Der Weg nach Tharbad

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Auszüge aus den Reiseberichten von Cornifera Grünblatt – 10. Juli 2957 DZ

Am letzten und zehnten Tag unserer Reise und quasi in Sichtweite von Tharbad, hatte unsere Aufmerksamkeit ein wenig nachgelassen und so wurden wir von diesem Überfall tatsächlich überrascht. Und es handelte sich nicht um eine dahergelaufene Bande von Strauchdieben. Es waren 8 gut gerüstete Söldner die uns direkt angriffen. Zudem standen auf einem Hügel an der Straße ein Bogenschütze und und eine weitere seltsame Gestalt.

Meine vier Gefährten nahmen den Kampf mit den Söldnern auf, während ich zunächst meinen Bogen auf den Schützen auf dem Hügel richtete. Ich wechselte aber schnell mein Ziel, als sich die seltsame Gestalt neben ihm als eine Art Magier herausstellte, der uns mit einem Zauber große Schwierigkeiten bereitete. Zum Glück konnte ich ihm recht schnell einen ordentlichen Treffer verpassen, worauf er eiligst vom Hügel verschwand. Auch den Bogenschützen konnte ich schließlich zum Schweigen bringen und nach einem harten Kampf hatten wir auch die letzten Söldner niedergerungen.

Merkwürdigerweise leuchtete bei den Toten ein Licht auf, das von einer Art Tätowierung auf ihrem Körper ausging. Während die anderen verschnauften, ging mir dieser seltsame Magier nicht aus dem Kopf und vorsichtig schlich ich den Hügel hoch um ihn zu suchen. Ich fand keine Spur von ihm. Dafür sah ich aber nicht weit entfernt die noch brennende Ruine eines Bauernhauses und leblose Körper die um dieses herumlagen. Ich rief die anderen und wir gingen nachschauen. Annungildor, der im Kampf am meisten eingesteckt hatte, blieb bei unseren Ponies und dem Gefangenen.

Ganz offensichtlich war der Hof vor nicht allzu langer Zeit überfallen worden. Damrod untersuchte die Vielzahl von Spuren und vermutete ca. 40 Angreifer, die den Hof angezündet, die Vorräte geplündert, Bauern und Knechte getötet und Frauen, Kinder und Vieh verschleppt hatten. Wir waren zu wenige, um die Räuber zu verfolgen oder die Toten würdig zu bestatten. Aber zumindest trugen wir die Leichen zusammen und bedeckten sie dürftig mit Steinen und Grassoden.

Als wir zurück zur Straße kamen fanden wir Annungildor bewusstlos zwischen den Ponies liegen. Der Gefangene war fort. Sigurd und Damrod machten sich trotz ihrer Erschöpfung an die Verfolgung, und nach einer langen Jagd konnten sie ihn einholen und überwältigen. Als sie zurückkehrten war auch der Elb wieder auf den Beinen und wir konnten endlich eine dringend nötige Nachtruhe einlegen.

Der nächste Morgen begann damit dass unser Gefangener Johann uns oder zumindest mir das Frühstück vermieste, indem er unaufhörlich darum bettelte, freigelassen zu werden. Gurnau werde ihn auf der Stelle töten, weil er ihn bestohlen habe. Und er würde sich in  keinem Falle auf einen Austausch einlassen. Außerdem würde er im Geheimen für eine alte Waldläuferin arbeiten, das letztere machte uns stutzig. Die Beschreibung, die er uns von dieser Waldläuferin gab, passte genau auf Orothel.

Letztendlich bot er uns seine Mithilfe an. Er wäre in Tharbad ortskundig und hätte auch ein paar Informationen für uns. Zum Beispiel, dass Gurnau 50 bis 100 Kämpfer unter seinem Kommando hätte. Und das die Truppe, die uns überfallen hatte, auf keinen Fall aus Tharbad stammte.

Nun ja, wir hatten noch einen Tag und eine weitere Nachtruhe Zeit um darüber nachzudenken, bevor wir Tharbad erreichen würden. Unser letztes Nachtlager schlugen wir im Schutze eines Hügels auf, auf dessen Kuppe ein Steinkreis errichtet war. Und als es dunkler wurde, konnten wir Lichtschein in diesem Steinkreis sehen.

 

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