Herz aus Eis II – Es spukt

1 Antwort Beitrag drucken

Abends zurück in Karenow untersuchte Meister Lyoscho das Buch. Obwohl zunächst einige Einwände bestanden, erlagen nach und nach alle Gefährten der Faszination des verbotenen Wissens. Einzig Styrvake hielt sich konsequent von allem fern, was mit dem Folianten zu tun hatte. Im Text wurde beschrieben, wie ein Siegel aus acht Teilen schließlich den Weg zur „Göttlichen Erleuchtung“ ebnen sollte. Eines der acht Fragmente war in den Seiten des Buchs verborgen.

Am nächsten Tag, dem 21. Hesinde 1022 BF, machten sich die Gefährten durch dichtes Schneetreiben auf dem Weg zur Wolfskopffeste. Ein nivesisches Zeichen für „Sicherer Weg“ verhieß Gutes. Etwas durchgefroren erreichte man schließlich die große aber sehr baufällige Burg des Barons von Karenow. Der Empfang war sehr herzlich. Man bekam Kammern zugewiesen und wurde abends zu einem Gelage mit dem Bronnjaren geladen. Bei Tisch lernten die Gefährten die wichtigsten Personen des Hofs kennen. Zum einen war da Baron Woltan Schorkin von Karenow, der Hausherr: Alt, fett, versoffen, mit hängendem Gesicht und schwachem Arm, tyrannisch gegenüber seinen Bediensteten. Sein Sohn Mjesko hingegen war ein Schöngeist, ganz zum Missfallen des Vaters. Die Tochter Irinja war die erwartete Schönheit, von der Händler Bornski ja bereits geschwärmt hatte. Dann saßen noch am Tisch die Zofe der Tochter, Jedwinja, der Leibdiener des Barons, Olko, die Truchsessin Nessa Timpski, der Hauptmann der Wache Baerow Elkinnen und der Kämmerer Goljew Grumpen. Der Abend fand nach ausgiebigem Essen für Styrvake in den Armen der Zofe und für Rowin in einem gemeinsamen Bad mit Sheanna seinen Ausklang. Danach begab man sich in dem etwas zugigen und halb eingestürzten Obergeschoss zur wohlverdienten Nachtruhe.

Am nächsten Morgen begleitet Rowin den Sohn des Bronnjaren zum Eisangeln, aus Sorge, dass weitere namenlose Schergen in der Gegend ihr Unwesen treiben könnten. Während dessen trat Fenew in Verhandlungen mit dem Baron über die Drachenschwingen. Auf der Burg trafen einige Schausteller ein. Sheanna meinte im Musikzimmer Geister zu spüren und Balthasar sah wieder die blauen Augen. Schlimmer noch: Als er gegen Mittag auf dem Weg zum Essen war, sah er in einer kurzen Vision, wie sich die Frau des Bronnjaren vom Bergfried stürzte. Ein Spuk schien umzugehen auf der Wolfskopffeste. Nachmittags suchte Rowin die alte Magd Marissja auf. Nach einigem guten Zureden berichtete sie von den Ereignissen, die damals zum Tod der Baronin führten.  Aus irgendeinem Grund war der Baron nach der Niederkunft sehr erbost und verjagte die Hebamme, eine Norbardin namens Feljanka. Gerüchten zufolge hatte er sich kurz zuvor an ihr vergangen. Kurze Zeit später stürzte die Baronin vom Bergfried. Drei Jahre später floh die Amme der Tochter, Helmja, ebenfalls von der Burg, nachdem der Bronnjar sie nach einem Vergehen halb tot geprügelt hatte. Sie soll heute bei ihrer Tochter im Wald leben. Seit dem Tod der Baronin soll ihr Geist auf der Burg umgehen. Und zwar zum einen in den Gemächern der Frau, die seit dem schicksalhaften Tag unberührt waren, außerdem im Musikzimmer und im Bergfried.

Zur gleichen Zeit im Burghof hatten Styrvake und Meister Lyoscho eine Begegnung mit dem Goblin Dummbatz, der zur Belustigung des Bronnjaren auf der Feste hauste. Aber mehr als seinen Namen, Gratuk Matuk, bekamen sie nicht heraus, bis das Viech quiekend in den Ruinen verschwand. Gemeinsam machte man sich dann an die Erkundung des Bergfrieds. Oben hatte Balthasar wieder eine Vision. Er sah, wie der Baron seine Frau von den Zinnen stieß. Vor dem Abendessen steckte Arwin der Diener, liebevoll „Schiefhals“ genannt, Styrvake noch, dass die Norbardenhebamme Feljanka damals zu einer Sippe geflohen war, die hier in der Gegend lebte. Angeblich hatte die Baronin Zwillinge zur Welt gebracht, von denen einer von der Norbardin mitgenommen worden war. Beim Essen waren dann auch die Schausteller zugegen. Eine Frau unter ihnen namens Rowinja war wegen eines Aussatzes wie eine Mumie mit Bandagen umwickelt. War das vielleicht die verschollene Zwillingsschwester, die jetzt zurückgekehrt war, um Rache zu nehmen?

Ein Gedanke zu „Herz aus Eis II – Es spukt

  1. thd Beitragsautor

    Ich habe die Zusammenfassung noch ein wenig geändert und die inhaltlichen Fehler korrigiert. Passt es jetzt so?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzhinweise: Die E-Mailadresse wird an den Dienst Gravatar übermittelt (ein Dienst der Wordpress Entwickler Auttomatic), um zu prüfen, ob die Kommentatoren dort ein Profilbild hinterlegt haben. Zu Details hierzu sowie generell zur Verarbeitung Deiner Daten und Widerrufsmöglichkeiten, verweisen wir Dich auf unsere Datenschutzerklärung. Du kannst gerne Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.