Mitbringsel aus dem Kloster

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Je länger wir uns in der Vergangenheit aufhalten desto mehr verlieren wir uns in den Erinnerungen und Gefühlen der Personen die wir eingenommen haben. Wir fürchten, dass wir diese Zeit schnellstmöglich verlassen sollten, um nicht für immer ganz dort bleiben zu müssen.

Der Bibliothekar Bruder Magnus sucht nach der Abendandacht nach dem Sakristan  Bruder Rasmus. In der Kammer ist er nicht. Wir entschließen uns, zusammen in die Höhle in den Katakomben zu gehen und dort auf den Werwolf zu warten. Bengt kann sich uns leider nicht anschließen, da er heute Nacht zur Wache eingeteilt ist. Die Großmeisterin war wohl auch der Meinung, dass eine Nacht an der frischen Luft sein Gemüt etwas abkühlen kann.

Norvid erinnert uns noch mal daran wie sich ein Mensch in ein Wer-Vaesen verwandeln kann, durch einen Fluch, ein Säugling, kann sich direkt verwandeln wenn das Leid der Mutter im Kindbett durch Magie gelindert wurde, oder wenn sich jemand, wissentlich oder unwissentlich mit dunkler Magie befasst hat und sich sozusagen selbst „verflucht“ hat. Die Verwandlung findet nicht nur zu Vollmond statt, sondern kann auch durch starke Emotionen jederzeit hervorgerufen werden. Ob das Wer-Vaesen sich an die Verwandlung erinnert ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Was man gegen das Wer-Vaesen tun kann, hat Norvid leider nicht mehr gelesen. Wir überlegen also ob geweihter Boden hilfreich wäre, wahlweise als Schutz für die möglichen Opfer, oder zum Schutz vor einer Verwandlung in einen Werwolf. Dafür würde also die Kapelle in Frage kommen.

Wir schleichen also durch die Gänge in die Höhle. In der Höhle scheint das Wasser des Sees durch einfallendes Mondlicht ein wenig zu leuchten, es ist also nicht komplett finster. Ein wirkliches Versteck gibt es nicht und wir versuchen uns hinter kleinen Felsvorsprüngen zu verbergen. Linda bleibt in der Nähe des des Höhleneingangs, um den Werwolf direkt angreifen zu können.

Wir warten und warten und warten. Dann meine ich eine geisterhafte Gestalt im Wasser zu entdecken und möchte dorthin gehen. Die Steine sind sehr glatt. Ich gehe weiter, bis zu den Knien, ins eiskalte Wasser. Die Gestalt die ich dort erahne sieht aus wie der tote Prior. Die anderen sehen nichts. Als ich nicht weiter kann, drehe ich mich um und will zurück gehen. Die anderen drängen mich plötzlich mich zu beeilen, da sie Bewegungen im Wasser gesehen haben. Ich versuche es rutsche aber vor Panik aus und falle ins Wasser.

Clara und Ida helfen mir hoch und ziehen mich aus dem Wasser. Ich spüre noch etwas glattes, schlangenartiges an meinem Bein als sie mich aus dem Wasser hieven. In dem Tumult hört Linda hinter sich ein Geräusch, das sich anhört wie Knochen die brechen und sich neu zusammenfügen. Hinter ihr ist jemand der sich in einen Werwolf verwandelt.

Plötzlich greift die Kreatur Ida an, die noch vollkommen unvorbereitet ist. Wir beginnen sofort den Kampf gegen den Werwolf, aber sein Fell scheint eher Stahlwolle zu sein, da viele unserer Angriffe keinen Schaden anrichten und sogar Idas Fläschchen mit Weihwasser am Fell des Werwolfes zerbirst. Aber das Weihwasser scheint keine Wirkung zu haben. Trotzdem schaffen wir es ihm deutlich zuzusetzen, besonders Linda mit ihrem Morgenstern, die ab jetzt den Namen Linda Larelund-Morgenstern, geschiedene Kratzweib trägt.

Wir kommen äußerst glimpflich davon und tragen selbst keine Verletzungen davon als der Werwolf endlich am Boden liegt und sich in den nun schwer verletzten Bibliothekar, Bruder Magnus, zurück verwandelt. Er wollte mit einem letzten Sprung in Richtung See fliehen und liegt nun regungslos im Wasser. Wir ziehen ihn heraus und ich verbinde ihn schnell notdürftig und stelle fest, dass die ersten kleinen Wunden sich bereits schließen und er die Augen wieder öffnet.

Bruder Magnus schaut uns alle fragend an und weiß nicht warum er hier unten ist, er denkt sogar wir hätten ihn dorthin verschleppt. Wir versuchen ihn davon zu überzeugen ihn so schnell wie möglich in die Kapelle zu bringen, während sich eine weitere seiner Wunden schließt. Wir erzählen ihm, dass er das nächste Opfer sei und deswegen Eile geboten sei.

In den Gängen höre ich ein Geräusch dem ich folge, während die anderen weiter Richtung Kapelle laufen. In einem Gang passieren sie etwas, dass wieder dieses Kribbeln auf der Haut auslöst als würde man durch eine Art Zauber-Portal laufen, wie es uns bereits mehrfach passiert ist. Auf der anderen Seite dieses Zaubers ist Bruder Magnus wieder trocken und seine Wunden sind alle geheilt. Er scheint nun fast verwirrter als vorher und weiß auch nicht mehr was in den letzten Minuten seit seinem Aufwachen passiert ist. Er versucht von den andern weg zu kommen.

Unterdessen laufe ich weiter den anderen Gang entlang und spüre plötzlich wieder diese Kälte, die uns schon oft die Anwesenheit von Geistern verraten hat. Ich gehe einen Schritt weiter als einige Schritte vor mir wieder der Geist des Priors erscheint und auf mich zu schwebt. Weiter hinten in der Ecke erkennt ich noch die Silhouette einer Person, die mich an Rasmus erinnert. Der Geist schwebt immer weiter auf mich zu. Ich lasse ihn weiter auf mich zu kommen und spüre als er mich berührt wie er versucht, Besitz von meinem Körper zu ergreifen, was ich zulasse.

Linda, Ida und Clara versuchen wieder Bruder Magnus Richtung Kapelle zu bekommen, wogegen er sich zu wehren beginnt. Sie haken ihn also ein und schieben ihn sanft, mit etwas Nachdruck, weiter durch die Gänge in Richtung Kapelle. Er will auf ihre Argumente nicht so richtig hören und wird wütend. Diese Emotion scheint dazu zu führen, dass er wieder beginnt sich in einen Werwolf zu verwandeln. Clara schlägt ihn schnell von hinten noch einmal bewusstlos bevor er sich vollends verwandelt.

Sie schleifen ihn weiter, als Clara plötzlich aufschreit und verängstigt zurück läuft während Ida und Linda ungläubig sehen wie Sunna, von geisterhaftem blauem Leuchten umgeben, auf sie zu schwebt. Es wird eiskalt in dem Gang. Linda will mit ihrem Morgenstern zuschlagen und Ida zieht bereits ihr Weihwasser aus der Tasche ihrer Nonnentracht.

Auf die Ansprache der beiden reagiert sie nicht, sie zeigt auf Bruder Magnus und mit der tiefen Stimme des Priors, die klingt als würde sie aus dem Grab kommen sagt sie: „Er war der Wolf und hat mich getötet.“ Das hat auch Magnus gehört, der aus seiner kurzen Bewusstlosigkeit wieder erwacht ist und kann es nicht glauben und bei dem Anblick von Sunna direkt wieder in Ohnmacht fällt.

„Er hat sie getötet. Er wird noch mehr töten. Gottes Strafe möge die Schuldigen treffen.“ Dann wird es noch einmal kälter und der Geist verlässt Sunnas Körper, die zusammensackt und dann wieder aufsteht. Auch Clara kommt zurück und Magnus wird wieder wach, kann aber nicht so recht glauben was er gerade gesehen und gehört hat, vor allem, dass er für den Tod vom Prior verantwortlich sein soll.

Wir versuchen unterdessen weiter in die Kapelle zu kommen und Astrid Gudmarsson Bescheid zu geben, dass wir den Werwolf gefunden haben. In der Kapelle versuchen  Linda, Ida und Clara Magnus zu erklären, dass er der Werwolf ist, was er wirklich nicht glauben kann, während ich Astrid hole.

Sie fragt, warum wir ihn nicht sofort getötet haben und erklärt, dass wir den Fluch oder Zauber noch in dieser Nacht rückgangig machen müssen oder beide, den Werwolf und die Kantorin oder Bruder Rasmus, wer auch immer von den beiden dafür verantwortlich ist, zu vernichten. Astrid sagt, sie hatte eine Vision, dass wenn der Vollmond untergeht etwas passieren würde.

Wieder zurück in der Kapelle erkläre ich den anderen leise was Astrid uns aufgetragen hat. Wir versuchen noch mehr von ihm über die Kantorin, Schwester Wiltrud und Bruder Rasmus rauszubekommen, er antwortet uns zwar recht bereitwillig, aber wir bekommen keine wirklich nutzbaren Informationen.

Mit der Kantorin ist er schon länger befreundet und Bruder Rasmus kennt er schon lange. Schwester Wiltrud hat ihm die letzten Tage abends immer einen Tee gebracht. Und Bruder Rasmus hatte sich Bücher ausgeliehen, die sich aus theologischer Sicht mit schwarzer Magie befassen. Er scheint uns wahrheitsgemäß zu antworten, aber Ida bemerkt, dass eine Art Dunkelheit auf ihm liegt. Linda beschließt Schwester Wiltrud zu holen. Ich gehe los um Bruder Rasmus zu holen.

Schwester Wiltrud öffnet nicht und scheint nicht da zu sein. Linda öffnet die Tür mit etwas Nachdruck. Leider werden die anderen Schwestern durch das Splittern der Tür wach. Linda schafft es aber sie etwas zu beruhigen, zumindest wird sie in Ruhe gelassen. Im Zimmer der Kantorin findet sie aber nichts.

Mein Versuch zu Bruder Rasmus zu kommen gestaltet sich etwas schwieriger, da ich als Frau nicht in den Wohnbereich der Mönche gelassen werde. Ich hole mir Bengt zur Hilfe, der zum Zimmer vorgelassen wird, aber Bruder Rasmus ist nicht in seinem Zimmer. So mache ich mich auf den Weg zurück zur Kapelle und treffe Linda unterwegs.

Wir beschließen einen kleinen Umweg zur  Bücherei zu nehmen und Linda knackt das Schloss der Tür der Bibliothek, wobei wir zwei ‘Klick’-Geräusche wahrnehmen. Während wir die Bücherei betreten, verspürt Bruder Magnus plötzlich das dringende Gefühl umgehend zur Bücherei zu müssen. Wir erkunden die Bibliothek als plötzlich ein Feuersäule aus dem Boden emporsteigt und uns erfasst. Linda kann das Feuer an ihrer Kleidung sofort löschen, während ich in Flammen stehe.

Magnus versucht derweil Ida und Clara zu überzeugen mit ihm zur Bibliothek zu gehen. Linda schafft es mich zu löschen, aber ich bin schwer verletzt. Sie versucht meine Wunden zu verbinden stellt aber schnell fest, dass sie Hilfe braucht. Sie rennt zur Kapelle da auch Bruder Magnus Hilfe leisten kann. Die anderen rennen los und als sie bei der Bibliothek ankommen, riechen sie Feuer, anscheinend hatten auch einige der Bücher angefangen zu schwelen und brennen jetzt. Die anderen ziehen mich aus der Bibliothek.

Magnus rennt zu seiner Kammer im Untergeschoss, dort steht Wiltrud. Sie versucht ihn durch ihre Worte zum Ausruhen und Schlafen zu ‘Überzeugen’, was Magnus aber verhindern kann. Er verbindet Sunna und kann ihren nahenden Tod abwenden. Dann versuchen alle die Bibliothek zu löschen, beziehungsweise das Feuer einzudämmen, was wie durch ein Wunder gelingt.

Als Magnus uns erzählt, dass Wiltrud unten in seinem Zimmer war, gehen wir nach unten, um sie zu verfolgen. Unten befindet sich ein weiterer Tunnel mit Räumen, die auch über einen geheimen Zugang von Wiltruds Zimmer aus erreichbar sind. Diese Räume benutzt sie als Arbeitszimmer und Labor. Aus einem der Räume hört Magnus die Stimme von Wiltrud die Formeln und Ritiuale ausspricht, die sich nicht nach Gebeten anhören, sondern eher nach Beschwörungsformeln.

Ida reißt die Tür auf, um hinen zu stürmen, was sie sieht ist aber nicht Wiltrud sondern eine alte, hässliche fiese Hexe, eine Vättel. Wiltrud bewegt ihre Hände und spricht etwas was wir nicht verstehen als sie uns bemerkt und auch Ida steht plötzlich in Flammen. Magnus schafft es schnell sie zu löschen. Und er sieht zwar was passiert ist, kann aber nicht so recht glauben, dass das wirklich Wiltrud ist.

Ida rettet sich aus dem Zimmer. Die Hexe versucht Magnus zu bezaubern, damit er uns angreift, aber er kann sich ihrem Befehl widersetzen. Sie kreischt auf und versucht wieder jemanden mit ihrem Feuer zu verbrennen. Linda lässt ihren Morgenstern auf sie zufliegen und trifft sie. Auch Magnus greift die Hexe jetzt an und fragt was sie mit seiner Wiltrud getan hat.

Dann setzt sie Magnus in Flammen, der sofort bewusstlos wird. Clara und ich löschen ihn schnell. Ida versucht die Hexe mit Weihwasser zu bespritzen, was aber keine Wirkung zeigt. Einzig Lindas Morgenstern scheint der Hexe Schaden zuzufügen. Sie kreischt erneut auf und wirft sich auf Magnus. Die beiden gehen sofort in einer Flammensäule auf und auch Clara, Ida und ich fangen wieder Feuer, können es dieses mal aber schnell löschen, Ida und Clara tragen aber schwere Verletzungen davon.

Linda versucht die Hexe noch einmal zu treffen aber sie sieht wie Wiltrud und Magnus zu Asche verbrennen. Dann sieht sie am Ende des Ganges plötzlich wieder die Tür zum Turmzimmer der Königin und hört den Türmechanismus, der die Tür öffnet. Linda rennt schnell los, um Bengt und Norvid zu holen, während ich Linda und Ida etwas stabilisiere.

Wir warten auf die anderen als wir den Türmechanismus wieder hören und wir wissen, dass die Tür sich bald wieder schließt. Wir versuchen so lange wie möglich zu warten und als wir die anderen hören gehen wir durch das Portal. Clara dreht sich noch einmal um und ruft Linda zu, dass sie sich beeilen sollen und sie sprinten auf das Portal zu.

Wir sind alle zurück in unserem Schloss, in dem Gang in dem wir auch vorher das Portal betreten haben. Unsere Kleidung ist wieder die, die wir auch vorher getragen haben und die Wunden, die wir davongetragen haben sind weg. Zu Lindas großer Enttäuschung ist der Morgenstern auch nicht mehr da.

Wir sind aber mental sehr erschöpft und gehen erst einmal zurück in unsere Bibliothek. Auf dem Tisch, auf dem immer das mit Lippenstift gezeichnete Weinglas der schwarzen Dame steht, steht jetzt ein zweites Glas, ein Bierkrug in dem noch etwas Bierschaum ist. Es wird wieder kalt, wodurch ein Geist sein Erscheinen  ankündigt. Wir schauen in Richtung des Kamins und Magnus tritt uns in Erscheinung mit den Worten: „Da seid ihr ja endlich.“

Er schwebt auf mich zu und ergreift Besitz von mir. In dem Moment habe ich das Gefühl er war schon immer der Bibliothekar der Gesellschaft hier auf Schloss Gyllenkreutz. Und ich kenne den Weg zur okkulten Bibliothek. Er verlässt meinen Körper wieder und sagt: „Finde den Weg. Ich kenne die Eingänge.“, dann dreht er sich um, „Ich muss gehen, ich komme später wieder“ und verschwindet als hätte ihn etwas irritiert.

Dann klingelt es an der Haustür. Mitten in der Nacht. Wir gehen zur Tür und Ida blickt durch den Türspion, erkennt aber nur eine Schulter und das die Person vor der Tür einen Umhang oder eine Kutte trägt. Nach kurzer Diskussion öffnet Ida die Tür einen Spalt und die Person sagt: „Ich komme um einen Dienst einzufordern. Einen Dienst der mir versprochen wurde. Sagt ihm es ist Zeit. Ich komme wieder.“ Als er sich wegdreht sieht Ida, dass es Bruder Rasmus ist. Nebel taucht auf und er verschwindet mit den letzten Worten „Grüßt Magnus von mir.“

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