Die Mückenwassermoore

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Meinen Lebtag hätte ich nicht erwartet mit meinen Kameradinnen darüber zu debattieren, ob wir einer Karte folgen, die uns ein Troll übergeben hat. Nun, es ist wie es ist. Mutig wie wir sind stellen wir uns dem, was auch immer uns in diesen Mückenwassermooren erwarten wird. Ich schwöre bei all meinen Vorfahren diesen Troll meine Axt persönlich kennen lernen zu lassen, sollte er uns hinters Licht geführt haben.

Doch wer hätte das gedacht? Nicht nur der Troll und seine Karte scheinen uns in die Sumpfgebiete zu führen, sondern auch Nick Heidening, dessen abenteuerlustiger Sohn Tom wieder einmal wider seines Verstandes auf Reisen gegangen ist. Sein Vater verlangt (ganz recht, er fragt nicht, er verlangt), dass wir uns auf den Weg machen und seinen geliebten Sohnemann retten.

Er sei angeblich mit einem zwielichtigen Zwerg abgehauen, um einen Schatz zu suchen. Wieso auch immer wir diesen Bengel suchen sollen, erschließt sich uns jedoch nicht. Das teilen wir Heidening auch mit. Der nimmt das eher weniger positiv auf. Rosabella kann ihn beruhigen und er geht, endlich.

Man verstehe mich nicht falsch, ich helfe gerne. Ich denke da spreche ich nicht nur für mich, sondern auch für meine Kameradinnen. Was ich aber nicht tolerieren kann, ist fehlender Verstand aufgrund durch Zorn und Verzweiflung hervorgerufene Blindheit. Wir, eine Gruppe mit schwerer Ausrüstung, sollen in ein Sumpfgebiet. Bedeutet erhöhtes Risiko für uns.

Lassen wir unsere Ausrüstung zurück erhöht sich ebenfalls die Gefahr angegriffen zu werden und sich kaum verteidigen zu können. Was ich sagen möchte ist, fünf Personen sollen sich in eine sehr gefährliche Situation stürzen, für einen Menschen der bereits alt genug ist, eigene Entscheidungen zu treffen und dessen Konsequenzen zu tragen. Das macht weder Sinn noch würde eine Person mit dem kleinsten bisschen Verstand dazu ja sagen!!

Sei es wie es ist, meine Gefährtinnen und ich entscheiden uns wenn auch widerwillig dazu, diesen Rotzlöffel zu finden. Das spricht nur für unser Ehrgefühl. Aufgrund der Gegebenheiten entscheiden wir uns dazu unsere Reittiere zurück zu lassen. Wir wählen die Alte Straße bis zu den Wetterbergen, um von dort aus in die Mückenwassermoore zu gelangen.

Unsere Reise verläuft recht ereignislos. Als wir an einer Herberge vorbei kommen, möchte Rianva dort nachfragen, ob Tom dort mit diesem zwielichtigen Zwerg gesehen wurde. „Wenzel der Vergessene“ verlangt Silber für diese Auskunft. Das sagt uns jedoch genug. Wäre keiner der beiden dort gewesen, hätte der Vergessene nichts verlangt. Wir scheinen also auf dem richtigen Weg zu sein.

Wir sind bereits vier Tage unterwegs. Steht der Wind richtig kann man bereits die Mücken aus dem Moor schwirren hören. Ich habe bis jetzt nur grausiges über dessen Größe gehört und freue mich keineswegs bald selbst in Erfahrung zu bringen, wie groß diese Viecher wirklich sind.

Etwas später kommen wir schon an der Wetterspitze an. Rianva möchte nach möglichen Nachrichten von anderen Waldläufern schauen. Wir treffen dort auf Orothel. Sie scheint eine sehr bekannte Waldläuferin zu sein. Es ehrt mich, dass sie uns in eines ihrer Verstecke einlädt.

Vielleicht kann sie uns auch etwas zu diesem Troll und seiner Karte erzählen. Ihre Reaktion, nachdem wir ihr davon berichten, lässt mich stutzen. Sie scheint davon schon einmal gehört zu haben und scheint belustigt? Ob das nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist wird sich noch herausstellen. Ich für meinen Teil frage mich erneut, wieso wir uns auf diese Reise begeben haben.

Sei es wie es ist, Orothel erzählt uns, dass der Troll hinterlistig und verschlagen sei und einen Auftraggeber bezüglich dieses Schatzes hätte und das dieser Schatz sehr wahrscheinlich vom Schatten berührt sei. Grandiose Voraussetzungen. Diese Reise wird mit jedem Schritt den wir machen komplizierter und gefährlicher.

Nachdem Orothel sich unsere Karte angeschaut hat, rät sie uns zu dem Königsstuhl zu gehen. Dort hätte es einst eine Siedlung gegeben und eine Steinformation markiere diesen Stuhl. Im Norden wurden mehrere Trolle gesichtet und sie sei auf dem Weg dorthin. Wie ich sagte, mit jedem Schritt komplizierter.

Sie erwähnt auch einen sogenannten Gorlanc. Ein Hexenmeister. Man wisse jedoch nicht, ob er wirklich die dunklen Künste beherrsche. Jedoch haben wohl viele Gesetzlose mit ihm zu tun und er habe nach vielen Gräbern gesucht. Schaurig.

Orothel gibt uns noch den Tip die „Zirper-Kirper“ mit Netzen und Rauch auf Abstand zu halten. Rianva webt uns große Körbe für diese Mücken-Viecher. Hoffentlich machen die Körbe genau das was sie sollen.

Wir schlagen unser Lager für die Nacht auf. Wirklich schlafen können wir allerdings kaum, denn der sich stetig wechselnde Wind, der durch das Gebirge fegt klingt wie schrilles Geschrei.

Raidriel erzählt uns am nächsten Morgen, dass sie während ihrer Nachtwache ein riesiges nebliges Feld gesehen habe und man ein grünes Schimmern durch diesen Nebel wabern sehen konnte. Ominös. Aber mittlerweile überrascht mich kaum noch etwas auf unseren Reisen.

Orothel, die sich nun selbst auf den Weg macht, empfand das grüne Leuchten jedoch nicht als komisch. In Ordnung. Aber anstatt uns genau zu erklären wieso dieses unheilvolle Geleuchte nicht komisch sei,verschwindet sie.

„Dafür ist keine Zeit mehr.“ Ich schwöre, die fünf Minuten die es kostet uns zu erklären was das für ein Leuchten ist hätten ihre Reisen nicht sonderlich erschwert. Aber uns erschweren diese nichtssagenden schwammigen Aussagen die Reise immens! Aber wo liegt da das Abenteuer und die Spannung, nicht wahr?

Rosabella kundschaftet die Gegend für uns aus und findet für uns einen Weg durch das Moor. Irgendein Getier wuselt sich an unseren Beinen entlang, bei Rapolda und mir eher am Bauch, die Götter mögen uns beistehen, und Insekten en Masse. Nachdem wir uns mit Schlamm eindecken sind wir nun nicht nur ein kleines bisschen besser getarnt, sondern müssen auch etwas weniger Insektenstiche in Kauf nehmen. Die kleinen Momente machens, nicht wahr?

Da wir des nachts durch die Konzerte der Insekten nicht schlafen können, sehen wir alle das unheilvolle grüne Leuchten. Aber nicht verzagen! Wir müssen uns ja keine Sorgen machen. Wenn jemand so weise wie Orothel uns sagt, dass das nicht komisch ist, ist doch alles in Ordnung… oder?

Am Morgen darauf findet Rosabella wunderbare Wege für uns. Nicht mal die Zirper-Kirper stören uns. Ich muss schon sagen, auch wenn ich mich auf die Bewohner dieser Welt mit ihrem stetigen „In-Rätseln-antworten“ selten verlassen kann, auf die Fähigkeiten meiner Kameradinnen ist immer Verlass.

Im Nord-Westen erkennen Rapolda und Raidriel Ruinen die aussehen wie ein Thron aus Stein. Wenn wir den erreichen wollen, bräuchten wir bis in die Nacht, um dort anzukommen. Wir rasten also erst an Ort und Stelle. Auch um zu schauen, ob dieses Leuchten wieder erscheint. Und Tatsache, in der Nacht kommt es aus der Richtung des Throns. Natürlich die Richtung in die wir gehen werden. Wir bemerken auch, dass sich ein Wolfsrudel in unserer Nähe aufzuhalten scheint. Sollen sie nur kommen. Diese Zwergin wird kein Fressen für Wölfe werden!

Am nächsten Morgen machen wir uns nun also auf den Weg zu diesem Steinthron. Je näher wir kommen, desto unwohler fühlen wir uns. Rianva teilt uns mit, dass dies nicht nur ein Ort für Wölfe, sondern auf für Warge sei. Bemerkbar sei dies auch besonders durch die riesigen Löcher im Boden um den Steinthron herum und die daraus stierenden gelben Augen. Gut, Warge sind natürlich etwas anders als Wölfe aber in Begegnung mit meiner Axt reagieren alle gleich.

Beim Thron angekommen walte ich als Schatzsucherin meines Amtes und Suche den Schatz, haha. Da soll noch einer behaupten Zwerge hätten keinen Humor! Mir fällt auf, dass dieser Thron auf einem offenen Feld strategisch als auch zur Ehrerbietung für wen auch immer der hier dann säße wenig Sinn macht. Er muss also noch einen anderen Sinn haben.

Nachdem ich mich auf diesen Fels setze erkenne ich, dass man von hier aus auf ein Hügelgrab blickt. „Ha!!“ rufe ich laut nach meiner Erkenntnis aus. Darauf macht sich das Rudel bemerkbar. Mein Fehler, das passiert mir nicht nochmal. Wir versuchen uns gen Hügelgrab zu schleichen und schaffen es auch. Hatte ich es nicht gesagt, was die Fähigkeiten meiner Kameradinnen angeht? Das erfüllt dieses Zwergenherz mit Stolz.

Angekommen bei dem Grab erblicken wir etwas, was hier eher unter die Erde gehört. Die Leiche eines Mannes und eines Zwergs. Beide kamen durch eine Klinge ums Leben. Wir entdecken auch eine alte Lagerstelle und eine Steinplatte, die etwas zu verdecken scheint. Und wenn unsere Sinne uns nicht trügen scheint der Schatten an diesem Ort sehr präsent zu sein. Mögen die Götter uns beistehen.

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