Kein Weg hinaus I – Sie haben Post

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31. Mai im Jahre des Herrn 1733 – unterw. v. Gasthaus Straußenfeder Richtg. Waldenau

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Dhrevqn Yhpín, ra zbzragbf pbzb rfgr zr qbl phragn qr ahrib, ybf gvrzcbf fba bfphebf. Primero nuestro viaje se vio obstaculizado por esa monstruosidad de Baluzius, y luego pensamos que estábamos casi en Waldenau, cuando por la noche los cadáveres putrefactos se acercaron a nosotros, auf einer Straße, welche nicht mehr dieselbe wie vor wenigen Minuten zu seien scheint.
Aus dem Nebel steigen die Leiber auf die Straßenränder. Compañero Johann Willhelm Gerbrand setzt einen beherzten Schuss auf die Menge an, welcher ihr das gammelige Fleisch von den Knochen flammt,sodass Roland und ich uns um die übrig gebliebenen kümmern können.
Doch es kommen mehr, viel mehr. Sollen wir uns ihnen stellen oder mit dem Karren durch den Pulk preschen und Zuflucht suchen. Schließlich haben wir noch das Mädchen und diesen quengligen Postboten Heinrich Junkers bei uns, der in diesem Moment keine große Hilfe ist. Als wir realisieren, dass der Nachschub an wandelnden Leichen nicht enden würde, entschließen wir uns für letzteres.
Der Musketenmeister, als unsere Speerspitze, soll uns die Schneise schießen. Die Muertos Vivientes können dem flammenden Schwarzpulver wenig entgegensetzen. So hastet die Gruppe schnell durch die entstandene Lücke, welche sich bereits wieder, schier durch den Andrang aus den Seiten, zu schließen wähnt. In einem Moment der Unachtsamkeit bohrt sich eine Pranke des toten Fleisches in das lebendige von unserem JohannRoland kann den modernden Arm noch durchtrennen, doch die Wunde ist bereits verursacht. Gut, dass Karl ihn wieder kampfbereit aufstellen kann, sollte es von Nöten sein.

Ungewiss, was uns weiter erwarten wird, rennen wir die Straße in das Unbekannte herunter. Ein Unbekanntes, was so ziemlich jede unserer Hoffnung hinter seiner Nebelwand einbehält. Wer gut zielen will muss auch gute Augen haben. Und so lässt Señor Mosquete die Hoffnung wieder aufleben, als er uns auf ein Licht in der Ferne aufmerksam macht. “Bitte lass es diesmal ein Haus mit wohlgesonnenen Menschen sein”, denke ich mir, denn die Horde aus Untoten verfolgt uns langsam aber stetig. Wir kommen dem Licht näher und es lässt sich bald erkennen, dass es sich um ein Wirtshaus handelt. Als alle durch das Eingangstor in den Hof gelangt sind, verbarrikadieren Roland und ich dieses, um dem Unheil Einhalt gebieten zu können. Gleich darauf stürze ich auf das Wirtshaus zu, um möglichst viele wehrhafte Recken mobilisieren zu können, die sich mit uns der Gefahr entgegenstellen. Der erste Blick durch das Fenster lässt mich hoffen: gut gerüstete Männer bei einem entspannten Gelage. Doch als ich etwas in das Geschehen hineinhorche, schnappe ich Worte wie “erbeutet” auf, und wenn ich mich recht erinnere, haben die Schwarzfedern solche auch schon verwendet, als sie rechtschaffene Bürger ausgeraubt haben. Doch es bleibt uns keine Wahl, wir brauchen Mitstreiter gegen die endlosen Mengen der Bedrängnis. So öffne ich die Tür mit angespanntem Herzen und trete ein. Doch… niemand ist mehr da, alles ist Dunkel, soll das wieder einer dieser zeitlichen Hipos sein, welcher uns schon auf dem Weg zuvor auffiel.
Der Esel mit dem Karren sind sorgfältig angebunden worden. Kurze Zeit später treten auch meine Begleiter, mit der Señorita in den Armen, ein. Agradezca a la madre, wir wurden nicht durch diese widernatürliche Zauberei getrennt. Ein ekeliger Gestank steigt uns in die Nase, dessen ausgelösten Würgereiz wir nur schwer zu unterdrücken vermögen. Eine Note aus Gewürzen, Kräutern und vergammeltem Fleisch.
Wir entzünden unsere Laternen; entdecken an der Decke hängende Netze gefüllt mit Kräutern, Gewürzen und bis auf das Skelet heruntergegammelte Kadaver neben Schädel und Schrumpfköpfen. Auch eine Mädchenleiche ist darin zu entdecken. Karl Auenthal ist der einzige, den das recht unbeeindruckt lässt. Du weißt schon, dieser loco Junge, viel Ahnung von Medizin und Wissenschaft, ist sehr rational, wie auch in diesem Fall. Mir manchmal zu rational. Erinnerst du dich noch an den Brief, in dem ich entsetzt davon war, wie unbeeindruckt er den Schädel eines Schergen zerplatzen ließ ohne, dass er eine direkte Bedrohung darstellte… wie sagte Marino noch zu unserem Henker… psicópata? Ich werde mir jedenfalls besser nichts anmerken lassen und etwas Abstand zu dem Jungen halten… Dieser jenige welche macht sich gleich auf, die Leiche auf Tätowierungen zu untersuchen. Er will wissen ob es sich bei dem Mädchen um dasselbe handelt, wie das bewusstlose in unserer Begleitung – nur aus einer anderen Zeit. Eindeutige Beweise gibt es dafür jedoch nicht. Ist es eigentlich noch dasselbe, wenn es dasselbe ist aber aus einer anderen Zeit? Es erreichte uns schon vorher der Verdacht, dass wir uns nicht mehr in der ursprünglichen Zeit aufhalten. Ist dir so etwas schon mal mit deinen Faustkumpanen passiert? Verrückte Geschichte, ¿verdad?
Ein Blick aus dem Fenster sorgt nicht gerade für ein ruhiges Gemüt. Die wandelnden Toten quellen langsam über die Mauern und die ersten schleppen ihr Gebein in unsere Richtung.
Roland und ich müssen unser Reittier hereinholen, bevor es den fauligen Gesellen zum Opfer fällt. So eilen wir hinaus, um dem Unpaarhufer in etwas mehr Schutz geleiten zu können.
Im Inneren der Schänke erheischt eine beschlagene Holztruhe, deren Alter nicht der sonstigen Umgebung entsprechen mag, die Aufmerksamkeit der dort verbliebenen. Heinrich graust der Gedanke, dass diese Truhe geöffnet wird und unterlässt auch keine Gelegenheit uns das mitzuteilen. Karl und Johann wollen nun mehr Klarheit und drängen den verängstigten Boten seine Tasche auszuhändigen. Nach einer kurzen aber intensiven Diskussion ist dieser dazu dann auch bereit. Ein genauerer Blick auf die darin enthaltenen Schriften erhärtet den Verdacht, dass wir uns nicht mehr im Jahre 1733 aufhalten. Die Briefe tragen Daten aus dem Jahre 1722. Als wir wieder aus dem Stall mit unseren Muli zurück sind, können wir das uns neu berichtete nicht glauben, sodass ich Heinrich einfach nochmal nach dem Jahr fragen muss, in dem er sich wähnt zu befinden. In dem verängstigten Gestammel ließ sich eindeutig die Jahreszahl “1722” heraushören. Ich beschreibe ihm die Söldner, welche ich durch das Fenster von außen sehen konnte und frage ob das die Männer gewesen sein könnten, die ihn überfallen haben. Er schien sich erst nicht ganz sicher, lässt dann jedoch durchblicken, dass es sich tatsächlich um dieselben Leute handeln mag. Nun hält unseren Señor con el hombre de las pelotas nichts mehr davon ab die Truhe zu öffnen. Mit einem gezielten Schlag des Waffenschaftes auf das Schloss ist sie geöffnet. Der Anblick des Inhalts ist kein erfreulicher, besonders nicht für Junkers. Leider können wir ihn nicht rechtzeitig davon abhalten das Innere in Augenschein zu nehmen. In der Kiste liegt eine Version von ihm, nur in tot.

Eine eisige Kälte überkommt uns und die Laternen erlöschen. Aus der Dunkelheit ertönt eine krächzende Stimme “Welch Dreistigkeit, hier in mein Hab und Gut einzudringen…”. Die darauffolgenden Blitze lassen den Raum gleißend erhellen und leider auch das Antlitz dieser “Señora”, der diese lieblichen Worte entfleuchen. Eine hässliche Gestalt, wohl weiblichen Ursprungs, starrt uns mit ihren glibberigen Augen an. No le desearía eso a mi peor enemigo como suegra. Sind das Warzen auf ihrem fast nackten glitschigen Körper oder doch nur etwas Körper unter einem Meer aus Warzen und Moder. Die Sumpfhexe macht keine Anstalten um uns sogleich mit ihrer unheilvollen Magie in stacheligen Ranken verfangen zu wollen. Auch wenn wir den Fängen entfliehen können, so sind wir nicht in der Lage, uns der krank machenden, und Johann sogar der vergiftenden, Wirkung zu entziehen. Karl, seine Tränke immer griffbereit, kann uns jedoch rápidamente Linderung verschaffen. Jetzt gilt es flink zu handeln, bevor die Hexe erneut zuschlagen kann. El Mosquetero setzt erneut an und verpasst der Glitschigen eine gehörige Ladung Blei. Leider ist sie noch zu glitschig, sodass mein Degen an ihr abrutscht; wie unsere Löffel an Pedros Flan. Ich muss sie dennoch schmerzhaft getroffen haben. Wieso sonst ist sie danach so in Rage geraten. Ihre krächzende Stimme ätzt ihren Fluch in meine Knochen. Mir fehlt die Kraft für einen sicheren Stand. Gleich darauf fällt sie Roland an. Doch hat sie nicht mit dem flammenden Schwert des rüstigen Priesters gerechnet. Es sengt sich in ihre Brust und lässt ihre Fratze vor Schmerz noch hässlicher aussehen als sie es ohnehin schon war. So ist es für Johann nun ein Leichtes ihr den Rest zu geben. Seine finale Kugel birst das Ungetüm auseinander und es kehrt Stille ein.
Als wir wieder unsere Laternen entzünden liegt an der Stelle der abgelebten Hexe eine Frau in ihren besten Jahren. Wir schwenken die Lichter umher um uns einen weiteren Überblick zu verschaffen – das Mädchen in unserer Obhut ist nicht mehr an ihrem Fleck, ganz im Gegensatz zu unserem kauernden Heinrich.
Wie weit ist eigentlich die Horde Untoter bereits vorgedrungen? Wir schauen aus dem Fenster….

Meine Compañeros rufen nach mir. Gib mir Bescheid, sobald du was von Marino erfährst.
Ich hoffe dir geht es gut und du konntest deinen Zwist mit dem Señor Steinmeier beilegen.

Dein Dir verbundener Bruder,
Ignacio

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