Der Tzeentch-Tempel unter dem Gasthaus

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13.September, zwischen Grünburg und Altdorf, Reikland, nachts

Durek weckt alle anderen auf, was sich aber als äußert schwierig erweist. Offensichtlich sind wir mit irgendeinem Mittel betäubt worden, das dem Essen oder den Getränken beigemischt war. Noch etwas duselig im Kopf greifen wir uns unsere Waffen und verlassen das Zimmer. Die Tür ist verschlossen, doch offensichtlich hatten wir Glück. In einem der anderen Räume finden wir auf dem Boden und in den Betten frische Blutlachen. Hier sind offensichtlich die Schlafenden ermordet und weggeschafft worden. Der Flur weist größere Flecken auf, ist aber gesäubert worden. Ein verschlossenen und einen leeren Raum finden wir noch, aber keine Menschen. Dafür hören wir weiterhin den Gesang.

Reinhard murmelt ein paar Worte und in seiner linken Hand entsteht ein helles Licht. Caelhir schleicht die Treppe nach unten, stößt dabei aber an einen metallenen Nachttopf, der scheppernd die Treppe hinunter kullert. Wir halten inne, doch es passiert nichts, der Gesang geht unvermindert weiter. Unten ist niemand zu sehen, so dass wir alle hinuntergehen.

Das Erdgeschoss ist komplett verwaist. Der Schankraum ist leer, aufgeräumt wurde hier nicht. Auch die Küche sieht genauso aus. Hier wird der Gesang etwas lauter, und scheint aus dem Keller zu kommen. Die Kellertreppe haben wir allerdings nicht gefunden. Also sehen wir uns die Küche genauer an.

Der Küchenboden ist nass, in der Ecke stehen ein Mopp und ein Eimer mit blutrotem Wasser. Die Küche scheint für einen Zwerg oder Halbling eingerichtet zu sein, denn die Arbeitstische sind alle sehr niedrig. In der Ecke finden wir unter einem Tisch eine Luke. Diese führt in den Keller und hier wird der Gesang jetzt laut und deutlich. Es scheint irgendein Ritual angehalten zu werden. Ich verrammle die Türen, damit uns niemand in den Rücken fallen kann und wir steigen hinab.

Durek geht voran, die Treppe quietscht sehr laut. Doch wieder scheint das niemand wahr zu nehmen. Der Keller ist eindeutig ein Lagerraum mit Fässern und Kisten. Auf dem Boden sehen frische Blutspuren und in der Ecke eine offene Luke nach unten, aus der der Gesang jetzt laut und deutlich zu hören ist. Zudem strahlt von dort ein violettes Licht in den Keller.

Es führt ein Leiter nach unten. Ich stecke der Kopf durch die Öffnung uns riskiere einen Blick. Was ich sehe, lässt mich erschaudern.

Ich sehe eine natürliche, ovale Höhle, die Leiter ist in etwa in der Mitte des Raumes. Auf der einen Seite steht ein Altar, vor dem einige gefesselte Gestalten liegen, darunter sind der Wirt und ein Halbling zu erkennen und auch einige Leichen. Zumindest lässt die Blutmenge am Boden darauf schließen.

Auf der anderen Seite der Höhle wird es schauerlich. Hier stehen insgesamt fünf Personen in dunklen Roben, von denen der Gesang ausgeht. Einer Person, von der ich aber nur das Profil erkennen kann, scheint ein bleiches Schädelgesicht zu haben, eine andere acht Arme. Normal sehen alle nicht aus. Auf dem Boden ist ein Achteck gemalt und darin das Symbol, dass wir auch auf dem Brief gesehen haben. Wir erkennen es jetzt auch: es ist das Symbol von Tzeentch!

Von dem, was auf dem Symbol steht, bekomme ich einen Riesenschreck! Hier steht eine etwa zwei Meter große Statue, die in bläulich-violettem Licht pulsiert. Die Statue verschwimmt immer wieder und scheint dadurch lebendig zu werden. Hier ist eine Beschwörung im Gange und das wird garantiert kein Engel!

Durek wirkt wenig beeindruckt, rutscht die Leiter herab und greift die erste Person an, die direkt neben der Leiter steht. Es handelt sich um die Person mit dem Schädelgesicht, welches sich auch als ein selbiges herausstellt. Mit einem gewaltigen Schwung seiner Axt haut Durek ihn einfach um.

Wir folgen Durek eilig hinunter während die anderen Personen ihren Gesang abbrechen und uns angreifen. Wir erkennen Otto und Fagor. Letzterer greift Caelhir an, der allerdings geschickt ausweicht und Fagor schwer verletzt. Otto greift mich an und kann mich leicht verletzten, der Spinnenmutant versucht es bei Durek, der den Mutanten aber auskontert und verletzt um ihm dann den Rest zu geben. Reinhard und ich ringen Otto nieder, Caelhir tötet Fagor, die letzte Kreatur löst sich irgendwie auf, die Robe fällt leer zu Boden.

Alle Chaosanhänger sind tot. Leider scheinen sie aber ihr Beschwörungs-Ritual beendet zu haben, denn Reinhard fällt auf, dass die Statue aufhört zu schimmern und etwas aus ihr herauskommt, das uns das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein Dämon. Wir sehen mehrere Köpfe, gummiartige, lange Arme und eine unheilige Aura.

Während Durek schon die Axt hebt, murmele ich noch ein kurzes Stoßgebet und wir greifen das Monster an. Es ist schnell, teilt mächtig aus, doch mit vereinten Kräften besiegen wir es. Woraufhin es sich teilt und zwei kleine Horror vor uns schweben. Durek erhält einen leichten Treffer, Reinhard kann allerdings den Angriff des anderen abwehren und schwer verletzen, woraufhin es mit einem Plopp! zerplatzt und eine blaue Flüssigkeit auf dem Boden hinterlässt. Der zweite Horror entpuppt sich als zäher, er kann Durek und mich schwer verletzen, doch schlussendlich ist es wieder Reinhard, der den Horror zum platzen bringt.

Schwer atmend und blutend stehen wir vor den Pfützen, die Statue glänzt in einer Jadefarbe. Bevor wir und verbinden, werfen wir sie um, so dass sie in tausend Stücke zerspringt. Das Achteck ist noch da, aber es scheint jetzt keine Macht mehr von diesem Ort auszugehen. Wir verbinden uns, ich heile die anderen so gut ich kann, dann sehen wir uns um.

Die meisten Leichen sind von Reisenden, die hier nächtigen wollten und im Schlaf ermordet wurden. Unter den Gefesselten sind noch einige Lebende, unter anderem das Wirtsehepaar und der Koch. Alle schlafen tief und fest, sind also offensichtlich auch betäubt worden.

An einer Seite steht ein Bücherregal mit einigen dunklen Schriften, unter anderem der Chronik dieses Tempels. Der existiert schon hunderte Jahre; das Gasthaus wurde später, vielleicht als Tarnung, darüber errichtet. Des Weiteren eine Chronik eines Kultes namens „Die Kriecher der Dunkelheit“. Alle Mitglieder sind Mutanten, wie wir ja selbst sehen konnten. Reinhard findet in den Roben der Kultisten, die alle billig gearbeitet sind, das selbe gestickte Symbol. Mir fällt in einer Wand ein loser Stein auf, den ich entfernen kann. Dahinter kommt ein Beutel zum Vorschein, der eine Phiole mit schwarzer Flüssigkeit enthalt und eine kleine Truhe, mit Gold- und Silbermünzen, die wir unter uns aufteilen.

Wir bringen die Lebenden nach oben, verrammeln den Keller und legen uns schlafen, da wir doch verletzt und sehr geschafft sind. Reinhard hält Wache, er blieb unverletzt.


14.September, zwischen Grünburg und Altdorf, Reikland

Am nächsten Morgen sind alle wach, auch das Wirtspaar und der Koch. Alle sind einerseits überglücklich, noch zu leben anderseits auch geschockt, dass unter dem Gasthaus ein Chaos-Kultort liegt. Sie sind uns sehr dankbar und wir haben im Gasthaus auf Lebenszeit freie Kost und Logis. Der Halbling kennt sich etwas aus und weiß, dass das Schlafgift Kurts heißt. Ein Knecht und eine Magd haben ebenfalls alle überlebt und bei einem kräftigenden Frühstück erzählen uns alle, was vor unserer Ankunft passiert ist.

Jinters ist ihnen unbekannt und unter den Mutanten war er auch nicht. Der ist offensichtlich entkommen. Otto und Fagor waren zunächst Gäste, haben es dann aber geschafft, alle andern zu betäuben und sich selber als Wirte ausgegeben.

Nach dem Frühstück kommt ein Trupp von vier Straßenwächtern in das Gasthaus. Wir berichten von unserem Fund und zeigen dem Anführer Manfred Kessler den Keller. Hans Jinters ist auch den Wächtern unbekannt. Kessler rät uns, beim Magistrat in Volgen vorzusprechen und über die Ereignisse zu berichten. Dann verabschieden sich die Wächter, wir ebenso, nachdem uns der Wirt noch mit Proviant versorgt hat, in Richtung Volgen.

Der weitere Tag verläuft ereignislos, wir treffen niemanden. Die Wächter erzählten uns von einem Schrein des Taal, den wir abends erreichen sollten. Doch da wir erst spät aufgebrochen sind, ist weit und breit nichts zu sehen. Wir machen Licht und gehen weiter, da es durch den Sturm noch sehr nass und matschig ist. Erst gegen Mitternacht erreichen wir den Schrein, der kreisrund ist und etwa drei Meter Durchmesser hat. Er hat ein Dach, worüber wir froh sind, da es wieder leicht nieselt, und ein Fell als Tür, drinnen ist es trocken. Wir sehen einen kleinen Altar, wo ich ein kurzes Gebet spreche. Dann machen wir ein kleines Feuer, Essen etwas und legen uns schlafen.

Während Caelhirs Wache hört er plötzlich etwas. Eine Stimme. Er geht hinaus, hört die Stimme, sieht aber nichts, immerhin scheint der Mond und wirft etwas fahlen Licht in den Wald. Als Caelhir um die Hütte herumgeht, sieht er eine Gestalt zwischen den Bäumen. Ein Mann, auf den ersten Blick verletzt. Als Caelhir ihn anruft, kommt er näher. Es ist ein Mann, um die 30 mit heller Haut und dunklen Haaren. Er hat mehrere Wunden, unter anderem fehlt seine rechte Hand und er hat einen tiefen Schnitt im Hals, wodurch offensichtlich wird, dass er ziemlich tot ist. Zudem geht er durch Bäume, während er sich Caelhir nähert. Aggressiv ist er nicht.

Caelhir weckt uns und wir folgen ihm nach draußen. Der Mann spricht uns an, er möchte Hilfe und bittet uns, seine Leiche zu finden und zu bestatten, damit er Ruhe finden kann. Leider weiß er nicht, wo die sein soll, nicht mal, wie er hieß. Seine Kleidung schien hochwertig gewesen zu sein, der Mantel mit Pelzbesatz. Durek fällt noch das Zeichen der Straßenwächter am Mantel auf. Wir sagen ihm Hilfe zu, obwohl wir keine Ahnung haben, wo wir suchen sollen geschweige denn, uns hier im Wald auskennen. Dann legen wir uns wieder schlafen.


15.September, zwischen Grünburg und Altdorf, Reikland

Am nächsten Morgen machen wir uns, noch immer etwas verwirrt von der Begegnung letzte Nacht, Frühstück. Da hören wir Schritte, eine junge Frau steckt den Kopf zur Tür hinein und begrüßt uns freundlich. Sie ist wie eine Jägerin gekleidet und führt einen Bogen. Sei heißt Emma und sucht einen Kopfgeldjäger, dessen Beschreibung auf den Geist letzte Nacht passt. Der Tod des Mannes berührt sie nicht. Sie sucht ihn, weil dieser ihren Gefährten Klaus festgenommen und in Volgen ins Gefängnis gebracht hat. Klaus hatte etwas Essen gestohlen.

Sie muss, aus irgendwelchen Gründen, Klaus bis zum morgigen Abend befreien. Sie bittet uns, ihr zu helfen, dafür sagt sie uns Hilfe bei der Suche der Leiche zu. Sie hat einige Gefährten des Waldes, wohl Tiere, die dabei gut helfen können.

Da die Leiche ja tot ist und der Gefährte von Emma noch lebt, sagen wir ihr zu und Reisen mit ihr zusammen weiter nach Volgen. Unterwegs erzählt sie, dass Klaus und sie schon länger Gefährten sind. Sie erwähnt dabei immer wieder die Dringlichkeit „vor dem morgigen Abend“. In der übernächsten Nacht wäre Vollmond, hat das etwas damit zu tun? Durek spricht sie darauf direkt an und sie scheint ertappt. Dann rückt sie aber mit der ganzen Wahrheit heraus. Sie ist eine Wandlerin, ebenso wie Klaus. Beide können sich in eine Wildkatze verwandeln, aber im Gegensatz zu ihr kann Klaus das nicht kontrollieren. Im Vollmond wird er sich wahrscheinlich verwandeln und wenn er dann im Gefängnis ist, könnte er für ein Chaoswesen gehalten und getötet werden. Und das will sie verhindern. Wenn es nicht mit guten Worten oder Geld funktioniert, ist sie auch bereit, dort einzubrechen, um ihn zu befreien. Auch dafür bittet sie um unsere Hilfe, die wir ihr allerdings nicht zusagen.

Am Abend erreichen wir endlich Volgen. Etwas südlich liegt von Feldern umgeben das Dorf Suderheim, das vielleicht 200 Einwohner hat. Volgen selbst ist eine kleine Stadt mit vielleicht 1.000 Einwohnern, pittoresk am Fluss gelegen. Den müssen wir noch mittels Fähre überqueren und stehen vor dem Stadttor.

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