Prolog: Schatten über dem Düsterwald – Teil 3

Schreibe eine Antwort Beitrag drucken

1. Mai des Jahres 2949 des Dritten Zeitalters
Waldlandreich, Wilderland

Heute morgen brach unsere illustre Reisegesellschaft vom Drachenkopf aus auf, um den Düsterwald zu durchqueren. Neben Bofri und seinen Zwergen, begleiten wir Baldor und seinen Sohn. Orophin war so freundlich, uns mit seinem Floss bis zur Brücke über den verzauberten Fluss zu transportieren und von hier werden wir uns morgen auf der Waldelbenstraße auf den Weg gen Westen machen.

13. Mai des Jahres 2949 des Dritten Zeitalters
Düsterwald, Wilderland

Die letzten Tage verliefen eher ereignislos, zumindest für jene, die bereits häufiger den Düsterwald bereist hatten und mit seinen Gefahren umzugehen verstanden. Heute konnten die scharfen Augen Earendils die Spuren eines halben Dutzend Menschen ausmachen, welche etwa zwei Tage vor uns zu reisen schienen. Später fand er außerdem heraus, dass sie von einem großen Wolf abseits des Weges verfolgt wurden.

14. Mai des Jahres 2949 des Dritten Zeitalters
Düsterwald, Wilderland

Der Weg scheint sich seit unserem letzten Besuch verändert zu haben. Nicht nur versperren häufiger Äste den Weg, auch die Spinnennetze in seiner Nähe sind zahlreicher geworden. Kein gutes Zeichen in meinen Augen, genau wie der schwarze Fasan der heute zur Mittagsstunde unseren Weg kreuzte.

15. Mai des Jahres 2949 des Dritten Zeitalters
Düsterwald, Wilderland

Am frühen Abend trafen wir an eben jenem Lagerplatz ein, an dem vor mehr als zwei Jahren Baldor von den schwarzen Wassern trank. Auch wenn er sich unbehaglich fühlte, entschieden wir uns dafür hier zu lagern.

16. Mai des Jahres 2949 des Dritten Zeitalters
Düsterwald, Wilderland

Die Nacht verlief allerdings nicht so ruhig wie wir gehofft hatten. In meiner Wache tauchte auf einmal ein ziemlich mitgenommener Garivald aus dem Wald auf. Seine Kleidung war zerschlissen und mit Spinnenweben übersät, seine Waffen hatte er augenscheinlich unterwegs verloren. Er berichtete uns, völlig außer Atem und aufgelöst, was vorgefallen war. Seine Verlobte Avina, vier weitere Waldmenschen und er waren im Auftrag des Rates unterwegs gewesen um Hinweisen nach den Verbleib der anderen Hälfte von Wolfsbeißer nachzugehen. Der Einsiedler hatte ihnen die Ruinen unter der heutigen Spinnenstadt beschrieben und so waren sie dorthin aufgebrochen. Dort waren sie dann bei Einbruch der Nacht von Spinnen überrascht worden und Garivald hatte gerade noch fliehen können.

Wir zögerten nicht lange und brachen auf, um zu retten was noch zu retten war. Auch wenn Garivald einen recht ängstlichen Eindruck machte, begleitete er uns. Am Schauplatz angekommen, konnte Earendil die Spuren von fünf Menschen erkennen, zwei schienen von den Spinnen verspeist worden zu sein, zwei weitere konnten wir eingesponnen und reglos in Kokons ausmachen und die dritte Spur führte die Treppe eines verfallenen Turmes hinunter. Dieser Spur folgten wir in einen Kellerraum und von dort aus durch einen gegrabenen Durchbruch in ein rieseiges, weit verzweigtes Gangsystem. Überall waren Spinnenspuren zu entdecken, auch wenn es keine Netze zu geben schien.

Da wir uns gewohnt heimlich bewegten, gelang es uns, ein halbes Dutzend Jagdspinnen zu überraschen, welche sich gerade über Avina hermachen wollten. Die ersten drei fielen bereits unseren gemeinsamen Pfeilhagel zum Opfer und auch die weiteren, welche aus den umliegenden Gängen auftauchten, hatten uns nicht viel entgegen zu setzen. Auch während des Kampfes hielt sich Garivald vornehm zurück und machte nicht gerade den Eindruck eines Beschützers. Auch ob der Tatsache das seine Spuren oben zu fehlen schienen, werden wir wohl noch einmal ein Wörtchen mit ihm Reden müssen …

Nach dem kurzen Scharmützel, blieb uns noch die Zeit den Haufen mit Gegenständen, auf dem wir Avina fanden, zu durchsuchen. Roderic gelang es die zweite Hälfte von Wolfsbeißer zu finden und auch dem Elben und mir war das Glück hold.

Mit Avina und Garivald im Gepäck, denn sie waren beide vom Spinnengift ohnmächtig geworden, machten wir uns zügig auf den Rückweg. Wir wurden zwar von vielen Spinnen verfolgt, konnten uns ihnen aber entziehen und unbehelligt am Lager eintreffen. Dort kümmerte sich Roderic sofort um die beiden Vergifteten und rettete Avina mit dem Licht seines Stabes von Belegost vor dem sicheren Tod.

Heute werden wir rasten und erst morgen weiter ziehen.

2. Juni des Jahres 2949 des Dritten Zeitalters
Düsterwald, Wilderland

Gegen Mittag des heutigen Tages trafen wir dann endlich am westlichen Rand des Waldes ein und wurden bereits von einer ungeduldigen Schildmaid erwartet. Beorn hatte unsere Ankunft recht präzise vorhergesagt, dabei aber scheinbar von dem Zwischenfall an der Spinnenstadt keine Kenntnis besessen. Und so hatte Sie bereits zwei Tage auf uns gewartet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzhinweise: Die E-Mailadresse wird an den Dienst Gravatar übermittelt (ein Dienst der Wordpress Entwickler Auttomatic), um zu prüfen, ob die Kommentatoren dort ein Profilbild hinterlegt haben. Zu Details hierzu sowie generell zur Verarbeitung Deiner Daten und Widerrufsmöglichkeiten, verweisen wir Dich auf unsere Datenschutzerklärung. Du kannst gerne Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.