Jenseits der Kälte I – Der greise Elf

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In aller Kürze sei berichtet, was zuletzt geschah. Nachdem der Drache besiegt war, kehrten die Gefährten gemeinsam mit den Drachenjägern zurück nach Drachenzwinge. Dort wurde gefeiert und den Göttern gedankt. Darjew bat Rowin, Lyoscho, Styrvake, Fenew, Tsaekal und Balthasar noch zu warten, bis Hilfe aus Irberod eingetroffen war. Zu aller Erstaunen, war das bereits am nächsten Vormittag der Fall. Die Gräfin Rilka-Nadjescha höchstselbst gab sich die Ehre. Schon vor Tagen war sie aufgebrochen, als Jäger von Rauch über Drachenzwinge berichteten. Mit zunehmender Verwunderung lauschte sie den Erzählungen der Dorfbewohner und der Gefährten.Im Gefolge der Gräfin war ihr Rittmeister, Jasper von Bornski, welcher bei den Schilderungen hellhörig geworden war. Er erkundigte sich näher nach Balthasar. Nach kurzem Hin und Her war klar, dass ein Mann, der in seiner Beschreibung dem Druiden frappierend ähnelte, seit längerem unter dem Namen Bosjew gesucht wurde. Man wollte ihn zu dem Mord an dem Vogt Kolkja von Klagenfurt befragen. Leider war er bis zum Aufbruch der Gefährten am morgigen Tag nirgendwo aufzufinden.

Gegen Mittag des 9. Travia stieß Balthasar aka Bosjew wieder zu der Gruppe. Natürlich wollte man alle Details der Mordgeschichte wissen. Der Druide berichtete, dass der Vogt ein Paktierer war, und als er seine Gefährtin schändete, tötete diese in einem letzten Aufbäumen das Gefolge des Vogts und verletzte Kolkja von Klagenfurt schwer. Balthasar brachte ihn dann um. Der Druide sagte zu, dass er sich zu gegebener Zeit nach Irberod begeben würde, um alle Fragen zu klären.

Am 17. Travia waren die Gefährten im Salderkeimer Hirschen eingekehrt. Der Wirt Andrej berichtete, dass eine Boron-Geweihte nach der Gruppe gefragt hatte. Ihr Name war Nessa Illumkis. Beim Abendessen traf sie im Gasthaus ein. Der Prior ihres Ordens hatte sie an die Gefährten verwiesen auf Anraten der Draconiter von Festum. Im nahegelegenen Salderholt, dem Grafensitz, gab es untote Umtriebe. Vor einigen Tagen hatte ein Golgarit in der Nähe des Ortes einen pechschwarzen toten Mann gefunden. Dieser hatte zwei Briefe bei sich. Beide waren im Laufe des Sommers verfasst. Darin ging es um einen Immanuel von Brabak, augenscheinlich ein Totenbeschwörer (und nach Aufzeichnungen bereits 861 BF als Magus aktiv). In den Schreiben wurde angedeutet, dass der Schwarzmagier dabei war, unsägliche Schändungen zu vollführen, indem er aus Leichenteilen Chimären konstruierte. Nessa Illumkis bat die Gefährten, Nachforschungen über den Toten und die Hintergründe vor Ort anzustellen.

Drei Tage später erfuhr die Gruppe im Gasthaus „Alte Feste“ in Salderholt, dass die Leiche des Schwarzen vor einer Woche von dem Golgariten entdeckt wurde. Vor drei Tagen war dann die Boron-Geweihte im Ort und hatte die Begräbniszeremonie durchgeführt. Weitere Nachforschungen ergaben, dass der Ermordete sich wohl mit einer fahrenden Händlerin getroffen hatte, welche regelmäßig Salderholt bereiste. In der Nähe des Unglücksorts fand man die Karrenspuren der Frau. Am nächsten Morgen untersuchten die Gefährten den Tatort. Tsaekal gelang es, die Spur des Opfers wieder zu finden. Sie führte durch ein Wäldchen zu einem Pfad Richtung Drachensteine. Leichter Schneefall setzte ein. Deswegen holte man rasch die Ausrüstung aus dem Dorf und folgte dann der Fährte. So erreichte die Gruppe am Abend bei dichtem Schneetreiben den kleinen Weiler Borjag.

Neben ein paar Katen gab es einen umfriedeten Hof mit Gutshaus und Wehrturm. Hier lebte der Bronnjar Borkart Ranowitsch, der die Gefährten freundlich empfing. Neben zwei ausgesprochen hübschen Mägden bestand der Haushalt aus der Frau des Barons, Sascha Ranowitsch, ihrem fünfzehnjährigen Sohn und Erben Piotr und den beiden Töchtern Ida (12) und Ludjana (10). Beim Abendessen erfuhr der Bronnjar von den Vorfällen in Salderholt. Dass die Spur des Opfers bis hier zu dem Weiler führte, erfüllte ihn mit aufrichtiger Sorge. Er hatte aber keinerlei Informationen über irgendwelche seltsamen Vorkommnisse oder fremden Reisenden in der näheren Umgebung. Der Baron lud die Gefährten ein, auf seinem Anwesen zu nächtigen und am nächsten Tag ihre Nachforschungen anzustellen.

Früh am nächsten Morgen trieb es Balthasar aus dem Bett und auf den Hof des verschneiten Anwesens. Nach dem Verrichten seiner Notdurft sah er eine seltsame Gestalt aus der Schmiede kommen und die Straße herab Richtung Wald verschwinden. Es war ein Elf. Augenscheinlich mit einigen Dingen beladen, die er gerade beim Schmied erworben hatte. Doch der Elf war vom Alter gezeichnet, hatte graues Haar und ein runzeliges Gesicht. Gab es so etwas? Einen greisen Elfen? Balthasar eilte zurück zum Haus, um Meister Lyoscho zu wecken.

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