Nach einigen Stunden Schlaf wachen wir auf und ich werde von meinen Handschellen befreit. Irgendwann, wenn wir dieses Drecksloch von Stadt verlassen haben, sollte ich irgendwo in der Prärie schauen ob die leise lockende Stimme in meinem Hinterkopf die Zügel übernimmt wenn ich schlafe und was dann passiert. Aber ich bin mir fast sicher, dass dieser böse Manitou nichts Gutes vorhat. Aber gerade jetzt ist es müßig, darüber nach zu denken, denn das Seil, dass wir knüpfen, hat noch viele lose Enden. Wir beratschlagen beim Frühstück, ich schaue den anderen zu, wie sie es sich schmecken lassen, was nun zu tun ist. Der Professor will natürlich in seine Werkstatt und Armstrong verspricht, auf ihn aufzupassen.
Als uns dieser schmierige Farnham erzählt, dass Mr. Stapleton wieder zurück ist, müssen wir einen Augenblick überlegen, um drauf zu kommen, dass er von einem Angestellten von Tolliver, dem Eigentümer des Bella Union, spricht. Um herauszubekommen, ob auch Griffins Raufbolde angekommen sind, an die sich die beiden Damen aus der Zeit vor ihrem Zeitsprung erinnern, begleite ich die beiden Frauen ins Bella Union. Vor dem Verlassen besprüht mich dieses schleimige Etwas von Bürgermeister mit Nuttenwasser. Auch egal. Ich paffe weiter an meinem Glimmstengel und auf ins Union.
Was für ein piekfeiner Schuppen. Sogar so einen Tisch mit einem drehenden Ding drin haben die und die Huren sind alle fein rausgeputzt. An einem Klimperkasten sitzt einer und haut ordentlich in die Tasten. Musik hab ich immer gemocht. Was für ein Unterschied zum Gem. Die Nonne geht zu Stapleton, um ihn auszufragen, während die Schamanin und ich uns an die Theke begeben. Tee für sie, Bier für mich. Egal, schmeckt sowieso alles nach nichts.
Und während die Nonne herausfindet, dass die Raufbolde schon bei Holyspringwater den Zug verlassen haben, interessiert sich Tolliver auffallend für die neugierige Katholikin. Uns rückt dieser Spieler Dawson, der mit uns im Zug war, auf den Pelz. Er erzählt uns, dass der Mörder und Pferdedieb McCall einige Zeit nach seinem Freispruch tot aufgefunden wurde. Mit über 10 Kugeln im Körper und einem angedeuteten Brandzeichen, dass wohl ein WB sein sollte.
Um Wild Bill kümmere ich mich später, aber diesen Pferdedieb hätte ich nicht mit nem sauberen Schuss davonkommen lassen. Der hatte den Strick verdient. Wir verlassen Dawson mit dem Versprechen, seinem Sauf- und Spielkumpanen Armstrong einen Gruß und eine Einladung zu überbringen. Beim Verlassen des Union fällt uns noch dieser widerliche Walcott auf. Auch den müssen wir noch seiner von uns für ihn entschiedenen Bestimmung zuführen und ihn mit seiner vermeintlichen Braut wiedervereinigen. Später.
Auf der Straße treffen wir noch mal Mrs. Merrit, der ich ein Schmierblatt abkaufe. Steht aber nichts drin, was wir nicht schon wüssten. Aber Schwester Sarah klärt sie auf, dass die Kirche nun katholisch sei und gleich ein Betkreis stattfinde, zu dem sie auch eingeladen sei. Unter fadenscheinigen Gründen lehnt sie ab. Kein Wunder. Dann läuft uns noch Charly Bull über den Weg, der auch recht mitteilsam ist. Er erzählt, dass Wowoka und Tavibo morgen in die Stadt kommen. Er deutet an, dass es vielleicht reicht, den Anführer der Soldaten auszuschalten um die Indianer zu retten.
Wir erachten es eigentlich als wichtigsten nächsten Punkt den Berggeist und die in der Zwischenwelt gefangenen Schamanen zu befreien. Das wäre endlich die Unterstützung im Kampf gegen die 4 großen bösen Manitous, die wir so dringend brauchen. Aber Wakanda muss sich erst noch darauf vorbereiten oder so. Ich verstehe davon nicht genug, um das zu beurteilen. Makona hätte das besser verstanden. Sie ist mein einziger schöner Gedanke. Alle anderen Erinnerungen beginnen grau zu werden und zu verblassen. Wie alles hier. Aber meine Aufgabe hier ist noch nicht erledigt und so greifen wir den Bullen bei den Hörnern und beschließen erst einmal den Indianern gegen die Soldaten zu helfen, bis der Professor und Armstrong aus dem Keller kommen.
Da die Soldaten von Major Chasen, einem der Schergen Griffins, geführt werden, reicht es vielleicht wirklich aus ihn auszuschalten. Die Nonne bringt noch schnell ihren Gebetskreis in Gang und überlässt dieser Emily ihr Kreuz und die Führung der Veranstaltung. Immerhin Emily ist der Nonne geblieben. Viele der anderen Mormonen sind mit Mr. Sulbard wohl Richtung Deseret aufgebrochen.
Für unseren spontanen Plan borge ich mir noch das Scharfschützengewehr des Proffs. Im Keller braucht er es wohl grad nicht. Und schon reiten die Nonne und ich in Richtung der Indianer. Wakanda verwandelt sich und fliegt wieder mal. Das muss schön sein. Fast so schön, wie durch die Prärie zu galoppieren.
Sie findet das Soldatenlager mit ungefähr doppelt so vielen Soldaten als in der Stadt waren. Zusätzlich zum Indianerlager findet sie auch noch ein versteckt gelegenes Griffinlager. Dort sind noch mehr Bewaffnete als die zirka 60 Soldaten. Beim Überfliegen des Indianerlagers sieht sie den verbliebenen Squatpump-Trapper sich heimlich dem Schamanenzelt nähern. Von hinten durch einen mit seinem Messer geschaffen Schlitz ins Wigwam eindringend, hat er sicherlich nichts Gutes vor und kurzerhand erlegt die Schamanin ihn mit einem Meisterschuss ihres Bogens.
Den Schamanen und den toten Trapper aufsuchend, erfährt Wakanda, dass der Schamane den Trapper zum Erkunden des Griffinlagers ausgesandt hatte. Weshalb der Fallensteller sich jetzt so heimtückisch an den Schamanen geschlichen hat bleibt erst einmal ein Rätsel. Eigentlich soll Griffin mit den Indianern verbündet sein. Wer hier gerade wen zu betrügen versucht ist nicht zu klären. Auf jeden Fall bringt der Schamane heimlich einige ihm treue Stammesleute in den Bergen in Sicherheit.
Wakanda berichtet uns und gemeinsam schleichen wir uns an die Soldaten an. Beim Überwältigen einer Wache jedoch fallen wir auf, können jedoch noch einige Schüsse auf Major Chasen abgeben, die ausreichen um ihn in die ewigen Jagdgründe zu schicken, oder wo immer seine verfluchte Seele hoffentlich für immer Qualen erleidet. Beim Rückzug rufe ich noch schnell mit verstellter Stimme „Für Griffin“ und schon reite ich in einem Bogen, aber wohl sichtbar für verfolgende Soldaten in Richtung des Lagers der Griffinbande.
Die Nonne hat sich in Sicherheit gebracht und versteckt und Wakanda fliegt auf ihren Schwingen über dem ganzen Durcheinander. Dabei entdeckt sie einen Meldereiter, der sich ebenfalls in Richtung des Griffinlagers aufmacht. Also scheint nicht nur die Führung der Soldaten unterwandert zu sein, aber das wussten wir ja eigentlich auch schon. Mit Wakanda und mir im Nacken ist er wohl leichte Beute…



