Die neunfingerige Klaue III – Zaudern und Zögern

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Rowin hatte mit Leudara vereinbart, dass er bei ihrem Mentor im Rondratempel Erkundigungen über sie einzieht. Unterdessen wollte die Geweihte bei ihrer Amme Gertje Peddersen warten. Eine Idee, die Rowin instinktiv ablehnte, allerdings die Diskussion mit Leudara nicht führte, sondern sie gewähren lies. Die Nachforschungen im Tempel waren weitestgehend fruchtlos. Der Ziehvater Rondrowin von Schwertbergen gab sich unwissend, während die Schwertschwester Irinje Thorassturm von Leufurten sich zu erinnern meinte, dass damals ein Jäger das Kind in der Stadt abgegeben hatte und vielleicht die Amme mehr wissen könnte. In der Tempelhalle fiel Rowin noch ein anderer Geweihter auf, der ihn beobachtete. Auch am gestrigen Tag war er schon da gewesen und hatte herumgeschnüffelt. Offensiv sprach Rowin ihn an. Sein Name war Jasper, und er war sichtlich erschrocken über das direkte Vorgehen des Geweihten, fing sich aber rasch wieder, so dass außer seinem Namen nichts aus ihm heraus zu bekommen war. Rowin verließ noch einmal die Stadt und machte sich hinauf zur Altleuburg. Die Ruine war unverändert, als er aber versuchte, den Bergfried zu betreten, wurde er von einer dunklen Angst übermannt und zurück getrieben. Irgendetwas Finsteres lauerte in dem Turm. Rowin beschloss, sich dem Problem zu einem späteren Zeitpunkt zu stellen.

Im Gasthaus gab es derweil zwei Neuigkeiten. Mirhiban war aufbruchbereit, würde aber auch noch den morgigen Tag darauf warten, dass die Gefährten ihre Geschäfte erledigen konnten. Außerdem war Tsaekal dem Magier weggelaufen und hatte sich in den Wald aufgemacht. Und das zwei Tage vor dem 30. Boron, dem ersten Tag mit voller Mada, an dem er sich vielleicht in einen Werwolf verwandeln würde. Am Abend gingen die Gefährten dann in das Norbardenlager der Olscheffs, um dort mit Darjew Jenko zu sprechen. Der Empfang bei der Sippe war herzlich. Seltsamerweise schien Rowin mit ihnen bekannt zu sein und mit einer gewissen Finja sogar etwas mehr als das. Darjew Jenko war noch sehr schwach. Er berichtete, wie er den Schergen der Eishexe aus Paavi entkommen konnte. Zwei Mal war im die Flucht gelungen. Das erste Mal mit Tsaekal, dabei wurde er aber wider eingefangen. Die Häscher waren Orks und dämonische Gestalten. Sie hatten ihn und die Anderen in ein Arbeitslager in das Eherne Schwert verschleppt. Dort gelang ihm schließlich die zweite Flucht, die von Erfolg gekrönt war. Völlig entkräftet fanden ihn die Olscheffs in den Nordwalser Höhen und hatten sich seitdem um in gekümmert.

Am nächsten Morgen, dem 29. Boron 1022 BF, machten sich Balthasar und Styrvake auf, um nach Tsaekal zu suchen. Währenddessen forschten Lyoscho und Rowin im Archiv des Tempels nach Aufzeichnungen zum Korsmalbund. Langsam begann es, zu schneien. Vom Nivesen war keine Spur auszumachen, aber der Thorwaler und der Druide hatten etwas besorgniserregendes entdeckt. Vielleicht eine Stunde von der Stadt entfernt lagerten etwa zwei Dutzend Bewaffnete. Details konnten die Beiden zwar nicht herausfinden, die Spuren waren aber eindeutig und das Lager gut bewacht. Als Styrvake davon berichtete, wurde umgehend die Schwertschwester davon in Kenntnis gesetzt. Die wollte aber erst weitere Informationen haben, bevor sie etwas unternahm. Die Lage spitzte sich allerdings zu, als Rowin herausfand, dass Leudara aus dem Haus ihrer Amme entführt worden war. Die alte Frau war verletzt, würde es aber überleben. Durch den Schock konnte sie keine konkreten Angaben machen. Also brachen die Gefährten auf, um der Spur der Entführer zu folgen, solange das noch möglich war. Auch hiervon wurde der Rondratempel unterrichtet.

Das Lager, das Styrvake und Balthasar morgens noch gesehen hatten, war mittlerweile verlassen. Der ganze Tross hatte sich Richtung Altleuburg auf den Weg gemacht. Inzwischen war es finstere Nacht, und das Schneetreiben hatte zugenommen. Also suchten die Gefährten Unterstützung bei der Rondrakirche von Firunen, um die Ruinen der Altleuburg zurückzuerobern. Doch trotz der offensichtlichen Gefahr zögerte die Schwertschwester. Ihr würden die Kämpfer fehlen, sie könne die Stadtwache nicht um Unterstützung bitten. Das Jammern nahm kein Ende. Also war es wieder an den Gefährten, Leudara von Firunen aus den Klauen der finsteren Kultisten zu befreien.

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