Finsternis in den Sümpfen – Teil 4

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13. Mai des Jahres 2948 des Dritten Zeitalters
Berghall, Wilderland

Wie es scheint sind wir dem Feind so nahe gekommen, dass wir von nun an als echte Bedrohung wahrgenommen werden. Denn in tiefster Schwärze der Nacht vom 12. auf den 13. Mai, welche wir in einer Hütte im Schutze der Feste Berghall verbrachten, wurden wir unsanft geweckt, als die Tür beinahe aus den Angeln gerissen wurde. Neben vier Uruks, stand auch einer der Leutnants des Feindes in eben jener Tür: Ghor der Plünderer.

Hergrim und ich mussten im entbrennenden Kampfgetümmel nach zwei schweren Treffern zurückweichen und ein dritter streckte mich dann endgültig zu Boden. Ich weiß nicht wie viel Zeit vergangen war, als ich wieder zu mir kam, Roderic kniend über mir mit der Flasche Düsterwaldlikör. Allerdings war dies nur von kurzer Dauer, denn nach einem Treffer gegen Ghor, streckte mich der nächste sofort erneut nieder.

Dieses Mal erwachte ich allerdings in einer Art Schattenwelt und erblickte eine Schar von geisterhaften Gestalten die auf Ghor zu zuströmen schienen. Eine durchscheinende Kette fesselte mich an ihn. In seiner Hand hielt er einen Schädel mit grün leuchtenden Augen, welcher sich binnen kurzer Zeit zur Gestalt des Galgenkönigs formte. Eine kalte Verzweiflung konnte ich ihn verströmen spüren, bevor ich wieder in die Wirklichkeit zurück gerissen wurde.

Gerade so bei Bewusstsein, nahm ich die Kälte wahr, die uns plötzlich zu umgeben schien und dann konnte ich ein Schattentor ausmachen, durch welches der Galgenkönig unsere Hütte betrat. Mit erhobener Kralle murmelte er einige unverständliche Worte, trat dann aber zurück und das Tor schloss sich hinter ihm. Um mich herum meine erschöpften Kameraden und ein gutes Dutzend toter Uruks. Wie ich später erfuhr, war Ghor durch das Schattentor geflüchtet, als unsere Gegenwehr stärker als erwartet ausgefallen war.

Glücklicherweise war ein Großteil der durch einen Stollen im Norden gebrochenen Orks nur Bilwissgezücht, denn so konnten Beranald und seine Mannen den restlichen Teil des Angriffs erfolgreich zurückschlagen.

Am folgenden Morgen nahmen wir ein gemeinsames Frühstück mit Hartfast und den drei Ältesten von Berghall ein, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Der nun gefasste Plan sah vor, dass wir so schnell wie möglich versuchen würden Radagast von den Vorgängen zu informieren. Berghall würde ausharren und auf Nachricht des Braunen Zauberers warten. Hartfast gab uns noch Briefe für Radagast und den Ältestensrat von Rhosgobel mit und wir machten uns auf den gefährlichen Weg.

26. Mai des Jahres 2948 des Dritten Zeitalters
Rhosgobel, Wilderland

Nach sechs ereignislosen Tagen durch das Gebirge und um den Wolfswald herum, erreichten wir am Abend des 18. Mai den Anduin. Mit unserem versteckten Boot fuhren wir dann vier weitere Tage gen Süden, um uns am 23. Mai vom Großen Strom in Richtung Rhosgobel auf den Weg zu machen. Außer ein paar vereinzelter Orks in der Gegend des Schwertel, konnten wir während des gesamten Reise keine Diener des Feindes ausmachen.

Auf der Ebene zwischen dem Fluss und dem Düsterwald, trafen wir einige fahrende Erringer, welche uns Kunde aus Höft geben konnten. Dort war der etwa 300 Mann starke Heerwurm aus dem Wolfswald vor einiger Zeit angekommen und hatte begonnen weitere Kämpfer zu rekrutieren. Dies waren keine besonders beruhigenden Nachrichten, aber sie fügten sich in das Gesamtbild, welches sich langsam zu formen begann.

Als wir dann gestern Nachmittag endlich die Gegend um Rhosgobel erreichten, wurden wir direkt von den Tieren des Waldes in Empfang genommen und man führte uns auf direktem Wege zu Radagasts Hain. Banna, welche wir unterwegs trafen, konnte nur berichten das wenig vorgefallen war seitdem sie hierher zurückgekehrt war. Radagast hatte seitdem niemand mehr gesehen und Boten aus Waldhall und Waldmenschenstadt berichteten davon das es im nächsten Jahr eine große Zusammenkunft geben solle.

In Radagasts Haus erwartete uns zu unserer Freude ein Eintopf und frisch aufgegossener Tee und wir nutzen die Zeit auszuruhen bis der Hausherr gegen Abend auftauchte. Er wirkte wie immer etwas konfus, als er sich unseren Bericht anhörte (oder es zumindest versuchte bis er sich selbst oder uns unterbrach). Radagast war der Meinung das der Galgenkönig sein Ziel noch nicht erreicht habe und ihm scheinbar noch etwas wichtiges dazu fehlen würde. Als nächstes wolle er sich darum kümmern das Dol Guldur untersucht werden würde, denn der Tyrannenhügel, ein Vorposten, war seit kurzem wieder besetzt worden. Wir sollten uns indes darum kümmern weitere Informationen bezüglich der Kette von Thangorodrim, dem Buch Mazarbul und der zwergischen Karte zu beschaffen.

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