Jagd in den Winter

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Am Abend des 27. Efferd trafen die Gefährten in Larsach ein und übernachteten im Dorfhaus. Sie erfuhren, dass die Grabräuber, Gudwinja, Gerrik und Parel, erst vor drei Tagen das Dorf verlassen hatten. Und obwohl sie sagten, dass sie nach Festum wollten, hatte ein ortsansässiger Jäger beobachtet, wie sie am Wegkreuz nach Westen, Richtung Drachenzwinge, abgebogen waren. Am Kaminfeuer erzählte Meister Lyoscho, dass Gariguuna bestätigt hatte, dass eines der Mysterien der Theaterritter, nach denen die Gefährten suchten, die Bernsteinkette von Ailgur Ornald von Drakenstein war. Damit waren dann auch Styrvake und Fenew überzeugt davon, Rowin und die Anderen zu begleiten, obwohl keine direkte Bezahlung auf sie wartete. Die Nachrichten für den Fürsten von Salderkeim übergab der Rondra-Geweihte der Dorfsprecherin, mit der Bitte, sie weiter zu leiten.

Auf dem Weg nach Westen wurde es jeden Tag kälter. Ab dem Wegkreuz gab es in Tagesabständen abends kleine Wetterhütten, die Schutz boten, aber durch den einsetzenden Schneefall und dem harschen Wind war ein Vorankommen immer beschwerlicher. Nachts heulten die Wölfe und tagsüber waren einmal, am 30. Efferd, Späher einer Goblinrotte am Horizont zu sehen. Am 2. Travia erreichten die Gefährten abends eine Hütte, die erst kürzlich durchwühlt worden war. Die Tür hing schief in den Angeln und die Strohsäcke waren aufgeschnitten. Mittlerweile war das Land vollständig von Schnee bedeckt, sodass das Finden des Weges manchmal außerordentlich schwer wurde. Nur dank Tsaekals guter Nase verirrten sich die Gefährten nicht hoffnungslos. Am nächsten Tag fiel dichtes Schneetreiben. Erst am Abend klarte es sich ein wenig auf und man sah einige Baumdrachen am Himmel kreisen.

Am 4. Travia wurde es nicht besser. Die Temperaturen waren noch einmal gefallen, und es herrschte nahezu Klirrfrostkälte. Der Reisegruppe blieb aber kaum etwas übrig, als sich weiter nach Drachenzwinge durchzuschlagen. Am späten Nachmittag, es hatte aufgehört zu stürmen, fanden die Gefährten am Wegrand einen Leichnam. Der überfrorene Körper lag vermutlich noch nicht all zu lange dort. Der Landsknecht hatte eine klaffende Bisswunde am Bauch, wie von einem Drachenmaul. Gestorben war er aber nicht daran, sondern durch einen Sturz aus großer Höhe, der ihm zahllose Knochen gebrochen hatte. Durchgefroren und sichtlich erschrocken setzten die Gefährten den Weg fort. Mit ein wenig Glück müsste am Abend ihr Reiseziel zu erreichen sein. Als in der Dämmerung die Gruppe eine Anhöhe überquerte und den Pfad hinab ins Tal erblickte, sahen sie treibende Rauchschwaden und Flammen züngeln. War Drachenzwinge am brennen?

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