Die Dunkle Halle XV – In Lauerstellung

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Nach dem Gespräch mit Fjaellgard Faenwulfsdottir fasste Styrvake einen Entschluss. Die Skaldin hatte recht, es war Zeit Geschichte zu schreiben und seinen Leuten hier Mut und Zuversicht einzuflössen. Es war Zeit Olgerda effektvoll umzubringen.

Er rief seine Hetgardisten zusammen und hieß sie die Friedlose her zu bringen. In einer knappen Ansprache forderte er sie auf zu zeigen, ob sie denn überhaupt geeignet sei Hetfrau der Hetleute zu werden. In Thorwal gäbe es dafür nur eine geeignete Art dass unmissverständlich zu beweisen. Die Gardisten bildeten einen Kreis in den sich auch Styrvakes Gefährten einreihten. Olgerda wählte Schwert und Schild und machte sich kampfbereit. Styrvake hingegen gab seine Orknase an Sheanna und seine Barbarenaxt an Tsaekal, ging kurz aus dem Kampfkreis heraus und kam mit einem Spaten wieder. Ein Raunen ging durch den Ring der Gardisten. Mit einem mitleidigen Blick brach Styrvake noch die metallene Schaufel des Spaten ab und hatte dann nur noch einen einfachen Knüppel in der Hand. Er sprach zu Olgerda “Mit deinem Blut werde ich keine Waffe besudeln” und griff sie danach unmittelbar an. Beseelt von übermenschlicher Kraft traf er Olgerda schwer in die Rippen, doch auch Olgerda traf mit ihrem Schwert und fügte dem Throwaler eine kleine Wunde zu. “Komm Olgerda, streng dich wenigstens etwas an” verhöhnte Styrvake seine Gegnerin und warf provokant den Knüppel von der rechten in seine linke Hand. Man sah in den Augen der Friedlosen, dass sie ahnte, dies würden ihre letzten Sekunden auf Erden sein. Man muss ihr hoch anrechnen, dass sie nicht versuchte zu fliehen. Gerade zu geschäftsmäßig tat Styrvake das, was er sich vorgenommen hatte. Er brachte Olgerda um. Und durch die eisige Höhle gröhlten die Stimmen der Gardisten und seiner Freunde: Blutaxt. Blutaxt. Blutaxt….

Nachdem sich die Gemüter danach wieder etwas beruhigt hatten, beriet man nochmal über den Plan. Im Wesentlichen war unklar wie man an den Kelch der Rahja herankommen könnte. Doch da kein wirklicher plausibler Plan bei rum kam, blieb man bei dem was man gerade akut tun wollte nämlich Askil aus der Höhle hohlen. Styrvake war eh ziemlich darauf bedacht seiner Mentorin zu entsprechen und am nächsten morgen mit der Axt in seinen Händen am Strand zu stehen. Obwohl etwas mehr Unruhe im Lager war, dass verunreinigte Trinkwasser tat seinen gewünschten Effekt, kam man ohne Probleme wieder in die Dunkle Halle. Es machte den Eindruck als würde das Eis wachsen, sonst war aber alles wie immer. Die eingefrorenen Tronde, Wolfsmond, Ulfgard, Diundavar, Kaarukijo und Dermot standen immer noch an Ort und Stelle. Lyoscho hatte anscheinend über Nacht etwas hinzu gelernt, denn nun war er in der Lage Eis zu verformen, sogar dieses von Nagrach verfluchte. Allerdings dauerte das Ritual etwa 20 Minuten bis ein Kanal sich bis zu Askil heraus gebildet hatte. Styrvake wollte eigentlich der mitgekommenen Faenwulfsdottir den Vortritt lassen, doch die lehnte ab. So ergriff der Thorwaler die sagenumwobene Waffe und begann seltsame Sinneseindrücke zu haben. Da war für einen kurzen Moment Meeresrauchen und das Blasen eines Wals zu hören. Aber geradezu penetrant hatte der Thorwaler das Gefühl beobachtet zu werden, was ihn regelmäßig umschauen ließ. Aus seinem Inneren hörte er die Stimme von Shirr’Khan “Ich hoffe du bist dieser Waffe würdig.” Lyoscho schloss das Eis wieder und man wollte die Höhle gerade verlassen als ein Beben die Wände erzittern ließ. Aus dem Abgrund des Eises hörte man Kettenrasseln. Offensichtlich suchte sich die Kalte Braut einen Weg aus ihrem Gefängnis. Ansonsten unbehelligt gelangte man zurück zum Lager und schlief den Rest der Nacht.

Am nächsten Morgen landete Tula von Skerdu östlich vom Lager an und hinterließ bei allen Anwesenden einen bleibenden wenn auch nicht unbedingt positiven Eindruck. Sie fragte über die jüngsten Geschehnisse und man berichtete ihr freimütig. Ein besonderes Problem hatte sie damit, dass der Schneefüsterer Grimring in seinem Besitz hatte. Das war ein echtes Problem meinte sie. Nichts desto trotz blieb man beim ursprünglichen Plan. Glorana musste mit dem Ritual beginnen, denn nur so konnten die Kräfte von Swafnir, Ifirn und Firun die Kalte Braut weiter in ihrem Gefängnis halten. Tula würde nicht mit nach unten in die Halle kommen, genauso wenig wie Hagen. Balthasar und Sheanna würden sich aber ein Amulett von einem Kultisten teilen und so an den Wachstatuen versuchen vorbei zu kommen. Hagen würde den Kristallschädel an sich nehmen, so dass Balthasar sich immer mal wieder auf ihn einstimmen konnte, damit Hagen in der Lage war Nachrichten seiner Beobachtungen zu senden. Kurz vor Aufbruch wurde der stets komatöse Skalde Iskir nun dann doch endlich wach und brabbelte von Visionen mit unklaren Ausgang  und von der Dunklen Halle und von Tronde. Im Großen und Ganzen aber nichts neues.

Wie geplant ging man des Nachts wieder in die Höhle und nahm auch noch den Runajasko Magier Wulfgrim, Fjaellgard und zwei Hetgardisten mit. Sollte es von Nöten sein würde Lyoscho einen Sphärenspalt öffnen in dem man sich verstecken könnte. Tatsächlich tauchten in dieser Nacht zeitweilig ein paar Leute auf, die anscheinend auch Grimring dabei hatten. Doch wir hielten uns wie abgesprochen zurück und warteten weiter auf die Ankunft Gloranas. Als Balthasar sich am nächsten Tag auf den Schädel einstimmte, konnte er sehen, dass weitere Schiffe in der Bucht lagen. Glorana war angekommen. Und tatsächlich dauerte es auch nicht mehr lange da hörten wir eine Vielzahl von Schritten durch die eisigen Hallen echoen. Glorana mit ihren Häschern und Paktierern versammelten sich im zentralen Raum der Dunklen Halle. Wir lagen auf der Lauer und mussten nur noch auf das passende Zeichen zum Angriff warten.

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