Die Belagerung von Sonnstatt – Teil 6

Schreibe eine Antwort

29.September 2954 DZ

Nachdem wir in der Nacht von unserem Ausfall zu den gegnerischen Katapulten zurückgekehrt sind startet bald ein erster Angriff der Belagerer. Mehrmals rennen kleinere Bilwiss–Scharen auf die Palisaden zu, schießen ein paar Brandpfeile ab und ziehen sich wieder zurück. Das ganze richtet wenig Schaden an, hält aber alle wach und drückt auf die Stimmung. Schließlich sind alle Brände gelöscht, auch die an den gegnerischen Katapulten, und eine unnatürliche Totenstille umgibt uns. Wir legen uns schlafen.

Wenig später werden wir geweckt, weil die Nachtwachen etwas merkwürdiges beobachten. Vom Lager des gegnerischen Feldherrn breitet sich ein grünes Leuchten aus. Von einem unheimlichen Singsang begleitet, breitet es sich durch die Umgegend und die gegnerischen Lager aus. Dann konzentriert es sich wieder und schießt als Strahl gen Himmel, wo es eine Wolke bildet, die in unsere Richtung zieht.

Über der Stadt entlädt sich die Wolke in Form eines Gewitters. Die grünlichen Blitze richten zwar nur wenig tatsächlichen schaden und Verletzungen an, aber die Moral der Stadtbewohner wird stark geschwächt.

Nach dem Gewitter folgen noch ein paar kleinere Überfälle durch Brandpfeile, die aber nur an unseren Nerven Schaden anrichten. Wir legen uns wieder hin.

30. September 2954 DZ

Morgens frühstücken wir mit Ceawin, Gonthar und anderen Anführern der Städter. Wir besprechen die weiteren Maßnahmen und sammeln vor allem Ideen zum Aufbau der Truppenmoral. Von den Tunnelbauern bekommen wir die Nachricht, dass dieser am Abend benutzbar sein wird.

Bei unseren Gegnern bleibt es weitgehend ruhig. Gegen Mittag zieht ein Reitertrupp aus ihrem östlichen Lager ab und verschwindet nach Osten. Und der Mumakil taucht einmal in Sichtweite der Stadt auf, was für ein gehöriges Aufsehen sorgt.

Später werden wir zum Haus der Verwundeten gerufen. Ein Mann, der nachts von einem der grünen Blitze getroffen wurde, verlangt uns zu sprechen. Als wir bei ihm sind leuchten seine Augen grün auf, sein Körper verkrampft und Magogs Stimme spricht aus seinem Mund zu uns. Sie fordert, dass wir aufgeben und uns zurückziehen und beteuert, dass niemand sterben müsste. Wir reagieren ablehnend, nehmen aber ein Angebot für Verhandlungen am Abend vor der Stadt an. Die Magie verlässt den Verwundeten, der dann von Roderic mit Hilfe des Stabs von Belegost geheilt wird.

Am Abend verlässt unsere Abordnung, bestehend aus Caewin, Roderic, Ferdibrand und Earendil, die Stadt und begibt sich zum vereinbarten Treffpunkt. Von der anderen Seite kommt ihnen Magog mit seiner Leibgarde entgegen. Magog ist ein großer Halbork. Seine orkischen Merkmale sind allerdings eher unauffällig, so dass er fast als Mensch durchgehen könnte. Er führt ein großes Zweihandschwert mit sich. Seine Leibgarde besteht aus Korsaren oder Schwarzen Numenorern, die mit Schwertern und Schilden bewaffnet sind. Erwartungsgemäß verläuft die Verhandlung ergebnislos.

In der Nacht kriechen wir durch den Tunnel, der zu einer leerstehenden Hütte vor den Palisaden führt. Dort besprechen wir uns und entscheiden uns dafür, die offenen Flächen weit zu umgehen und das Lager der Wildmenschen von Norden aus anzugreifen.

Roderic kundschaftet die Gegend aus und berichtet, dass ca. 100 Wildmenschen an 10 Lagern südlich eines Bauernhauses lagern, Das Bauernhaus, in dem anscheinend der Anführer haust, hat einen Eingang in der Nordwand. Dorthin geht es eine Strecke über offenes, aber unbeleuchtetes Feld. Wir entscheiden uns, bis zum Haus zu schleichen und uns dann aufzuteilen. Hergrim soll mit den Geisterkriegern die Lagerfeuer angreifen, während wir anderen durch den Eingang das Haus stürmen.

Kurz vor dem Haus werden wir durch Ranken aufgehalten, die versuchen uns zu umklammern. Das hat wohl die Bewohner des Hauses gewarnt, denn gerade, als sich Hergrim von uns getrennt hat und wir das Haus erreichen, öffnet sich die Tür und ein halbes Dutzend große Orks greift uns an. Kurze Zeit später fliegt ein Schwarm Raben aus dem Haus davon. Es entbrennt ein unbarmherziger Kampf, in dem wir hart bedrängt werden und unseren Schildbruder Hergrim schmerzlich vermissen. Doch letztendlich tragen wir den Sieg davon.

Print Friendly, PDF & Email

Teile diesen Beitrag

0 0 vote
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments