Der Unglückswolf I – Riva

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Allen Anschein nach war die Flucht gelungen, denn die Nachtelfen machten keinerlei Anstalten die Verfolgung aufzunehmen. Nach einigen Stunden der Rückreise zu dem Ort, an dem Nurtis Träne, zum Erstaunen aller, immer noch hell leuchtete, machte Tjalf, der Jäger, dann eine folgenschwere Entdeckung: Drei schlanke Leiber zogen sich wie Schlangen am Firmament und kamen in einer rasenden Geschwindigkeit auf die beiden Segler zugeflogen. Sofort befahl der Kapitän die Segel zu raffen und eine gut zu verteidigende Position anzunehmen. Die Mannschaft wurde kurzerhand in drei gleich große Trupps eingeteilt, die die Ankunft der fliegenden Wesen erwarten sollten. Nach kurzem Warten stellte sich heraus, dass dort drei Gletscherwürmer mit einer Länge von knapp 6 Schritt und einer Flügelspannweite von nicht weniger als 15 Schritt in atemberaubender Geschwindigkeit auf die im Eis wartende Mannschaft zugerast kamen. Der erste Drache landete mit einem bebendem Krachen auf die Eisfläche und schon entbrannte auch der Kampf. Die beiden anderen Trupps wurden ebenfalls von jeweils einem der Drachen attackiert. Ramón konnte nur knapp ausweichen und so verhindern, dass der Drache auf ihn landete. Der Kampf war wohl einer der größten Herausforderungen, denen sich unsere Entdecker bisher stellen mussten. Es wurde auf allen Seiten erbittert gekämpft und am Ende wurden die Angreifer vernichtet. Doch der Triumph blieb nicht ohne Folgen, denn Sayuri, die Nostrische Ritterin, ließ bei der Verteidigung tapfer ihr Leben.  Nachdem Gideon sie nach dem Ritus seiner Kirche zu Grabe getragen und eine kurze Andacht gehalten hatte, brachen die restlichen Überlebenden schließlich weiter in Richtung Süden auf.

Am 24. TSA trafen sie dann endlich bei dem Ankerplatz der Seeadler ein. Auf Anraten von Schwester Shanja, den nächstgelegenen Tempel der Herrin TRAvia aufzusuchen, wurde dann alles für die Abfahrt vorbereitet. Riva wurde dabei als nächstes Ziel festgelegt. Bei dieser Gelegenheit wäre es beinahe zu einer Schlägerei zwischen der Mannschaft Phileassons und der von Beorn gekommen, der gerade erst das Lager mit einem zweizähnigen Kopfschwänzer erreicht hatte. Nur ein Eingreifen beider Geweihten der TRAvia konnte eine Eskalation verhindern. So brach dann Beorn gen Norden auf die Suche nach dem Himmelsturm auf und Phileasson in Richtung Süden nach Riva.

Am Morgen des 1. PHE erreichte die Seeadler die Bucht von Riva, wo sie von einem kleinen Ruderboot in Empfang genommen wurde. Auf diesem befand sich unter anderem Dr. Bombastus Barraculus, ein Medicus aus dem Lieblichen Feld, der, wie er berichtete, den Auftrag hatte die Mannschaft jedes ankommenden Schiffes auf Zorgan-Pocken zu untersuchen, da eine Seuche in der Gegend um Riva ausgebrochen war. Da die Mannschaft aber natürlich kerngesund war, ließ er die Seeadler ungehindert in den Hafen einfahren.

Nun, wir alle wissen um Riva Bescheid, so dass ich mir hier eine Beschreibung der Stadt ersparen werde, aber eines sei hier noch erwähnt: Die Stimmung in der Stadt war mehr als bedrückt. Die Tore waren geschlossen und man ließ kaum noch Fremde hinein. Wie sich später herausstellen sollte, war tatsächlich besagte Krankheit unter diversen Nivesenstämme ausgebrochen und verbreitete sich bedrohlich rasch in der Region.

Nachdem das Schiff ordentlich vertäut war, suchten der Kapitän, Schwester Shanja und ein Teil der Mannschaft den einzigen Tempel der Herrin TRAvia auf, wo sich die ehrenwerte Schwester in ein tiefes Gebet zurückzog, um das nächste Ziel der Entdeckungsreise zu erfahren.

Höret, was die Herrin TRAvia durch den Mund von Schwester Shanja verkünden ließ:

„Wo die Knochen Sumus von vergangenen Zeiten singen droht der gesichtslose Tod des Lebens Flammen zu löschen. Wappnet euch gut für einen Kampf, der nicht mir Stahl gefochten, da nahe scheint des ewigen Weges Ende. Geht des Wolfes Weg, denn er wird euch zur Erkenntnis führen.“

Auch wenn heute die Bedeutung dieser Worte durchaus bekannt sein mögen, so war das zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht jedem klar, was die Herrin damit meinte. Deshalb wurde beschlossen die nächsten Tage dafür zu verwenden, um Hinweise zu finden, die dabei behilflich sein könnten dieses Rätsel zu entziffern. Die Tage vergingen und die Mannschaft sammelte fleißig Indizien, als sie am 4. PHE in Begleitung eines Dieners der Herrin PERaine, namens Bruder Osais, und des Medicus Dr. Bombastus Barraculus die Stadt Riva verließen. Folgende Erkenntnisse wurden gesammelt:

– Crottet stammte vom Stamm der Hokke, welches als eines der ersten Stämme von besagter Krankheit befallen worden war
– Die Knochen Sumus stellten sich als eine alte Felsformation, die die Nivesen der Gegend unter dem Namen Tenjos kennen

Das Ziel der Reisegruppe, die ab jetzt zu Fuß unterwegs war, war eben jener Stamm, der das Unglück hatte als erstes von der namenlosen Krankheit befallen zu werden.

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