Finsternis in den Sümpfen – Teil 1

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30. April des Jahres 2948 des Dritten Zeitalters
Berghall, Wilderland

Die Nacht war kurz, wie leider die meisten seit wir aus unserem Winterlager aufgebrochen sind, aber die Zeichen eines aufziehenden Sturms gebieten uns Eile …

Nachdem wir gegen Mittag des 16. April in Rhosgobel eingetroffen waren, bewirtete man uns in der Versammlungshalle. Das Dorf selbst erinnerte mich ein wenig an das Auenland, denn es wurde von einer hohen Hecke umgeben und wirkte auch sonst sehr bodenständig. Später wurde uns mitgeteilt, dass uns Radagast gegen Abend empfangen würde. Unsere schnelle Audienz beim braunen Zauberer sorgte für einiges Aufsehen, da er in den vergangenen Wochen wohl für niemanden zu sprechen war. Während wir warteten, unterhielten wir uns noch ein wenig mit Baldac. Dieser wusste zu berichten, dass es in letzter Zeit vermehrt zu Orksichtungen in der Nähe des Zauberhügels gekommen war. Auch sei zu beobachten, dass die Pflanzen des Waldes wieder beginnen würden zu verdorren, obwohl doch eigentlich der Frühling angebrochen war.
Am Abend wurden wir von Meister Eichhorn abgeholt und über einen weißen Pfad mehr als eine Viertel Stunde in eine kleine Baumgruppe hinein geführt. Auf einer Lichtung erblickten wir dann ein kleines Wohnhaus in den Ästen eines Baumes und allerlei Tiere. Neben einem Pferd, Ziegen und einigen Hasen, schienen viele Vögel diesen Ort als ihr Zuhause zu betrachten. Wir klopften an der Tür und betraten dann einen Raum der deutlich größer war als das Haus von außen vermuten lies. Drinnen herrschte ein ziemliches Chaos an merkwürdigen Gegenständen, unsortierten Papieren, zur Pflege aufgenommenen Tieren und Vögeln. Diese schienen immer wieder dem braunen Zauberer, welcher in einem Sessel hinter seinem Schreibtisch saß, Bericht zu erstatten und dann durch Öffnungen im Dach des Hauses zu entschwinden. Radagast wunderte sich ein wenig das wir nur zu viert waren, aber wir konnten ihn beruhigen dass Leudast nur eine wichtige Familienangelegenheit zu erledigen habe. Nachdem wir ihm von unserer Begenung mit dem Geist der Verzweiflung berichtet hatten, begann er recht hektisch mit einem Ritual bei dem wir eine zähe, übel schmeckende Flüssigkeit trinken mussten. Nachdem er es mit allerlei Gemurmel und Räucherwerk beendet hatte, sagte er, dass wir zum Glück keinen Schatten von diesem Geist in uns tragen würden.

Unter weiterem Gemurmel, das darauf schließen lies dass er sehr beunruhigt war, schickte er uns dann auf die Reise, um in Berghall weitere Informationen über die Festung in den Schwertelfeldern in Erfahrung zu bringen. Wenn sich eine Gelegenheit ergäbe, sollten wir auch das Heerlager im Wolfswald überprüfen. Banna wurde als unsere Führeren auserkoren und würde uns bei Tagesanbruch erwarten. Er stellte uns vor die Wahl welche Unterstützung er uns zukommen lassen solle, da jeder Zauber uns im Falle einer Begegnung mit einem mächtigen Diener des Feindes auch verraten könnte. Wir entschieden uns dafür die Warnungen seiner Tierhelfer zu erhalten, da sowieso bereits der Segen der Elben auf uns lag und ein weiterer es vermutlich nicht schlimmer machen würde. Earendil und Hergrim erhielten dann noch eine Verzauberung für ihre Stiefel, welche die Reise vereinfachen sollte. Warum auch immer die Großen sich Sorgen darüber machten nicht mit meinen Schritten mithalten zu können. Bevor er eilig aufbrach, übergab er noch zwei Gegenstände an Roderic. Einmal eine Sturmtasche, welche ein einziges Mal einen Sturm heraufzubeschwören vermochte, und eine Flasche mit Düsterwaldlikör, einem Trank der unsere Hoffnung in der Not stärken sollte.

Am nächsten Morgen erwachten wir gut ausgeruht in den einfachen Betten des Hauses, sanft geweckt durch den Gesang der Vögel. Meister Eichhorn rief uns dann zum Frühstück, nach welchem wir eilig aufbrachen. Noch auf dem Weg nach Rhosgobel, trafen wir dann auf Banna, eine junge und fröhliche Kundschafterin der Waldmenschen.

Drei Tage reisten wir über Land in Richtung Anduin und Schwertel und trafen am Abend des 19. April im Nebel der Sümpfe an der Stelle ein, wo unsere Führerin von versteckten Booten wusste. Am nächsten Morgen machten wir uns dann daran auf dem Anduin gegen die Strömung nach Norden zu fahren. Bestimmt einen halben Tag verloren wir im Nebel und während wir am Wolfswald vorbei fuhren, kenterte sogar das Boot mit Banna, Earendil und mir an einem Stein. Trotzdem gelang es uns die Nordseite des Waldes bei Dämmerung des vierten Tages zu erreichen. Banna verließ uns am folgenden Morgen mit einem Boot und wir versteckten das zweite für unsere Rückreise auf der Westseite des Flusses. Nach drei Tagen durch die Wildnis am nördlichen Ende des Wolfswaldes, erreichten wir am 26. April den Bergpfad der uns am Rande des Bergflusses nach Berghall führen sollte.

Gestern Abend durchquerten wir dann eine letzte Schlucht und sahen danach die Brücke und Berghall vor uns. Der Fluss war an dieser Stelle so laut das man fast sein eigenes Wort nicht verstand und so bemerkten wir die versteckt stehenden Wachen auch erst als uns der Torwächter Beranald von der anderen Seite der Brücke anrief. Nach kurzer Prüfung unseres Anliegens im Auftrage Radagasts mit ihrem Anführer zu sprechen, lies man uns ein und Beranald führte uns zu einer Mine. Dort trafen wir dann auf Hartfast, einem kräftigen und kantigen Mann der wohl 50 Winter gesehen hatte und wie ein riesiger Zwerg wirkte.

Im weiteren Gespräch mit Harfast und Beranald fanden wir heraus, dass es sich bei der wieder aufgebauten Festung vermutlich um das Dwimmerhorn handelte. Dieses wechselte laut den Legenden dieser Gegend immer wieder den Standort und wurde vor langer Zeit von den Dienern des Nekromanten erbaut. Vermutlich läge es im westlichen Schwertel und der beste Jäger der uns dorthin führen könne, sei Magric der Spurenleser. Hartfast konnte leider keine Männer entbehren, da sie damit zu kämpfen hatten das die Orks vor kurzem begonnen hatten nach den Minenschächten der Menschen zu graben. Eine Mine im Norden war bereits aufgeben worden und sollte es dem Feind gelingen in dieser Mine durchzubrechen, wäre Berghall vermutlich nicht mehr zu halten. Am liebsten hätte er einige Zwerge, die bei der Verstärkung der Minenverteidigung helfen würden, aber dabei konnten wir ihm leider auch nicht helfen, versprachen aber die Nachricht weiterzugeben, sollten wir in nächster Zeit auf Zwerge treffen.

Man bewirtete uns in der großen Halle, welche deutlich eher nach einer Kriegs- denn einer Versammlungshalle aussah, und hier schlugen wir auch unser Nachtlager auf. Vorher machten wir uns allerdings noch auf den Weg in die Markthalle um mit den Jägern zu sprechen und Magric zu finden, was uns auch gelang. Die Anwesenden wussten zu berichten das der Wolfswald wieder „frei“ sei und das Heerlager im Herbst aufgegeben worden war. Wahrscheinlich seien die Truppen nach Höft gezogen, um dort den Winter zu verbringen. Neben vielen Orkbewegungen in den Sümpfen rund um das Dwimmerhorn, waren im Herbst auch einige Späher verschwunden. All dies deutete darauf hin das unsere Befürchtungen der Wahrheit entsprachen und Magric erklärte sich bereit, uns am nächsten Morgen in die Sümpfe zu führen.

Während der Nacht wurden wir von Alarmrufen geweckt und konnten glücklicherweise schlimmeres verhindern. Während Hergrim und ich einen Ork an der Brücke stellten und die beiden Wächter retteten, vermochten Earendil und Roderic mit Gewaltschüssen drei weitere flüchtende Orkspäher von der Felswand zu schießen. An den Durchbruch in der Mine, durch welchen sie eingedrungen waren, wurden Wachen abkommandiert und er soll im Laufe des Tages zum Einsturz gebracht werden.

Harfast bedankte sich persönlich für unsere schnelle Unterstützung und bat noch einmal darum, auch ihm Nachricht über unsere Erkenntnisse über die Sümpfe zukommen zu lassen. Und so werden wir uns gleich zusammen mit Magric auf den Weg machen, um das Geheimnis der Sümpfe zu ergründen.

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