment, begann sich beim Norbarden etwas zu regen. Es stellte sich heraus, dass Nessa augenscheinlich nicht das war, was sie vorgegeben hatte zu sein, doch der Norbarde konnte sich nur an hypnotische rote Augen erinnern. Dann schrie Styrvake um Hilfe. Auf dem Bergfried war Balthasar. Außerdem der Gaukler Lirian und die vermeintliche Tochter des Bronnjaren, der nun als großer Fettfleck im Burghof lag. Der Druide wusste nicht, wie er hier oben hingekommen war, hatte aber, als er aufwachte beobachtet, wie der Geist der Baronin aus ihm hinaus und in den Gaukler gefahren war und dieser dann den Baron vom Turm gestoßen hatte.

Nach einigem Tumult, und nachdem wieder alle aus ihrer Starre erwacht waren, konnten einige Sachverhalte geklärt werden. Nessa war fort und schien nicht mehr die Frau von einst zu sein. Lirian hatte wirklich in der vergangenen Nacht die Tochter des Bronnjaren entführt (sie war jetzt bei den Schaustellern). Er hatte vor zwei Jahren, als seine Frau im Sterben lag, erfahren, was damals auf der Wolfskopffeste geschehen war und dass er da seinen leibliche Tochter verloren hatte. So wollte er jetzt an dem Baron Rache nehmen, doch bevor er das konnte, war der Geist in ihn gefahren und hatte die Kontrolle übernommen.

Der Plan, die Tochter nach Ouvenmas zu entführen, um sie dort mit dem Grafen Ljasew von Utzbinnen-Ouvenmas zu vermählen, stammte ursprünglich nicht von Lirian. Es hatte sich so ergeben, weil er auf dem Weg zum Wolfskopf die Schergen des Grafen traf, den starken Mann und seine Begleiterin, die vom Ouvenmaser angeheuert waren.

Zu den Toten sagte der Gaukler dann noch, dass alle vom starken Mann umgebracht worden waren. In der ersten Nacht war die Wache Rowin auf ihn aufmerksam geworden, der Tod war aber ein Unfall. Olko hingegen hatte die Zwillingsschwester ohne ihre Verbände gesehen und wiedererkannt., deswegen musste er sterben. Mjesko musste beiseitegeschafft werden, weil er den Plan hätte auffliegen lassen können.

Der neue Tag dämmerte bereits, als sich die Gefährten mit dem Hauptmann der Wache zusammensetzten, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Ein Gedanke zu „Herz aus Eis IV – Der Bauchklatscher

  1. thd Beitragsautor

    Ich habe den Text nochmal aktualisiert und einige inhaltliche Fehler ausgebügelt.
    @Agrawan: passt das jetzt so?

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