Sommer 2957 DZ, nördlich Tharbad
Wir sind etwa noch eine Tagesreise von Tharbad entfernt. Als wir uns abends nach einem Nachtlager umsehen, sehen wir etwas abseits auf einem Hügel einen Steinkreis und in diesem ein Lagerfeuer. Cornifera und Damrod schleichen hin, um die Stelle zu erkunden. Um den Hügel herum stehen ein paar Baumgruppen, darauf ist eine kleine Senke mit drei mannshohen Steinen, die schon sehr alt und verwittert sind. In der Mitte der Steine brennt ein kleines Lagerfeuer, aber es ist niemand zu sehen.
Als die beiden nähertreten, tritt Orothel aus dem Schatten, die die beiden begrüßt. Cornifera geht los und holt uns anderen, Orothel spricht währenddessen mit Damrod. Als wir anderen mit Johann ankommen, nimmt sich Orothel Johann vor. Sie zieht ihren Dolch, bedroht ihn und verletzt ihn dann gezielt nur ganz leicht, um ihn zu beeindrucken. Das schafft sie problemlos und Johann erzählt bereitwillig alles, was er weiß. Dann schickt Orothel Sigmar mit ihm fort und berichtet uns weitere Dinge, die nicht für Johanns Ohren gedacht sind.
Sie hat eine Spionin in Tharbad und Johann war der Bote zwischen den beiden. Allerdings weiß Johann nicht, wer sie ist. Sie erzählt uns alles Wichtige über Hauptmann Gurnau. Er ist skrupellos, gerissen und gefährlich. Zudem ist er auch sehr gierig. Er hat vor etwa 40 Jahren Almarian Stock, eine aus durchaus gutem Hause stammende Dame aus Tharbad, geheiratet. Sie soll ihre Vorfahren weit zurück bis zu den Numenorern verfolgen können, wodurch Gurnau seinen Herrschaftsanspruch ableitet. Er ist stolz auf das, was er in Tharbad die letzten Jahrzehnte geschafft und aufgebaut hat.
Zu den marodierenden Truppen in diesen Landen weiß sie tatsächlich nicht viel. Womöglich sind es Dunländer, die jemand mit Waffen versorgt. Das scheint auch in Zusammenhang mit den roten Münzen zu stehen. Mehr weiß sie dazu aber nicht.
Zu den merkwürdigen Träumen, die viele wie auch uns heimsuchen weiß sie auch etwas. Der Amon Guruthos, das ist der Hügel aus dem Traum, soll erwachen. Warum das passiert und ob das von jemandem gesteuert wird, weiß sie nicht.
Zunächst ist die Spionin, deren Name Gwilleth lautet, wichtiger. Wir überlegen, wie wir am besten vorgehen. Die Option reinzuschleichen verwirft Orothel schnell. Zwar ist die Stadtfläche groß, die meisten Gebäude Ruinen und nur ein kleinerer Teil in der Mitte wirklich bewohnt, aber die Truppen Gurnaus sind wohl überall unterwegs. Dann wird es die zweite Option: offen in die Stadt gehen. Grundsätzlich finden auf der alten Südstraße ja Handel und Reisen statt und solange wir uns nicht als Handwerker ausgeben, sollten wir problemlos passieren dürfen.
Orothel malt uns eine erstaunlich gute Karte der Stadt in den Sand. In der Mitte des Flusses im Zentrum der Stadt ist eine Insel, auf der Gurnau residiert und wo auch die meisten Gefangenen untergebracht sind.
Wir entscheiden uns, Johann nicht mitzunehmen. Wahrscheinlich würde er kurzerhand von Gurnau getötet. Johann ist zwar ein Idiot, aber wer sind wir, dass wir über sein Leben entscheiden. Außerdem kann er vielleicht später noch ein Pfand werden. Dafür erzählt er uns alles über die Übergabeorte der Nachrichten und was er sonst noch über die Stadt weiß. Unser Plan bezüglich der Nachrichten ist, dass Cornifera als unauffälligste von uns die Orte in der Stadt besuchen soll, um so Kontakt mit Gwilleth aufzunehmen.
Wir machen ein ruhiges Nachtlager und nach einem guten Frühstück am Morgen machen wir uns auf den Weg. Vorher gibt uns Orothel noch mit auf den Weg, dass wir versuchen sollen, Verbündete in der Stadt zu finden. Im Außenbezirk im Süden steht eine uralte Bibliothek, in der eine Bibliothekarin lebt. Diese wird von Gurnau in Ruhe gelassen. Im Norden des Stadtgebietes steht irgendwo ein Haus mit einer Bewohnerin, die Gurnau aus dem Weg geht, warum ist unbekannt.
Vielleicht können uns beide nützlich sein, falls etwaige Verhandlungen schiefgehen. Wobei wir noch nicht so recht wissen, was wir anbieten können. Irgendwelche Geheimaktionen werden schwierig, wenn die Gefangenen auf einer Insel sind, die Flusskähne von loyalen Leuten bewacht werden und zudem viele Soldaten in der Stadt patrouillieren. Da Orothel auch wusste, das die umliegenden Höfe von Tharbad auch Ziele von Angriffen waren und somit die Nahrungsmittelversorgung schwierig ist, wäre das eine Möglichkeit, unsere Dienste anzubieten.
Gestärkt und frohen Mutes verlassen wir den Steinkreis. Johann lassen wir wie besprochen bei Orothel.



