Mittwoch, der 04.05.1921: Als wir uns nach Anbruch der Nacht im Hauptquartier treffen, sind alle Spuren des gestrigen Zombieeinbruchs durch den Ghul Leon Griffin beseitigt worden. M. Demond ist nach wie vor begierig darauf, Informationen über den Gangster Jean Galfrey zu erhalten,
der seinen Geschäftspartner Thomas C. Anderson hat erschießen lassen.
Ich erkläre, dass Galfrey ein mittlerer Unterweltboss ist, der über seine Schergen Schutzgelder von den Schwarzbrennern im Hafenviertel erpresst. Ob er ein Ghul eines anderen Vampirs ist, weiß ich nicht. Von M. Demond erhalte ich 500,00 $ für Bestechungen und Nachforschungen. Gemeinsam mit M. Demond und Eli breche ich in Richtung des Hafens auf, um die Schwarzbrennereien zu observieren. Weiterlesen
Autorenarchiv: Thorti
New Orleans bei Nacht – Kapitel 7: Angriff aus dem Nichts
Schreibe eine AntwortIm Zustand des Untodes erstarrt, hat das Verrinnen der Zeit für uns Kainskinder weniger Bedeutung als für die Sterblichen. Doch auch für uns bringt das Verstreichen der Jahre Veränderungen mit sich. Mir ist fast so, als sei es erst gestern gewesen, dass die Gespräche mit den Uktena am 12.04.1917 nicht zur Entspannung des drohenden Konfliktes geführt haben.
Machten wir uns nicht erst gestern Sorgen, weil Werwölfe durch unser New Orleans streifen, seien es nun Uktena oder Tänzer der Schwarzen Spirale? Erst vor Kurzem machten wir dem Boxer und seinen Abkömmlingen ein Ende. Wurde Marilyn nicht erst vor einem Augenblick sein letztes Opfer und durch eine unerlaubte Weitergabe von Kains Fluch in die Nacht geholt?
Sie sang im „Saints and Sinners“, brachte das Bluselokal zu neuem Glanz.
Eli übernahm die Bürde ihrer Ausbildung, doch dann kam es zum Zerwürfnis zwischen dem Gangrel, der Sängerin und dem Toreador, der Gefallen an ihr gefunden hatte. Ich weiß nur wenig darüber, doch schließlich verließ Marilyn auf Geheiß von Prinz Doran die Stadt. Eli und Etienne brauchten lange,
um ihren Zorn aufeinander zu überwinden, das ist mir nicht verborgen geblieben. Als Mitglied des Nosferatu-Netzwerkes hatte ich ein Auge auf die Grenze zu den Bayous und das Haus am See, vor dem Raymond wahrscheinlich von Magi angegriffen wurde. Doch es geschah nichts,
eine trügerische Ruhe schien sich über die Stadt gelegt zu haben. Weiterlesen
Gruft der sterbenden Träume 1 – Das Ultimatum
Schreibe eine Antwort03.06.21 – Wir sitzen des Abends gemeinsam im Gasthaus „Der Näherinnen Rast“. Mir ist es zwischenzeitlich gelungen, bei einem Fleischer eine Anstellung als Schlachtergehilfe für einen kargen Lohn zubekommen, in dessen Stall ich auch schlafen kann. Mehr gibt meine zusammengeschrumpfte Barschaft nicht her. Auch Floki plagen Geldsorgen. Sein Vorhaben, bei Griven anzuheuern, ist daran gescheitert, dass der Hexenjäger zusammen mit seinen Schergen Diestelfeste vor ein paar Tagen verlassen hat. Daher erwägt er, den Ritualkodex, den er bei der Häuterin sichergestellt hat, zu versilbern.
Meister Tribor, der immerhin kostenlos im Ordenshaus nächtigen kann, hat bei der Stadtwache seine Dienste als Magier angeboten. Hauptmann Marvello hat zugesichert, sich im Bedarfsfall zu melden. Temedo hingegen gelang es, sich bei einem lokalen Bader zuverdingen.
Herogai ist der Einzige, der nicht von kleineren oder größeren Geldsorgen geplagt wird, doch trotzdem wirkt der stolze Krieger übernächtigt und angeschlagen. Temedo bietet ihm ein seltsames Pulver namens Traumschnupf an, welches ihm in dieser Nacht angenehme Träume und tiefe Ruhe bescheren soll. Weiterlesen
New Orleans bei Nacht – Kapitel 6: Wölfe vor den Toren?
Schreibe eine AntwortSeit der Vernichtung des Boxers ist einiges an Zeit vergangen. Wir haben den Jahreswechsel hinter uns gebracht und schreiben das Jahr 1917. Im Frühjahr wurde wie üblich Madi Gras gefeiert, ein rauschendes Fest. Und von irgendwoher kam auch wieder Lazarus aus seinem Versteck in die Stadt und predigte der johlenden Menge vom nahenden Weltuntergang. Hoffen wir, dass dies auch weiterhin nur Hirngespinste eines Malkavianers bleiben… Weiterlesen
New Orleans bei Nacht – Kapitel 5: Der Mond ist aufgegangen
Schreibe eine Antwort„Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Lass uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und Gott“
—Abendlied (Matthias Claudius)
Montag, der 09.10.1916: Wir treffen uns im Hauptquartier im Hafen. M. Demond ist von seiner Geschäftsreise zurückgekehrt. Dem Toreador Etienne ist der abgerissene Arm mittlerweile fast vollständig nachgewachsen. Meine Kehle hingegen konnte ich noch nicht völlig wiederherstellen, das Sprechen fällt mir schwer. Etienne und ich berichten, dass wir einen weiteren Abkömmling des „Boxers“ in einer leerstehenden Fabrik im Osthafen entdeckt und in der Kellerzelle unseres Hauptquartiers eingesperrt haben. Father Josef und Eli erzählen, dass es ihnen gelungen ist, den „Boxer“ selbst aufzuspüren und zu vernichten, als er sich gerade an einem Opfer nährte. Prinz Doran wurde über diesen Erfolg bereits in der gestrigen Nacht informiert. Wir beratschlagen, was wir mit dem Abkömmling des „Boxers“, dem „Stummen“, tun sollen. Etienne und ich hatten ihn in der Hoffnung mitgenommen, dass er uns zu seinem Erzeuger führen kann. Doch dies ist nun nicht mehr notwendig. Nach dem Erlebnissen mit Edwin erklärt sich niemand bereit, den „Stummen“ im Keller zu erschlagen. Ich beschließe beim Prinzen anzufragen, ob eine Möglichkeit besteht, dass der „Stumme“ Teil der Gesellschaft werden könnte – nach einer angemessenen Ausbildung versteht sich. Weiterlesen
New Orleans bei Nacht – Kapitel 4: Raserei
Schreibe eine AntwortFreitag, der 06.10.1916: Wir treffen uns in unserem Hauptquartier im Hafenviertel. M. Demond hat für uns eine Nachricht hinterlegt, dass er in den kommenden Nächten wegen dringender Geschäfte nicht an unseren Treffen teilnehmen kann. Ich erzähle den anderen, wie ich mich in den letzten Nächten per Verdunkelung als Obdachloser ausgegeben und mich unter die Penner gemischt habe. Meine Vermutung ist, dass der „Boxer“ selbst von seinem Erzeuger nicht ausgebildet wurde und daher wenig über das Vampirsein weiß. Jedenfalls scheint er seine Opfer unter Prostituierten und Obdachlosen zu finden. Personen also, die ein risikoreiches Leben führen und vergleichsweise leichte Beute sind, da sie kaum jemand vermisst.
Meine Recherche hat ergeben, dass die Penner und Straßendirnen immer mehr in Angst leben. In Storyville und dem Ostteil des Hafens (hier wurde die „Näherin“ geschaffen und hier fanden wir Edwins Leichenversteck) soll der Tod umhergehen. 15 Mordopfer scheinen mittlerweile auf das Konto des „Boxers“ oder seiner missratenen Nachkommen zu gehen. Glücklicherweise hat noch niemand gesehen, wie Menschen in den Schatten gezerrt und ausgesaugt wurden. Aber Gerüchte von einem irren Mörder oder blutgierigen Raubtier aus den Sümpfen machen die Runde. Weiterlesen
New Orleans bei Nacht – Kapitel 3: Unstillbarer Hunger
Schreibe eine AntwortMittwoch, der 04.10.1916: Mittlerweile sind ein paar Monate ins Land gegangen, seit wir damit beauftragt wurden, dem Treiben des „Boxers“ ein Ende zu setzen. Nur konnten wir den Marodeur bisher noch nicht zu fassen kriegen. Wir sind dazu übergegangen, uns immer mittwochs im Hauptquartier zu treffen. Die Scheinfirma hält ihre Fassade aufrecht, und der Ghul Leon Griffin hält dank M. Demond die Stellung. Wegen des Krieges in Europa liegen immer öfter Schiffe der Navy im Hafen vor Anker. Habe von Giftgasangriffen gehört, Millionen von Menschen bringen sich in der alten Welt gegenseitig um. Als wir uns heute treffen, haben Etienne und Father Josef überraschende und besorgniserregende Neuigkeiten für uns parat.
Und nicht nur dass: Dem Toreador fehlt ein Arm! Weiterlesen
New Orleans bei Nacht – Kapitel 2: Schrecken an den Docks
Schreibe eine AntwortFreitag, der 07.04.1916: Als wir uns heute im „Saints and Sinners“ treffen, berichten Eli und ich den anderen von dem Mord an dem Seemann, der sich in dem Bordell ereignet hat, in dem Candy anschaffen ging. Ben Walker hatte Bissspuren am Körper, sein Leichnam wurde von der Polizei sichergestellt. Hieraus könnte sich ein größeres Problem für die kainitische Gesellschaft ergeben. Ich erkläre den anderen, dass ein Freudenmädchen namens Lucy einen Kerl mit Glatze und Boxernase als Täter beschrieben hat. Dieser hätte sich an ihr vergehen wollen. Der Matrose kam hinzu, griff ihn an und die Männer kämpften gegeneinander, bis der Fremde Walker aus dem Fenster schleuderte. An Father Josef reiche ich das Taschentuch mit den Blutspritzern, das ich in Lucys Zimmer sichergestellt habe. Doch der Tremere erklärt nach kurzem Abschmecken, dass aus dem eingetrocknetem Blut keine Erkenntnisse mehr zu gewinnen sind. Eli schlägt vor, weiter in Storyville auf Patrouille zu gehen, da der fremde Vampir das Rotlichtviertel offensichtlich als Jagdrevier erkoren hat. Weiterlesen
New Orleans bei Nacht – Kapitel 1: Der Fall Candy
Schreibe eine AntwortNew Orleans, The Big Easy, pulsierende Stadt im Delta des gewaltigen Mississippi River. Im Jahre 1718 von französischen Siedlern gegründet, hat sich New Orleans im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte zu einer der bedeutendsten Städte Amerikas entwickelt. New Orleans ist die Wiege des Jazz, die Heimat des legendären Mardi Gras und berühmt für seine kreolische Küche. Einst befand sich hier im Hafen einer der wichtigsten Umschlags-punkte für den Sklavenhandel. Doch diesem blutigen Geschäft machte der 13. Zusatzartikel zur Verfassung am 18. Dezember 1865 ein Ende. Durch den 14. Zusatzartikel erhielten die Afroamerikaner 1868 ihre Bürgerrechte formal zugesprochen. Tatsächlich leben Weiße und Afroamerikaner „seperate but equal“ wie in parallelen Gemeinschaften nebeneinander her.
Doch neben den menschlichen Bewohnern existiert noch eine ganz andere Gesellschaft in der Stadt. Verschwiegen, mysteriös und gefährlich; geschützt durch die uralte Tradition der Maskerade. Herrscher über dieses andere Gesellschaft ist Prinz Doran aus dem Clan der Ventrue. Hier in New Orleans versucht er, den Traum des alten Karthago wieder aufleben zu lassen. Ein Traum, der gegen viele Widerstände und Bedrohungen verteidigt werden muss… Weiterlesen
Der Aufstieg von York 5 – Ende mit Schrecken
Schreibe eine AntwortFreitag, der 26.03.1884: Prinz Ian hat den Klüngel um 23:00 Uhr zur Krisensitzung in die Trinity Lane geladen. Der Nosferatu kommt umgehend auf die Gefäße zu sprechen, die Sir William in seiner Zuflucht eingekerkert hat. Dies verstößt gegen das Nahrungs-beschränkungsgebot, das Prinz Ian zum Wohle der Gesellschaft für York erlassen hat.
Sir William erklärt, die Weisung des Prinzen nicht absichtlich gebrochen hat. Da sich die Prostituierten in sicherer Verwahrung befinden, ging er davon aus, dass dies tolerierbar sei. Sich von Dirnen in den Gemeinden außerhalb von Yorks zu nähren, hält der Ventrue nicht für praktikabel. Schließlich breitet der Prinz einen Stadtplan von York aus und zieht darauf einen klar abgegrenzten Bereich, in dem das Nähren von Menschen untersagt ist. Weiterlesen



