Zurück im Schloss Gyllenkreuz versuchen wir uns auf Valborg vorzubereiten. Der Gedanke das Geweih mitzunehmen, wird schnell verworfen. Keiner von uns möchte herausfinden, ob er den Schmerz auch spürt. Zum Glück sind auch keine Gebrechen aus unserer Reise in die Vergangenheit des Ordens zurückgeblieben. Ob wir trotzdem dauerhaft Lehren daraus ziehen konnten?
Es Klopft an der Eingangstür. Rasmus, der Sakristan verlangt kryptisch nach >Ihm< und wollte ein Versprechen einlösen. Kollo gibt eine Einlage mit Narrenkappe. Es ist klar, dass wir wann immer wir möchten, die Okkulte Bibliothek aufsuchen können. Norvid und Sunna gehen hinunter, während wir Schlaf suchen.
Wie ehemals Oscar erscheint der Geist von Magnus. Er öffnet die Okkulte Bibliothek mit einem durchscheinenden Schlüssel. Gefühlt erschlagen von der Menge an Papier erkennen sie die Bibliothek wieder, die sie aus dem Kloster kennen. Die Kommunikation mit dem Geist von Magnus ist so schwierig wie mit Oscar. Die beiden finden heraus, dass sie keine Bücher mitnehmen können und am besten gezielt nach Themen suchen. Mit dieser Erkenntnis und Vorfreude auf den nächsten Besuch verlassen Norvid und Sunna die Okkulte Bibliothek.
Ausschlafen! Nicht vor der neunten Stunde lockt mich Kaffeegeruch aus dem Bett und in den gemeinsamen Speiseraum. Amanda, von uns aus der „Heilanstalt“ gerettet, geht es besser. Von den „Nadelstichen“ am Hals ist nichts mehr zu sehen. Allerdings ist sie noch nicht ansprechbar. Wir entscheiden, zu der Einladung der Vanadisir nach Alt-Uppsala die Kutsche zu nehmen. Als über passende Kleidung geredet wird, suchen meine Gefährten das spezielle Ankleidezimmer auf, während ich eine Ausgehuniform anlege.
Wieder zusammen teilen Sunna und Norvid ihre Erkenntnisse aus der Okkulten Bibliothek. Ida geht den Gang hinunter. Als sie zurückkommt, berichtet Ida, den Seher mit Stab und Raben gesehen zu haben. Er scheint uns bereits zu erwarten. Linda schlägt vor, uns diesmal geistig vorzubereiten und wir suchen erneut die Okkulte Bibliothek auf.
Sie findet heraus, dass unter anderem die Vanadisir Blutopfer zu Valborg gegeben haben. Norvid findet zu dem Begriff Vanadisir zufällig einen Bericht, in dem der Name Eira Freyasdottir auftaucht. Sie war zu Zeiten der Dame Sigrid Magnusson die Anführerin der Vanadisir gewesen. Ida ordnet Geistererscheinungen von Drauga den Hügelgräbern zu.
In der normalen Bibliothek lese ich leicht errötend über wirklich wilde Exzesse an den Hügelgräbern. Über Björga lesen wir, dass sie eine bekannte Jotunin aus der Edda war. Sie hat Freya das Brisingamen geklaut. Über die Verbindung Seher und Odin wissen wir jetzt aus den Büchern, dass der Allvater in verschiedenen Gestalten mit wechselnden Namen unter die Menschen gegangen sei. Einer dieser Namen ist Harbard der Weise. Wir erinnern uns an eine Person mit diesem Namen, der wir Fragen beantworten sollten, um weiterzukommen.
Dann werden wir gerufen und besteigen die Kutsche nach Alt-Uppsala. Bei Betrachtung der Feierwilligen muss ich feststellen, dass das Betrinken mit Stil, wie ich es aus Hengistfjord kenne hier nach einem Besäufnis ohne Grenzen ausarten wird. Unser Kutscher wird am Bahnhof auf uns warten. Linda hat den Gedanken der Opferung noch im Kopf, kann aber vom Kutscher beruhigt werden.
Zu Fuß machen wir uns auf den Weg. Die Kirche ist geschlossen und verlassen. Auch die Museumsgebäude sind in der Valborgnacht menschenleer. Ida hat eine Vision und scheint den Weg zu kennen. Tausende Leute teilen sich die Hügel und unzählige Gruppen sitzen an Lagerfeuern.
Bei der Kirche scheint die unangenehme Person herumzulaufen, die uns im Bürger & Bäcker beobachtet hat. Wie ich vermutet hatte, gibt sich bald jemand zu erkennen, um uns zu den Vanadisir zu führen. Es ist eine junge Frau mit Namen Mikaela. Etwas weiter Abseits kommen wir zu einem Feuer, wo Leute in leichter und durchscheinender Kleidung feiern. Leichter Alkohol und berauschende Kräuter sind im Spiel.
Meine Uniformjacke fällt zu Boden und ich lasse mich auf das Feiern ein. Gegen Mitternacht wird ein Pferd von wunderschöner Gestalt geopfert. Blut wird dem Tier entnommen und auch wir bekommen mit Blut Zeichen ins Gesicht gemalt. Unter altnordischen Gesängen wird das Blut ins Feuer gegossen und die Feier geht weiter. Es ist unglaublich befreiend und ich bin längst jenseits von Empfindungen meiner Äquatortaufe.
Am nächsten Morgen werden wir im Gras beim Schein der aufgehenden Sonne wach. Mikaela wartet mit Kaffee und belegten Broten auf uns. Keine der Feiernden ist noch da. Bevor ich zulange, entferne ich mit lächelnder Erlaubnis unserer Gastgeberin meine Blutzeichen. Sie stellt sich als Mikaela Haraldsdottir vor. Von ihr stammt auch die Einladung. Sie braucht unsere Hilfe.
Die Anführerin der Vanadisir, Eira, wurde von einem bösen Mann, einem Prinzen, der sich Beschützer der Wälder nennt, beraubt. Er nahm das Brisingamen, die Kette, die von Freya stammt und von den Dvergar geschmiedet wurde. Um das Schmuckstück zurückzufordern, folgte sie später mit anderen Vanadisir diesem Prinzen in den Wald. Doch sie ist nicht zurückgekehrt. Linda hat die Worte >Die Vanadisir müssen sterben< im Kopf. Wir haben keine Zweifel an der Aufrichtigkeit der jungen Frau. Wir erfahren noch, dass der Prinz ein Schloss tief im Wald hat.
Ausgehend von, wir treffen uns in 2 Tagen und bereiten uns vor (recherchieren dauert länger, wie Sunna mir beigebracht hat), endet die Diskussion mit, wir holen unsere Sachen aus der Kutsche und Mikaela besorgt uns Rucksäcke mit waldtauglicher Kleidung und Proviant.
Bald sind wir auf einer Wanderung in die Wildnis. Vereinzelt sind Steine mit Runen aus der Wikingerzeit zu sehen. Nachmittags passieren wir einen Steinkreis. Ida hört eine Stimme in einer alten Sprache: „Die Steine sind für die Götter, nicht für die Menschen. Die Vanadisir müssen sterben!“ Sie erstarrt.
Etwa eine halbe Minute später berichtet sie von der Stimme und dem Schädelkopf. Mir fällt ein, dass in der Kette der Vanadisir auch ein grüner Stein ist. Mikaela weist uns auf eine Schlucht hin, durch die wir gehen müssen. Wir mutmaßen über die Ereignisse in Fallun, die Steine und schöne Männer. Die Schlucht ist einigen von uns nicht geheuer. Auf der Hut und kampfbereit gehen wir durch die Schlucht.
Dahinter liegen Steine verstreut. Ida erkennt einen Stein, den ihr der Seher gezeigt hat. Fast alle Steine zeigen die Weltenschlange. Es wirkt wie ein Labyrinth aus umgestürzten Menhiren. Andere Zeichen auf den Steinen zeigen ein Schlachtfeld, das in Zeiten der Wikinger entstanden ist. Linda entdeckt unter einem Findling ein altes Schwert. Es ist mannshoch. Ein massiver alter Zweihänder.
Ida hört Schlachtenlärm und versteckt sich. Wir sollen uns besser auch verstecken. Schritte, Kampfschreie, die Schlacht kommt. Geister der verstorbenen uralten Kämpfer. Doch sie haben skelettierte Körper und greifen an. Mein Gewehrkolben trifft und es bersten Knochen. Als Linda den Zweihänder benutzt, leuchten sowohl die Wikingerskelette als auch das Schwert blau auf.
Ich werde getroffen. Die Waffen der Geister sind sehr real. Clara scheint vorauszuahnen, wo eine Axt sie treffen würde und weicht geschickt aus. Doch die Kugel aus ihrem Revolver löst nur Nebel aus dem Skelett. Linda schlägt erneut zu, wieder mit blauem Licht. Norvid zerschmettert Knochen mit einem Stock. Auch Sunna kann mit ihrem Messer ein Skelett zerlegen. Der letzte Krieger fällt und zerfasert.
Der Bidenhänder leuchtet und ein Kriegshorn erschallt. Linda beschließt, das Schwert wieder unter den Stein zu stecken. Auf einem schwarzen Streitross reckt eine nordische Schildmaid ihr Schwert in den Himmel. Die eine Seite des Gesichtes ist skelettiert. Die andere zeigt schöne, aber ernste Züge und ihr Haar ist aufwendig geflochten. In der alten Sprache feuert sie eine Horde Wikingerkrieger zum Kampf an mit dem Schlachtruf: Tod den Vanadisir!
Auch Mikaela kann offensichtlich diese Dinge erkennen. Ich vergleiche unsere Situation mit Körnern zwischen zwei Mühlsteinen. Wir suchen einen Lagerplatz weiter entfernt von dem Schlachtfeld. Eine Hütte auf einer kleinen Waldlichtung erscheint. Mikaela kennt sie nicht.
Rauch. Die Tür öffnet sich wie von Geisterhand. Am Feuer eine Frau mit verbundenen Augen. Auf der Suche nach dem Prinzen, was? – sind ihre ersten Worte. Sie warnt uns vor Kreaturen, die hier nachts unterwegs sind und bittet uns herein. Ihr Name ist Hedvig. Sie sieht aus wie eine kleine alte runzelige Frau. Als wir alle eingetreten sind, schließt sich die Tür!



