Die Belagerung von Sonnstatt – Teil 5

Schreibe eine Antwort

28. September des Jahres 2954 des Dritten Zeitalters
Sonnstatt, Ost-Bucht, Wilderland

Am Nachmittag begannen die Katapulte auf die Stadt zu feuern. Allerdings nicht mit Steinen oder Brandbomben, nein, es wurden Tierkadaver und Leichenteile als Munition genutzt. Die Belagerung von Sonnstatt hatte begonnen.

Mir gelang es glücklicherweise die Moral bei den Verteidigern hoch zu halten und so das Ziel der Belagerer zunichte zu machen. Die widerwärtig stinkenden Kadaver und Teile wurden aus den Straßen und von den Dächern gesammelt, um sie mit Schwung über den Wall nach draußen zu befördern. Außerdem begannen wir damit, mit unserem Katapult die Stellung der Gegner anzugreifen.

Die Zwerge waren bis zum Abend gut mit dem Tunnel voran gekommen, hatten ihn aber nicht vollenden können. Da uns die Katapulte das dringlichere Ziel zu sein schienen, schonten wir ihre Kräfte und ließen sie bis zum Morgen Pause machen.

Kurz vor Einbruch der Dämmerung berichteten die Wallwachen von einem Trupp mit etwa zehn Reitern, etwa gleich vielen großen Orks und einem Wagen, welche sich hinter dem östlichen Lager in den Wald schlugen. Wie es schien, war nun auch der Feldherr eingetroffen.

Nachdem sich die Nacht über Sonnstatt gelegt hatte, tauchten aus dem Westen und Süden Scharen von Bilwissen auf und begannen mit Brandpfeilen auf die Stadt zu feuern. Dem von Roderic und Earendil befehligten Gegenangriff unserer Schützen gelang es jedoch sie recht schnell zu vertreiben und ihnen empfindliche Verluste zuzufügen.

In der Schwärze der Nacht, begannen wir dann mit unserer Kommandoaktion. Zuerst schlich Roderic aus einem der Manntore heraus und erkundete den besten Weg zum östlichen Lager. Während seiner Abwesenheit, berichteten uns die Wallwachen von Aktivitäten, welche aus südwestlicher Richtung zu hören waren. Gemeinsam mit dem zurückgekehrten Roderic, bewegten wir uns dann später heimlich und leise durch das südliche Manntor in Richtung des Flusses, um an ihm entlang nach Osten vorzustoßen. Auf einem, die Bäume überragenden, Hügel im Südwesten, konnte Hergrimm einen der Neun auf seinem Pferd ausmachen, ein weiterer Hinweis, dass sich dort auch etwas zusammenbraute. Im Schutz des Schilfes, gelang es uns auf Bogenreichweite an das östliche Lager heran zu kommen. Im Schutz des Waldes und von Sonnstatt nicht auszumachen, entdeckten wir dann das grüne Leuchten des Feldherrenlagers an einem Gehöft. Da uns klar war, das wir es nicht schaffen würden uns mit dem kompletten Lager samt den Leibwächtern anzulegen, hielten wir uns an den gefassten Plan. Zuerst schalteten wir mit einer gezielten Pfeilsalve die beiden Wachen am südlichen Teil des Lagers aus. Dann bewegten wir uns leise weiter heran und probierten das Gleiche mit den beiden Wachen an den Katapulten. Die erste Wachen konnten wir leise niederstrecken, aber der zweiten gelang es, noch einen Warnruf abzusetzen. Jetzt musste alles schnell gehen und wir rannten auf die Katapulte zu. Während Roderic und Narvi mit schwungvollen Hieben die Schwungräder zerstörten, verteilten Hergrimm und ich das mitgebrachte Öl auf den Katapulten. Earendil hielt währenddessen die Augen und Ohren offen, damit wir nicht überrascht wurden. Kaum hatten wir die Katapulte in Brand gesteckt, stürmten auch schon die ersten Soldaten aus dem Lager. Wir nahmen die Beine in die Hand und eilten auf direktem Wege gen Sonnstatt. Die ungezielten Pfeile verfehlten uns in der Schwärze der Nacht allesamt. Die Späher, welche aus den Häusern auf den Weg sprangen, wurden von unseren Hieben und Stichen beiseite gefegte und vermochten uns auch nicht aufzuhalten. Lediglich etwas außer Atem, erreichten wir das südliche Tor.

Print Friendly, PDF & Email

Teile diesen Beitrag

0 0 vote
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments