Schrecken im Eis VI – Epilog: Tsaekal schwört ab

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2. Efferd 1023 BF
Leblos lagen Ihre Körper oben auf Frunos Thron, und das Schneetreiben begann sie zuzudecken. Es war spät geworden, und die untergehende Sommersonne schien nur noch schwach. Sie waren weiter gekommen als die meisten anderen, doch forderten die lebensfeindlichen Bedingungen auf der Bergspitze nun auch von ihnen ihren Tribut. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis ihre Körper genauso gefroren waren wie all die der anderen, die hier oben vor ihnen gescheitert waren.

Eine einzelne Gestalt kam auf sie zu. Sie strahlte Wärme aus, und der Wind ließ um sie herum nach. Sie ging zu einem nach dem anderen, beugte sich über ihn und hauchte ihm wieder Leben ein. Die Gipfelbezwinger und Schicksalssucher erblickten voll Verwunderung eine in ein weißes Daunenkleid gewandete Frau an. Ihre ersten Worten waren „Ich bin Ifirn, und mein Vater schickte mich, um Euch das Leben zu schenken.“.

Daraufhin zeigt sie ihnen den Palast der Himmelslichter und wie dort in glücklicheren Zeiten die Schwanenschwingen erschaffen wurden. Sie wies sie an, König Eisbart aufzusuchen, um von ihm zu erfahren, wie man sie erneuern könnte. Dann ging sie fort, und es wurde wieder eisig kalt.

Tsaekal ging zu dem riesigen Thronstuhl aus Eis, der auf dem Gipfel stand, und kniete vor ihm nieder. Er rief Worte auf Nujuka in den Wind, doch keiner der anderen hörte, wie er seinen Vater um Verzeihung bat. Er brach den Schwur, Halman von Gareth zu töten, den er einst seinem Vater geleistet hatte. Er legte den Knochendolch, mit dem er ihm den letzten Stoß hatte geben wollen, ab und erhob sich wieder. Wie er sich den anderen zuwandte, schlug ein Blitz hinter dem Thron ein, und ein riesiger Firunsbär richtete sich auf seinen Hinterbeinen auf. Tsaekal hielt Firuns Winterspeer in seiner Faust. Niemand hatte gesehen woher er ihn genommen hatte, denn nur der Nivese hatte die Waffe vor dem Thron liegen gesehen. Auf seiner Stirn war ein frischer, blutiger Schnitt. Auf allen Vieren schritt der Bär vondannen.

Sie wollten nicht die Steilwand heruntersteigen, die sie auf dem Herweg genommen hatten, sondern den Pilgerpfad nehmen. Kaum dass sie ein paar Minuten gegangen waren, rief ein Wildling nach Balthasar. Alle folgten der Gestalt zu einem Höhleneingang kurz unterhalb des Gipfels. Dort empfing sie Jargralm Frostbeule, der ihnen vorschlug eine Abkürzung über einen Trollpfad zu nehmen. Dies schien weniger gefährlich zu sein, als in der Nacht den Pilgerpfad herabzugehen, und man folgte ihm tiefer in der Berg hinein.

Nach einer halben Stunde kamen sie zu einer gigantischen Höhle, die einen Steinkreis beherbergte, dessen Radius 50 Schritt maß. In der Mitte stand ein Tor, das aus drei quaderförmiger Steinblöcken gebildet wurde, und an dessen Seiten rot glühende Raumbilderschriftzeichen schimmerten. Auf Rogolan beschörte er die Elemente, um das Tor zu öffnen, und die Zeichen leuchteten hell auf. Nach Süden sollten sie gehen, denn er kam nicht mit, um sie zu führen.

Sie kamen auf eine Insel aus dunklem Gestein, von der drei Wege abgingen. Wie im Limbus war um sie herum nur namenlose Schwärze, und am wolkenfreien Firmament schien kein einziger Stern. Nur in weiter Ferne gab es vereinzelt schwache Lichter. Balthasar fand eine Trollrune, die den südlichen Weg kennzeichnete. Sie gingen einige Zeit auf dunklen Pfaden, bis sie ein anderes Tor erreichten. Balthasar berührte die Steine zu beiden Seiten, um den Ausgang zu aktivieren. Dann schritten sie hindurch. Binnen weniger Stunden waren sie wieder in dem Tal mit dem Steinkreis angelangt, in dem sie die Nacht verbracht hatten, bevor sie die Doppeläxte erreicht hatten.

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