Mitten in der hellen Nachmittags-Sonne erklimmen wir das vor uns liegende Hügelgrab. Oben finden wir einen alten Lagerplatz und eine Steinplatte, die schon oft bewegt wurde, den Kratzspuren an ihren Rändern nach. Vielleicht der Eingang in das Grab? Raidriel und Rosabella kundschaften das Hügelgrab aus, um einen Eingang zu finden und kommen unverrichteter Dinge zum Rastplatz zurück.
Da wir den Vertrag mit dem Troll recht bald als erledigt abhaken möchten, einigen wir uns auf einen Abstieg in das Hügelgrab so lange wir noch Tageslicht haben. Mit vereinten Kräften schieben wir die Steinplatte vom Eingang und klettern an Raidriels Tau in die modrigen Tiefen, während sie vorsichtshalber am Eingang Wache hält, anlässlich der Warge, die so gar nicht wolfsartig, in einem Bau in der Nähe sitzen wie die Kaninchen.
Ich stelle mich beim Klettern peinlich ungeschickt an und wäre fast auf die arme Rapolda Rododendrona gefallen, die ohnehin wieder mal völlig überlastet von der Gesamtsituation ist. Rumpelbeere und Rosabella erweisen sich abermals als gute Spürnasen und finden neben alten Rucksäcken mit Schriftstücken, auf denen Gorlanc der Hexenmeister, der mit dem verschlagenen Alten Troll in Verbindung steht, Anweisungen festgehalten hat und Goldmünzen auch eine versteckte Steinplatte.
Derweil fällt Rapolda geräuschvoll kopfüber in ein Steingrab und findet dort Nichts außer Knochen und Staub. Als Rosabella und Rumpelbeere die Steinplatte verschieben, legen sie ein unentdecktes und komplett überflutetes Grab frei, in dessen Tiefen es verheißungsvoll funkelt und glitzert… und so beginnt eine spannende Tauchlotterie.
Rumpelbeere geht als Erste unter Wasser, scheucht ein Gespenst auf, das nach ihr greift und hält beim Auftauchen eine Smaragdkette nach Elbenart in ihrer Hand (ein magisches Artefakt), ich tauche als Nächste und ergattere eine alte goldene Siegelkette aus Arthedain, der Vorfahren der Dunedain (20 Schatzpunkte), die ich bei Gelegenheit unseren Ältesten vorlegen werde. Rosabella ertaucht sich Münzen und Schmucksteine, Rapolda einen feinen Silberring mit Edelstein.
Die Sache beginnt mir Spaß zu machen, spannender als jedes Würfelspiel und ich sehe an Rumpelbeeres glänzenden Augen, dass sie ebenfalls das Tauchlotteriefieber gepackt hat. Auch Rosabella geht ein weiteres Mal ins Wasser. Sie findet einen weiteren Ring, diesmal elbischer Machart mit einer Perle (magisches Artefakt). Rumpelbeere und ich fischen Perlen, Edelsteine (20 Schatzpunkte) und einen weiteren Ring aus dem Grab.
Nun ist auch Raidriel neugierig geworden und verlässt ihren Wachposten, um sich die Sache anzuschauen, ein fataler Fehler, wie sich herausstellen wird, aber wir sind nicht die ersten in der Geschichte, denen die Lust am Grabplündern zum Verhängnis wurde….
Zunächst ertauchen Raidriel und ich uns sehr wunderbare Waffen und dann möchte Rosabella es nochmal wissen. Die ärmste wird von Geistern im Wasser in die Tiefe gezogen und ertrinkt fast. Rumpelbeere und Raidriel können sie nur mit knapper Not zurück an die Oberfläche holen. Sie hält ein paar völlig unversehrte Elbenstiefel in den Händen.
Es könnte jetzt so schön und spaßig sein, die eine ertaucht Perlen, die Nächste nur Schuhe… grad überlegen wir, wer als Nächste ihr Glück versuchen möchte, DA POLTERT MIT GROSSEM RADAU Tom Schwachkopf, der große “uns in Schwierigkeiten Bringer” in das Grab und tut damit was? Überraschung, er bringt uns in Schwierigkeiten.
Er hat eine Gruppe von Wegelagerern um einen zwielichtigen Zwerg hergeschleppt, die uns nun erpressen und uns nur unter Herausgabe aller gefundenen Schätze und all unserer Waffen aus dem Grab gehen lassen wollen. Ob sie mit „gehen lassen“ auch „am Leben lassen“ meinen ist meiner Einschätzung nach mehr als zweifelhaft.
Tom wollen sie sterben lassen, das kann ich im Moment mehr als gut nachvollziehen, allerdings würde sein Vater mir sehr leid tun, wenn wir ihm vom Tod seines Sohnes berichten müssten. Kein Vater sollte sein Kind beerdigen müssen. Ob wir ihn allerdings hier lebend rausbekommen ist mir nicht klar, mit ist nicht einmal klar, ob wir überhaupt uns selber retten können.
Nachts wird immer wieder die Steinplatte einen Spalt bei Seite geschoben und irgendwelche Lumpen erkundigen sich ob wir aufgeben möchten. Wir lehnen jedes Mal ab und ich frage mich wie zahnlos die Warge aus dem Nachbarbau denn bitte sind. Warum greifen sie dieses dreckige Dutzend da oben nicht an?
Rosabella kommt auf die Idee, dass die Strömung, die man im gefluteten Grab spüren konnte, auf einen tief im Wasser liegenden Ausgang hinweisen könnte. Sie meint außerdem, dass ein auf die Wasseroberfläche gelegtes Seil dorthin treiben würde, wo die Strömung herkommt und so einen Hinweis auf die Stelle geben kann.
Ich erkläre mich bereit nach dem Ausgang zu tauchen. Bevor ich mit den Tauchgängen beginne erkenne ich auf dem Steinsarg ein Symbol aus Arthedain. Ruht hier ein hochrangiger Dunedain? Was mag er getan haben, um derart versteckt in einem Moor begraben zu werden und in Vergessenheit zu geraten?
Nach mehreren anstrengenden Tauchgängen finde ich tatsächlich einen Ausgang. Er ist zu klein und schmal für uns Menschen, aber Hobbits oder Zwerge könnten hindurch passen. Rapolda nimmt all ihren Mut zusammen und stimmt zu, als wir beraten ob sie den Ausgang erkunden soll. Wir binden mehrere aneinander geknotete Taue an ihr fest und ich ziehe sie so schnell ich kann nach unten zum Ausgang, um ihr Atemluft einzusparen.
Während ich wieder zur Wasseroberfläche tauche sehe ich die Geister, die den Steinsarg zu bewachen scheinen. So lange man dem Sarg nicht zu nah kommt lassen sie uns bei unseren Tauchgängen gewähren. Eine Weile nach Rapoldas Verschwinden spannt sich das Tau ganz straff. Ansonsten passiert Nichts.
Erst jetzt fällt uns ein, dass das Verabreden verschiedener Signale gescheit gewesen wäre. Rumpelbeere macht sich Sorgen und deshalb einen Köpper ins Wasser und verschwindet. Sie taucht nicht mehr auf. Nach einer Ewigkeit ruckt das Tau dreimal. Wir wissen immerhin nun, dass die beiden leben.
Was wir nicht wissen, Rapolda arbeitete sich tapfer durch Schlamm und Erde und konnte mit letzter Kraft im Moor auftauchen. Bald musste sie sich vor den Mitgliedern des dreckigen Dutzends verstecken und während sie eine gefühlte Ewigkeit keinerlei Ideen hatte was nun zu tun ist, taucht laut prustend und nach Luft schnappend Rumpelbeere neben ihr auf.
Sie hatte sich mit ihrem zwergischen Dickschädel durch den Ausgang gerammt, war darin stecken geblieben, fast erstickt und nun brauchen ihre Lungen Luft, Luft, Luft. Rapolda drückt sie schnell unter Wasser….



