Die Glocke im Sumpf

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Siebter Tag, Morgens

Überall dieser verfluchte Nebel. Man schläft ein mit Wasser im Bart und wacht auf mit Wasser im Bart. Dazu wabert Wasser durch die Luft. Kein trockener Fleck mehr am Leib und überall nur Matsch! Verfluchte Sümpfe! Nach dem Frühstück untersuchen wir erstmal diesen Tümpel, in der Nacht war das wegen dieser Lichtkugeln zu riskant.

Beim Drachenfeuer! Ein Troll! Scheint als hätte der alte Mann von der Schleuse doch nicht nur Märchen erzählt. Was war dieses Vieh hässlich! Bartloser Abschaum! Bereits durch tapfere Zwergenklingen verwundet, das konnte ich sehen, ehe wir ihn seinen eigenen Wohnschlamm fressen ließen. Odo hat ihn rechtzeitig bemerkt – ob er wohl genau wie sein Hund riechen kann? Hab mir einen tollen Zahn als Trophäe ausgeschlagen. Danach hat Odo sich noch etwas Schilf gepflückt. Entweder will er unserer Elfe einen Antrag machen oder das Zeug hat wirklich diese „sehr gute Wundheilwirkung“ . Blabla! Schnaps hilft bestimmt besser!

Siebter Tag, Mittags

Sind jetzt auf dem Boot. Gut dass es nur das trockenste Trockenfleisch überhaupt gab, das klebt an den Magenwänden fest und kann nicht hochkommen. Dieser sogenannte Moderfluss stinkt höllisch und überall hat es Wurzeln im Wasser, verborgen wie Erzadern im Fels. Folkmarr scheint sie förmlich zu spüren, bisher konnten wir alles umschiffen. Guter Mann! Von hier aus sind es noch etwa 10 Meilen zum Waldtor. Balin und sein Gefährte Oin kamen dort nie an. Irgendwo hier muss etwas passiert sein…

Verdammter grüner Komposthaufen! Was versucht einen hier eigentlich nicht zu zerquetschen, erwürgen oder aufzuschlitzen? Als ob es hier um Ehre oder Gold ginge, nein, die feine Dame Natur will sich nur mal einen Zwergenhappen zur Abwechslung gönnen, garniert mit Elfenohren und Menscheninnereien. Als Leckerli Hund hinterher. Vielleicht darf ich Madame Pflanze und Lady Ungeheuer noch mein verdammtes Bier zum Runterspülen anbieten?!

Nachdem wir dieses erzverfluchte Boot gefunden hatten, das wohl aufgrund von irgendwelchen Krallenhieben gekentert war, haben wir beim Suchen am Ufer erstmal dieses komische Galgenkraut entdeckt. Naja, eigentlich Noil und Odo, als sie eine Pflanze! (ja diese verdammten grünen Dinger mit denen man den Braten garniert oder die man in die Pfeife stopft!) erwürgen wollte. Mit einer Ranke! Wo gibt’s denn sowas, Galgenkraut, pah! Alles abholzen und für die Schmiede nehmen, jawoll! Darauf muss ich erstmal einen trinken…

Ah besser. Wo war ich? Oh ja, Galgenkraut. Nachdem wir diesem Zeug also ausweichen konnten kam die nächste Überraschung nicht von oben, nein, da krochen Ungeheuer auf einmal aus dem Boden heraus! Will einen denn hier beim Barte Dains ALLES umbringen?! 2 verfluchte Moorhexen haben versucht uns aufzuschlitzen. Noil hat direkt eine gepfählt, Folkmarr die zweite enthauptet. Krallen wie Stahl. Hab sie eingesteckt, lässt sich sicher was draus basteln.

Siebter Tag, Abends

Was für eine wilde Fahrt! Wir haben eine alte Waldstraße gefunden, die zu einer Ruinenstadt geführt hat. Erstaunliche Bauwerke, sicher an die 1000 Jahre alt. Solider Fels, ich sags ja immer! Leider überall diese steinverlassenen Blutkrähen! Und kein laut. Nur Grabesstille. Es hat uns alle geschaudert wie kaltes Wasser im Rücken. Arien hat die Glocke zuerst gehört, im Zentrum stand dieses alte Gebäude mit Glockenturm inmitten eines Tümpels. Da führten auch Spuren hin, aber bevor Odo weiter nachsehen konnte, legten die Krähen los. Was für ein scheußliches Konzert, wie Nägel auf Schiefer. Sicher ein oder zwei Minuten und dann schlagartige Stille und wieder diese Glocke der Verdammten, die über den See hallte.

Und dann rannten Noil und Arien plötzlich los. Wir konnten das männliche Spitzohr gerade noch packen, aber die Frau rannte direkt ins Wasser. Kreuzverflucht wir haben gedacht das wars, gleich treibt sie oben. Aber Folkmarr ist wie ein Fisch hinterher – der Mann muss doch Schwimmflossen haben, das ist doch nicht normal! Aber er hat gesehen wie sie in einem Tunnel verschwunden ist. Tunnel! Ich muss zu viel gesoffen haben dass ich die Existenz des Tunnels der Tatsache vorzog, dass er unter WASSER lag und mit den anderen runter bin. Folkmarr hat uns ein Seil gezogen und tatsächlich, auf der anderen Seite sitzen wir nun, Arien ist aus ihrer Trance erwacht und wir warten darauf dass Noil als Späher wiederkehrt.

Stehen direkt an einer Tür. Bilwisse, Sumpflinge und irgendetwas anderes im Raum. Balin und sein Gefährte Oin auch. Dann wollen wir mal. Mit Hammer und Mut!

 

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