Verborgene Geheimnisse von Dol Guldur – Teil 1

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21. Mai des Jahres 2950 des Dritten Zeitalters
Schwarzhall, Wilderland

Das merkwürdige Verhalten, welches Earendil an den Tag legte als wir uns dem mit Simbelmyne bewachsenen Hügel näherten, hätte uns eigentlich warnen können, aber wir waren ob der entspannten Situation wohl zu sorglos. So kam es, dass er sich mit einem Mal zielstrebig auf den Hügel zubewegte und nicht mehr auf unser Rufen reagierte. Ich eilte ihm nach, musste aber feststellen, das der Untergrund alles andere als trittsicher war. Beim dritten Fehltritt ergriff mich sogar irgendetwas unter der Wasseroberfläche und zog mit in den Tümpel. Roderic gelang es glücklicherweise schnell, mich diesem etwas zu entreißen und wir konnten noch beobachten wie der Elb im Hügelgrab verschwand.

Nach einer eiligen Suche, fand ich schließlich knapp unterhalb der Wasseroberfläche eine Steinplatte. Zu unserem (und Earendils) Glück, tauchte just in diesem Moment der Zwerg Narvi Orkfluch auf und erbot seine Hilfe bei der Rettung unseres Freundes. Mit vereinten Kräften gelang es uns dann die Steinplatte anzuheben und das Portal zu öffnen.

Das Innere des Grabes wurde von einem ungesund grün fluoreszierendem Moos erhellt, während unsere Lichter eines nach dem anderen beim Betreten erloschen. Nach einigen Schritten standen wir vor einer verschlossenen Tür, welche mit Symbolen der Gefahr in Schwarzer Sprache übersät war. Narvi gelang es auf fast magische Weise den Mechanismus der Tür zu finden und sie zu öffnen.

Dahinter erwartete uns in einer vollkommen schmucklosen Grabkammer ein Waldunhold, wie wir später herausfanden. Dieser war gerade dabei Earendil zu würgen, konnte unseren gemeinsamen Angriffen aber wenig entgegensetzen und verging zu einem Häufchen Asche.

Als Hergrim als letzter in dem Raum zurückblieb, während wir anderen bereits auf dem Weg nach draußen waren, konnte er nicht widerstehen und muss einen Blick in den ebenfalls schmucklosen Sarkophag werfen. Während die Tür sich schließt, wurde er von einem Eisgeist angegriffen. Auch wenn es dem Zwerg schnell gelang die Tür erneut zu öffnen und Roderic seine Erfrierungen zu heilen, hoffe ich inständig das Hergrim seine Lektion gelernt hat. Bevor wir den gefährlichen Ort verließen, zeichnete Narvi noch eine Rune des Versteckens an den Eingang, um es zufälligen Wanderern schwerer zu machen den Eingang zu entdecken.

Auf dem Weg zurück nach Schwarzhall trafen wir dann auf Radagast, welcher gemeinsam mit Narvi angekommen war. Eigentlich wollten wir erst zu Midsommer gemeinsam mit ihm aufbrechen, aber er hielt es für ein Zeichen das wir uns bereits früher getroffen hätten. So kam es, das wir am Abend unsere Reise nach Dol Guldur planten, um mehr über die Pläne des Feindes in Erfahrung zu bringen.

Auch brachte Radagast weitere düstere Kunde über die Vorkommnisse im Düsterwald. Eine der Flussjungfern hatte ihm berichtet, dass eine große Spinne dabei sei immer mehr Spinnen unter ihrem „Banner“ zu vereinen. Auch gäbe es Hinweise darauf das sich erneut ein Schatten unter den Blättern des Waldes umher triebe.

24. Mai des Jahres 2950 des Dritten Zeitalters
Amon Bauglir, Wilderland

Nachdem wir am Morgen des 22. Mai aus Schwarzhall aufgebrochen waren ohne jemandem von unserem Ziel zu berichten, führte unser Weg zuerst zur Engstelle des Waldes. Auf dem Weg dorthin mussten wir nicht nur einigen Patrouillen des Tyrannenhügels ausweichen, sondern am zweiten Tag auch den Egelfeldern. Keine besonders einladende Gegend dieses Gebiet. Heute zogen wir dann in einiger Entfernung am Tyrannenhügel vorbei, welcher früher einmal als Amon Bauglir bekannt war. Eine elbische Festung, die von Orks erweitert und weiter befestigt wurde. Es scheint gut zu sein, dass Mogdred und seine Mannen hier über das Land wachen.

3. Juni des Jahres 2950 des Dritten Zeitalters
Sumpfbrück, Wilderland

Am 25. Mai stießen wir im südlichen Düsterwald auf die ersten Ausläufer der Morastflächen. Mehr als einmal musste uns Roderic um saugende Stinklöcher herum führen. Tiere konnten wir schnell keine mehr entdecken und selbst die wenigen Vögel über unseren Köpfen blieben nach den ersten Tagen verschwunden. Die Stimmung in dieser Gegend war einzig als düster und bedrückend zu beschreiben, ganz ähnlich jener am Waldelbenpfad im Norden. Je näher wir unserem Ziel kamen, je mehr verdunkelte sich der Himmel und je häufiger hatten wir mit giftigen Dämpfen zu kämpfen. Auch häuften sich in den letzten Tagen die Patrouillen der Orks, welche neben ihren Stammesinsignien auch das Zeichen der Festung Sumpfbrück trugen. Gestern mussten wir dann feststellen das unsere Vorräte verdorben waren, aber Roderic konnte glücklicherweise die richtigen Beeren finden, welche uns über die nächsten Tage bringen werden. Morgen werden wir die Festung umgehen und uns durch die Sümpfe in Richtung des Amon Lanc.

5. Juni des Jahres 2950 des Dritten Zeitalters
Dol Guldur, Wilderland

Gestern konnten wir einen Blick auf unseren alten Bekannten Ghor den Plünderer erhaschen, wie er mit drei Dutzend Uruks auf dem Weg nach Sumpfbrück war. Wie es scheint hat er sich einen neuen Meister gesucht. Auf dem Weg durch die Sümpfe hatten wir immer wieder den Eindruck das Hände aus dem Boden nach uns greifen, auch wenn es nicht ganz real schien. Und nun greift eine eisige Klaue der Erinnerung nach unseren Herzen, denn vor uns liegt nun unser Ziel: Dol Guldur.

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