Finsternis in den Sümpfen – Teil 3

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Tagebuch eines Schatzsuchers

8. Mai 2948 DZ

Nachdem wir den Hügel auf der Rückseite über den Ziegenpfad erklommen haben, wagen wir einen Blick über die Mauer. Wir sehen mehrere Lagergebäude und ein zweistöckiges Gebäude, aus dem Orks ein- und ausgehen. Auffällig sind sonst ein großer Tempel und die von Walar beschrieben Krypten im Süden der Anlage. Des Weiteren sind in der Mitte der Anlage Gruben ausgehoben, in den Gefangene, nun ja, gehalten werden. Es laufen etwas zwei Dutzend Orks herum, auch Trolle sind zu sehen. Aus dem Tempel scheint aus den Fensteröffnungen ein grüner Schimmer, insgesamt ist die Geräuschkulisse schwach. Die Orks scheinen zu dieser Tageszeit zu ruhen. Der Tempel und die Krypta sind als einzige Gebäude intakt, die anderen sind mehr oder weniger verfallen. Beim Tempel ist die bronzeverstärkte Tür auffällig. Von Walar wissen wir außerdem, dass sich unter der Krypta noch Tunnel verbergen.

Ich höre plötzlich eine unbekannte menschliche Stimme und werfe schnell einen Blick über die Mauer. Ich sehe Ghor mit vier Leibwächtern; Ghor spricht mit einem unbekannten Menschen, der eine Kaputzenrobe trägt. Sein Gesicht ist nicht zu erkennen, aber seine Sprache ist sehr geschliffen. Ich vernehme zumindest, dass von einem „König“ gesprochen wird. Der Trupp geht dann in den Tempel hinein; als sich die Tür öffnet, vernehme ich einen kalten Hauch. Wir entscheiden, durch eines der Fenster im Obergeschoss des Tempels hinein zu gucken. Dazu klettern wir unbemerkt über die Mauer und stellen uns an der Tempel-Rückseite auf. Earendil steigt auf meine Schultern und Roderic versucht, dann, auf Earendils Schultern zu klettern und von dort in ein Fenster. Beide zusammen sind ein ziemliches Gewicht, aber da ich an der Wand lehne, ist es auszuhalten.

Roderic schafft die Klettertour und kann in ein Fenster gucken. Dort sieht es eine große Schale aus Metall, aus der das grüne Leuchten kommt. Des Weiteren sieht er einen Durchgang, in dem noch ein Uruk zu erkennen ist. Von dort hört man die Stimmen von Ghor, dem berobten Menschen und eine dritte Stimme. Diese ist kalt und grausig wie aus dem Totenreich. In diesem Moment wird das grüne Leuchten aus dem hinteren Raum heller. Roderic entschließt sich, hineinzuklettern, da vom Gespräch nichts zu hören ist. Er hört noch, wie der Mensch sagt, dass eine Kette entschlüsselt oder untersucht werden muss. Dann zieht der Trupp ab. Wir sehen draußen, dass sie den Tempel verlassen und in das zweistöckige Gebäude gehen.

Roderic wirft derweil einen Blick in das hintere Zimmer. Dort steht ein Altar und es liegt dort eine vertrocknete Leiche in Roben gehüllt, die eine Krone trägt. Der „König“? Aus ihrem Mund kommt ein kalter Hauch und die Augen schimmern grün. In einer Schale, die im Raum steht, liegt eine Kette, die grün pulsiert. Plötzlich erhebt sich die Leiche und Roderic kommt sofort wieder zu uns zurück und klettert herunter.

Da taucht plötzlich eine Orkpatrouille auf. Wir können beinahe um die Hausecke entkommen, als Earendil kurz stolpert und wir doch entdeckt werden. Blitzschnell zieht Earendil einen Pfeil und trifft den ersten Ork mit einem meisterlichen Schuss direkt in die Kehle, so dass dieser sofort tot zusammenbricht. Auch den zweiten Ork trifft er, jedoch ist dieser nur schwer verwundet und ruft nun nach Verstärkung. Ferdibrand stürzt vor und rammt ihm sein Schwert in den Hals, so dass auch dieser Ork tödlich getroffen zu Boden sinkt.

Leider zu spät; wir sind entdeckt. Im Hof ertönen nun Alarmrufe, so dass wir schnell über die Mauer klettern. Bei einem kurzen Schulterblick sehen wir, dass der Galgenkönig am Tempelfenster steht und uns anstarrt. Wir laufen den Hügel hinab, wobei wir uns etwas zu sehr beeilen und sich einige von uns ein paar Schürfwunden einfangen. Aber wir müssen uns beeilen, da an der Mauer jetzt Bilwisse auftauchen, die uns mit Pfeilen beschießen. Einzig Earendil bekommt, Ironie des Schicksals, einen Pfeil ab, ist aber nicht schwer getroffen und kann weiterlaufen. Als wir unten am Hügel ankommen, sehen wir einen Troll über die Mauer steigen. Wir rennen so schnell wie möglich, werden aber doch nach kurzer Zeit vom Troll eingeholt und gestellt.

Kurz bevor der Troll das erste Mal mit seiner gewaltigen Keule ausholt, schießt ihm Earendil einen Pfeil in eine ungeschützte Stelle des Körpers, so dass er damit eine stark blutende Wunde schlägt. Den ersten Angriff des Trolls kontere ich, treffe ihn mit einem gezielten Stoß in die Flanke ein weiteres Mal schwer und der Troll bricht tot zusammen. Ha! Nennt mich Trolltöter!
Wir rennen weiter, werden nach einiger Zeit aber doch von Orks auf Wargen eingeholt. Roderic wirft nun die Sturmtasche, die uns Radagast gegeben hat. Aus dieser steigt ein Windhauch auf, der sich schnell zu einem ausgewachsenen Sturm mit Gewitterwolken entwickelt. Aus den Wolken werden Blitze vor die Orks geschleudert und sie werden zusätzlich in Nebel eingehüllt, aus dem wir ihre Schreie hören. Sie verfolgen uns nun nicht weiter, so dass wir entkommen können.

Wir schlagen uns durch den Sumpf und erreichen in der Dunkelheit den Schwertel, den wir auch sofort schwimmend überqueren. Dort endlich rasten wir und ruhen uns erst einmal aus. Am nächsten Tag machen wir uns dann mit einem Eilmarsch Richtung Berghall auf.

Am 12. Mai erreichen wir dann Berghall. An der Brücke werden wir von Bogenschützen erwartet und nicht durchgelassen. Magric hat uns wieder verraten und stellt nun uns als Verräter dar, welche angeblich die Menschen in den Sumpf gelockt haben sollen. Beranald glaubt dies und lässt uns nicht ein. Doch in einem Gespräch können wir erste Zweifel sähen, als Hartfast auftaucht. Vor diesem dürfen wir uns nun erklären. Wir schaffen es, dass er anfängt uns zu glauben.

In diesem Moment sieht Magric wohl seine Felle schwimmen, zieht einen Dolch und will auf Hartfast zuspringen. Doch Earendil bemerkt dies und schießt auf ihn. Hartfast wirbelt herum, zieht dabei sein Schwert und köpft Magric. Das war der Beweis und nun glaubt man uns auch unsere Geschichte.

Wir werden eingelassen und wir bekommen eine Hütte für die Nacht angeboten. Dieses Angebot nehmen wir gerne an. Wir essen in Ruhe und legen uns dann erschöpft Schlafen.
Doch mitten in der Nacht hören wir plötzlich einen lauten Knall! Wir schrecken hoch und sehen in die vermaledeite Hackfresse von Ghor, der soeben die Tür eingetreten hat.

 

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