Humanitäre Hilfe – Teil 2

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Wir führten unsere Nachforschungen weiter mit der Befragung der Klinikleiterin Dr. Debari und einer Krankenschwester, die uns erzählte, dass der Quarzsplitter von einem Indianerjungen in voller Tracht überbracht wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die ersten Fälle von Lungenentzündungen aufgetreten, die sich dann später als die neue Seuche herausstellten. Der Junge sprach nicht, betonte aber sehr bestimmt und gestenreich, dass die Krankenschwester den Quarzsplitter an sich nehmen solle.

Dann untersuchten wir das Quartier der Archäologen in einem Motel der Stadt. Sie hatten einen Raum als Forschungszimmer eingerichtet und dort fanden wir wichtige Hinweise. Zum einen das Tagebuch des Forschungsleiters. Wichtige Informationen waren, dass der Quarzsplitter ca. 10.000 Jahre alt war, die Technomancerin hatte die ganze Zeit Kopfschmerzen, und dass alle Spuren der Archäologen, wenn auch erst nach einiger Zeit, auf eine Insel vor der Küste hindeutete. Das passt auch zu unseren Nachforschungen, denn wir hatten vorher schon herausgefunden, dass die Seuche sich wohl von der Küste aus in die Stadt ausgebreitet hatte, also wahrscheinlich von der Insel aus.

Die Insel heißt Wadaah Island und die Archäologen fanden heraus, dass sie wohl früher einmal Insel der Kommunikation hieß. Falls es dort spirituelle Aktionen gegeben hat, muss dass allerdings schon sehr lange her gewesen sein, denn die einheimischen Makah waren sich sicher, dass in ihrer Tradition dort keine spirituellen Rituale abgehalten worden waren. Der letzte Eintrag der Archäologen war, dass sie die Insel aussuchen wollten.

Wir fuhren mit zwei Wagen hin, die wir am Rand des Dammes zurückließen und gingen zu Fuß über den Damm auf die Insel. Vor der Insel war der Geruch, der in der Stadt nur ungenau wahrzunehmen war, sehr deutlich: Blut und Kot. Als wir über den Damm Richtung Insel gingen, gerieten wir in eine Nebelbank, die äußerst merkwürdig war: der Nebel war irgendwie dicker, michig und Licht kaum zu durchdringen. Auf der Insel angekommen hörten wir vom Inneren der Insel eine Art Maschinengeräusch und wir sahen die Silhouette eines Indianerjungen.

Wir gingen weiter und als wir uns den Maschinen näherten, schlich sich Salix vor und machte eine erstaunliche Entdeckung: auf einer Lichtung befanden sich alte Bauten und in der Mitte ein riesiges Loch mit Ratten und jede Menge Rattenkot. Dazu gab es mehrere „Schneekanonen“ in die Gestalten den Rattenkot schaufelten. Nicht überraschend war, dass diese „Kanonen“ auf die Stadt gerichtet waren. Ich hatte mich zwischendurch schon mal gefragt, wie die Krankheit sich zu einer Seuche entwickeln konnte, wenn sie doch eigentlich nur von Rattenkot auf den Menschen übertragen werden konnte und nicht von Mensch zu Mensch. Aber ich gestehe, ich hatte dann nicht weiter drüber nachgedacht. Nun war es also klar: die Infektionskeime wurden hier in die Luft gebracht und so steckten sich die Menschen von Neah Bay mit dem veränderten Hanta-Virus an.

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