Belagerung von Sonnstatt – Teil 2

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17. September 2954 Drittes Zeitalter – Südlicher Düsterwald, Wilderland

Die näher kommenden Hörner zwangen uns zu einer schnellen Entscheidung. Den langsamen, unsicheren Weg durch den Wald oder den schnellen, vermeintlich sicheren Weg durch die Schatten? Wir entschieden uns für den Schattenweg, den ich mit größtem Unwohlsein betrat. Denn jede Nutzung dieses Weges lässt das Herz schwerer werden.

Nachdem Asche das Tor beschworen hatte, betraten wir diesen dunklen Pfad, um kurz nachdem wir uns an die immer noch ungewohnte Umgebung gewöhnt hatten in das lidlose Auge zu sehen. Uns war klar, dass von ihm gesehen wurden. Und wir sahen noch etwas: astrale Leuchtfeuer, die Ringgeister bedeuten könnten. Zumindest eine Sache war bei der Reise durch den Schatten positiv: unsere Schattenkrieger waren wieder vollzählig.

So schnell wie möglich bewegten wir uns vorwärts um irgendwo im Wald aus dem Schatten zu treten. Hier rasteten wir eine halbe Stunde, vor allem Asche brauchte eine Pause. Auch hier vernahmen wir Kriegshörner, die glücklicherweise recht weit entfernt waren. Da wir nicht weit vom Waldrand entfernt waren, schlich Roderic dorthin, um zu spähen. Sonnstatt war zu sehen und es war alles friedlich. Nach der Pause machten wir uns dorthin auf.

Unsere verbündeten Schattenkrieger hatten die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen, was uns entgegen kam. Mit einer Geisterhorde in die Stadt zu spazieren hätte vielleicht Probleme gemacht; so konnten wir die Bewohner hoffentlich vorbereiten.

Asche verabschiedete sich hier, sie wollte lieber kundschaften als sich in der Stadt blicken zu lassen. Auf dem Weg zur Stadtmauer lag alles friedlich da. Wir sahen Pferde auf Koppeln, bewirtschaftete Höfe und auf den Wachtürmen der Stadt einige Wachen.

Wir betraten die Stadt durch das offene Haupttor und wurden gleich von Gonthar freundlich begrüßt. Die andere Gruppe um die befreiten Zwerge war noch nicht eingetroffen. Er war neugierig, aber wir drängten auf ein baldiges Treffen mit Ceawin, wo Gonthar uns auch umgehend hinführte. In der großen Halle erblickten wir zu unserer Überraschung Rahel.

Ceawin begrüßte uns ebenfalls freundlich. Wir kamen schnell zur Sache und berichteten von der Gefahr, die Sonnstatt drohte. Tatsächlich hatte hier niemand etwas mitbekommen uns entsprechend überrascht war Ceawin. Immerhin hörte man auf uns und berief umgehend einen Kriegsrat ein, zu dem auch wir eingeladen waren.

Wir drängten zu schnellen Entscheidungen, da wir davon ausgehen mussten, dass ein Angriff in den nächsten Tagen, ja vielleicht sogar Stunden bevorstand. Es sollten die umliegenden Höfe umgehend evakuiert werden. Des Weiteren sollte Hilfe nach Celduin und zum Volk der Leofringer, einem halbnomadischen Volk, das einige Tagesreisen südöstlich wohnte, geschickt werden. Vielleicht hatten wir ja Glück und es kämen rechtzeitig Verstärkungen.Um zu erfahren, wo und wie viele Feinde auf Sonnstatt marschierten, sollten zudem Späher ausgesandt werden.

Auch wir übernahmen einige Aufgaben. Earendil und Roderic spähten im Osten und im Westen. Narvi scharte ein paar Handwerker um sich und kümmerte sich um die Verstärkung der Tore, die Ausbesserung der Waffen und Rüstungen und um Pfeile. Ich übernahm das Training der Kämpfer. Außerdem kümmerten wir und darum, dass Sand zum Löschen etwaiger Feuer neben die Häuser gestellt wurde.

18. September 2954 Drittes Zeitalter – Sonnstatt, östliche Bucht

Am nächsten Tag wurde weiter fleißig gewerkelt und trainiert. Die Späher kamen zurück und hatten eher beunruhigende Nachrichten. Westlich war im Wald ein großes Heerlager, ebenso südlich. In diesem Lager hielt sich unser alter Freund Ghor auf ebenso wie geschätzt 400 Orks mit Schwarzork-Aufsehern sowie 10 Trollen auf. Zumindest waren diese Heere noch nicht auf dem Weg, so dass uns noch Zeit blieb. Dafür erblickte ich am Himmel zwischendurch eine Krähe die kreiste. Es war davon auszugehen, dass wir beobachtet wurden.

19. September 2954 Drittes Zeitalter – Südlicher Düsterwald, Wilderland

Auch heute wurde weiter vorbereitet. Mittags tauchte ein Botenvogel auf; Asche wollte uns außerhalb treffen. Sie hatte keine guten Nachrichten. Die Lager westlich und südlich waren näher an Sonnstatt verlegt worden und sie berichtete von zwei weiteren Lager. Eines im Nordosten, etwas 150 Mann Waldvolk, angeführt von der uns schon bekannten Frau mit schwarzem Raben. Und eines Südöstlich mit etwa 250 schwer gerüsteten Südländern, Ostlingen und Nordmenschen, mit schwerem Gerät und angeführt von Valbrand. Sie ging davon aus, dass wir noch diesen und den nächsten Tag zur Vorbereitung hätten, dann wäre wohl mit dem Angriff zu rechnen.

Wir überlegten, ob wir noch einmal Asches Hilfe annehmen sollten, um offensiv zu werden. Das
wäre eine gute Gelegenheit, eine der Armeen auszuschalten, bevor sie Sonnstatt erreichte. Unsere Geisterverbündeten wären uns eine große Hilfe, wir hätten das Überraschungsmoment und könnten viele Leben in Sonnstatt schonen. Unsere Wahl fiel auf das Lager im Südosten, weil wir dort vielleicht auch das schwere Gerät ausschalten konnten, was die Belagerung deutlich erschweren würde. Also machten wir uns bereit.

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