Opfer eines harten Winters XVIII – Die Stadt der Ketten

Schreibe eine Antwort

Ein alter Gefährte der Mannschaft um unsere Helden tritt aus der Masse hervor. Ach Leif, diese Geschichte habe ich nun schon dutzende Male gehört, und jedes mal schmückst du sie mehr aus und beteuerst, du dichtest nichts dazu. Eines Tages wird es noch dabei Enden, dass ihr die Stadt im Alleingang eingenommen habt. Aber wir kommen nun zu meiner Lieblingsstelle, eurer Erzählung der Reisen.

Wenn ich mich richtig erinnere erzählte mir Magnus, dass als er mit Ubbo und seiner Truppe den Turm verließ, schon ein gegnerischer Trupp von 10 Mann, geführt von Thorfinn, auf sie wartete. Der Kampf verlief wild, Magnus vermochte es im Duell Thorfinn wie einen Fisch aufzuspießen, während Ubbo den Schlägen auswich und ihm den Weg frei machte. Anschließend begab sich der Trupp zu dir Leif, stark angekratzt, um gemeinsam zum Langhaus hoch zu rennen. Die ersten Langschiffe Von Jarl Hord Beinirsson kamen währenddessen im Hafen von Hirsk, der Stadt der Ketten, an.

Björn erzählte mir davon, wie er unten im Tunnel an den Kriegern vorbei gesprungen ist, um sich mit König Ari Stigsson persönlich zu duellieren. Er war nur nicht so mutig wie Björn und so sah man ihn umzingelt. Seine Krieger vermochten es nicht Björn auch nur ein Haar zu krümmen. Es war als hätte er auch hinten Augen, und so wich er entweder jedem Schlag der Krieger aus, oder steckte die Schläge weg als wären sie nur Kratzer einer Katze. König Ari und Björn waren ebenbürtige Krieger. Wo ihre Klingen sich kreuzten, sprühten Funken in die Luft, ein gezielter Streich folgte dem nächsten. Björn, von allen Seiten umringt und Hiebe einsteckend, konzentrierte sich nur auf König Ari, dem Kopf der Schlange.

Mit den scharfen Sinnen eines Wolfes, so sagte Björn am Lagerfeuer, konnte er zwischen dem Gesang der kreuzenden Klingen und Aris Wutschreien, im hinteren Gang Geräusche einer Kreatur ausmachen. Es war, als würde der Berserker gegen eine Bestie Kämpfen. Es dauerte nicht lange, als ein weinerlicher Schrei von Vagn den Gang erfüllte, er wurde wohl schwer getroffen. Seine Geliebte Hedriss läuft weinend und seinen Namen rufend zu ihm in den Gang und wirkt verzweifelt, als sie immer weiter läuft. Vom Berserker hört man nichts mehr.

König Ari musste wohl den Moment der Unachtsamkeit ausgenutzt haben und konnte Björn schwer verletzen. Wie ein wahrer Krieger teilte Björn weiter aus. Dieser Kampf schien ewig weiter zu gehen. Doch jeder der beiden Kämpfer musste einstecken, und man bemerkte, wie die Kräfte sie verlassen. Die beiden Krieger von Ari waren diesem ausdauernden Kampf nicht gewachsen. Sie schienen förmlich kraftlos zusammen zu sacken, ausgelaugt vom Kampf.

Es war, als würde Björn seinen Körper bis aufs letzte antreiben, als er mit letzter, fast übermenschlicher, Kraft König Ari sein Schild ins Gesicht und kurz gefolgt sein Schwert in die Brust jagte, es nach oben drückte und dadurch das Schicksal von Ari besiegelte. König Ari Stigsson starb den ehrenvollen Tod eines Kriegers, mit dem Schwert in der Hand. Osk und Dusk tauchten in Björns Blick auf, der kurzzeitig auf dem Boden zusammensackte. Gemeinsam gingen sie hinaus

In der Zwischenzeit haben Magnus und Ubbo mit  ihrem Trupp die Palisaden erreicht. Erst später erreichte Leif die Position. Dort angekommen sahen sie, wie Hedriss aus den Gewölben rannte, zum erschrecken der zwei, in Richtung der Klippen. Beide nahmen die Beine in die Hand, sie sahen auch wie Juren hinter Hedriss her war. Es musste nur einer von ihnen drei sie erreichen bevor das dumme Kind einen Fehler begeht. Ubbo und Magnus überholten Juren. Hedriss stürzte sich voller Verzweiflung und Trauer in die Tiefe, Magnus konnte sie gerade noch mit einer Hand greifen, während Ubbo von Juren weggestoßen wurde.

Die Hoffnung keimte auf, sie zu retten, doch was dann geschah konnte keiner erahnen. Juren trat Magnus in die Seite, damit dieser Hedriss losließ, die mittlerweile ihre törichte Tat begriff und nun doch lieber leben wollte. Mit aller Kraft und Konzentration ließ Magnus nicht los und hielt sie fest in der Hand. Ubbo indes begriff was Juren vorhatte und versuchte ihn in einem Kampf zu verwickeln, um ihn dann die Klippen runter zu stoßen. Aber wir wissen ja, das Ubbo kein guter Kämpfer ist und so bewirkte er nichts. Magnus schaffte es auf wundersame Weise, vielleicht war ja Odin selbst ihm gewogen, Hedriss hoch zu ziehen, war jedoch nun außer Kräften. Juren jedoch versuchte nun mit seiner Axt Hedriss zu erschlagen, es konnte nur durch Magnus schnelles Eingreifen abgewandt werden, indem er sich schützend über sie legte und  die Axt sich stattdessen in ihm vergrub.

Es war aussichtslos, sie konnten nicht gewinnen, nicht ewig so weiter machen ohne das sie alle ihr Leben verloren. Und so war es Ubbo dessen großer Moment nun kam. Er ließ den Speer fallen und stürmte auf Juren zu, um ihn ohne Rücksicht auf Verluste herunter zu stoßen. Er rannte und verfehlte Juren, das war es, alles war verloren, Ubbo war ungebremst an der Kante der Klippe… Im letzten Moment griff er nach Juren und packte ihn um ihn mit sich herunter zu reißen.

Magnus sah voller Entsetzen zu, wie beide die Klippe herunter stürzten, seine Hand verfehlte nur knapp die von Ubbo und so musste er mit ansehen wie Juren am Boden den harten Tatsachen gegenüberstand und den kürzeren zog, während Ubbo an die Klippe knallte und vom Meer schließlich verschluckt wurde.

Print Friendly, PDF & Email

Teile diesen Beitrag

0 0 vote
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments