Goldene Ketten II – Strandräuber

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Praiostag 6. Rondra 1022 – Ein Abend in Jekdisit
Nachdem sie das Anwesen der Fronvögtin verlassen hatten, kehrten Rowin, Lyoscho, Fenew, Styrvake und Tsaekal zum Abendbrot im Gasthaus Zum Eichenhain ein. Neben einigen Gästen aus dem Ort war dort auch ein Zwerg. Der Wirt Meljow wusste lustige Geschichten von Ritter Rondramir von Jekdisit zu erzählen, aber wenig über den Traumhain von Jekdisit – er verwies auf die Perainegeweihte Garjescha.

Lyoscho sagte, dass seine Lehrmeisterin ihm mitgeteilt hatte, mit dem Zwerg zusammen zu reisen. Etwas gekränkt ob der Häme von Fenew und Styrvake lud er den Zwerg zu ihnen an den Tisch ein. Er hieß Rogolon Sohn des Dorlosch und war von Goblins gesandt worden, um nach Lyoscho, dem Wanderer der Kulturen, zu suchen. Nur zögerlich fügte er zu, dass er ein Gefangener der Goblins gewesen war. Man beschloss gemeinsam mit Rogolon im Traumhain zu übernachten.

Im Perainetempel berichteten Wandmalereien von der Geschichte des Traumhain – doch war diese Version anders. Bauer Toschkoff hatte einen Pakt mit einem schwarzen Mann geschlossen. Als er diesen bereute, betete er zu Peraine, die ihn anwies Eicheln zu sähen, um seine Seele zu retten. Garjescha bestätigte offen, dass sich die Fronvögtin seit einigen Wochen besonders hart und ungerecht verhalten hatte. Auch schien Nadschenka Laikis Gedanken lesen zu können.

Danach verließen sie das Dorf, betraten den Traumhain und richteten sich auf einer kleinen Lichtung, die von neun Steineichen umgeben war, für die Nacht ein. Sie teilten Wachen ein. Doch Fenew, der die erste hatte, wurde vom Zauber des Ortes übermannt.

Schneetag 7. Rondra 1022 – Kampf mit der Fronvögtin
Noch bevor sie sich am nächsten Morgen über Ihre Träume austauschten, verliessen sie auf Drängen von Fenew und Styrvake den Ort, den die beiden als bedrohlich empfanden. Rowin berichtete von einem Zug von Gefangenen, die vom Marschall Gerbald von Ruckenau in goldenen Ketten nach Hinterbruch geführt wurden. Fenew hatte geträumt, er sei ein gewisser Semjoff gewesen und von einem gewissen Irjan im Streit um die Kette erwürgt worden. Rogolon hatte geträumte, er sei der Kapitän gewesen, den Marschall Gerbald von Ruckenau auf die Suche nach dem allerkostbaren ausgeschickt hatte. Styrvake hatte mit Nadschenka bis zum zweiten Blut gekämpft, um ihr den Stein abzunehmen. Lyoscho hatte von einem Strandräuber geträumt, den Graf Tetzmar gehängt hatte.

Sie besuchten nochmal die Fronvögtin. Das Gespräch verlief wenig besser, doch erlaubte sie Lyoscho ihren Stein (Einschluss: eine Motte) zu untersuchen. Er erhöhte die Geisteskraft und hatte schon beträchtlich Einfluß über seine Trägerin gewonnen. Nach einem weiteren Besuch bei der Geweihten beschlosRowin, Nadschenka zum Zweikampf um den Stein zu fordern. Er gelobte im Fall einer Niederlage, sie nicht weiter zu behelligen. Wütend akzeptierte sie und gewann überlegen.

Spät am Abend erreichten sie wieder Hinterbruch und berichteten dem Grafen von ihrem Scheitern und ihren Träumen. Lyoschos Traum bezog sich offensichtlich auf das Strandräuberlied. Graf Tetzmar eröffnete ihnen, dass die Träume seiner Meinung nach von Tasfarelel stammten, was besonders Rowin erschütterte und ihn an der Integrität des Grafen zweifeln ließ.

Feuertag 8. Rondra 1022 – Tod des Bernsteinvogtes
Stane erschien frühmorgens und berichtete dem Grafen und dessen Gästen vom Tod seines Vaters. Der Graf entsandte sie alle nach Sonngrunden, wo sie kurz vor Mittag ankamen. Der Vogt war im Morgengrauen mit seinem Pantoffel über die Ecke seines Teppichs gestolpert, weil der Nagel, der die Ecke gehalten hatte, gebrochen  war. Daraufhin war er auf eine Truhe gefallen und hatte sich das Genick gebrochen. Die Truhe war erst am Abend zuvor verrückt worden war, um eine Mausefalle aufzustellen. Lyoscho stellte fest, dass diese Gegenstände alle mit einem dämonischen Band verknüpft waren.

Unmittelbar vor seinem Tod hatte Orschin Turjeleff einen Besucher empfangen und sich mit ihm gestritten. Außer ihnen war sonst nur Stane im Haus gewesen. Die Schatulle mit dem gräflichen Geld, dass dem Bernsteinvogt zum Ankauf von Bernsteinen zur Verfügung stand, war gestohlen worden. Der Graf hatte ihnen ein Schreiben für Libussa mitgegeben, dass sie zur neuen Bernsteinvögtin machte, was Stane wütend kommentierte. Ohne ihn verfolgten sie eine Spur von in der Eile verlorenen Münzen, bis sie das Dorf halb umrundet hatten und die leere Schatulle vorfanden. Die Spur führte für ein bis zwei Stunden durchs Watt, bis sie dann hinter einigen Dünen ein verfallenes Dorf entdeckten.

Drei Hütten waren mit Strandgut wieder hergerichtet worden. Als Rowin an einer anklopfte, wurden Bolzen aus Armbrüsten auf sie abgefeuert. Sechs Strandräuber stürzten aus ihren Hütten und griffen sie an. Einer trug die Marschallskette mit fünf verblieben Steinen. Wer gegen ihn kämpfte spürte einen eiskalten Hauch und der Boden schien ständig nachzugeben. Doch die Strandräuber waren weder überlegene Kämpfer noch waren sie gerüstet. Zwei flohen, zwei weitere waren alsbald kampfunfähig und die letzten zwei wurden erschlagen.

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