Aufzeichnungen des Maelgwn y Cawr – Kapitel JV

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JV Ebrill MCCXXXVIIJ a.u.c.
Powys, Cymru

Heute Nacht bekam ich die Macht dieses Alptraums am eigenen Leib zu spüren. All meine Kraft half mir jedoch wenig gegen diesen Kalten Schrecken. Gwenneg sah noch einen Schatten dieses Wesens flüchten, was bisher noch niemandem gelungen war.

Im Auftrag von Lord Idriss reisten wir dann in Richtung Brin-Ryth, um die Ursache dieser Vorfälle zu ergründen. Während der Mittagsrast besuchte uns dann Osrec der Sachse. An der Seite trug er das Schwert Blutrinne, welches einst für den König der Dänen gefertigt wurde. Ein wahrhaft schönes Stück meisterhafter Handwerkskunst. Er versuchte uns anzuheuern, da wir bewiesen hätten das wir zu kämpfen vermochten. Heute Nacht werden sie vermutlich Caer Tambylan angreifen und auch dort versuchen mit Entführung mögliche Bündnisse zu vereiteln. Hier lag wohl auch das eigentliche Anliegen des mysteriösen Auftraggebers mit den grünen Edelsteinen. Vor dem Priester des Manawydan und den Iren, war Osrec ebenfalls von seinem Auftraggeber gewarnt worden und so ist immer noch nicht klar auf wessen Seite sie eigentlich stehen.

Trotz unserer Anstrengungen, gelang es uns nicht bis zur Nacht Brin-Ryth zu erreichen. Und so lagerten wir am Rande einer Lichtung mit einigen großen Monolithen, in deren Mitte Nebelschwaden umher waberten. Aled sagte hier sei das Awen stark, vielleicht regnete es deswegen dort nicht. Jedenfalls stürmte, aus dem Tor zur Anderswelt inmitten der Steine, Rhys heraus in den Wald als wir uns näherten. Später am Abend sahen wir einen weißen Wolfshund mit rotglühenden Augen aus dem Nebel treten. Ihm folgten ein Wolf und eine menschliche Gestalt mit schneeweißen Haaren, grün schimmernden Augen und Tätowierungen im Gesicht. Er stellte sich als Wyllt vor, einem der Namen des Gwynn ap Nudd, und lies uns wissen, dass Rhys unter seinem Schutz stünde. Bei seinem Tod würden alle in den vier Orten verloren sein. Etwas schreckliches wäre vor langer Zeit geschehen und die Lebenden müssten nun selbst dafür sorgen es zu lösen. Wir sollten seine Tochter finden, die Bestie retten und jene bereuen lassen. So lies er uns grübelnd, mit einer Ahnung wo die alten Druiden die Kunst des Faselns erlernten, zurück.

V Ebrill MCCXXXVIIJ a.u.c.
Brin-Ryth, Cymru

Am späten Vormittag dieses Tages trafen wir in Brin-Ryth ein und erfuhren, dass auch hier diese Alptraumkreatur ihr Unwesen trieb. Wir waren nicht die ersten die nach der „Hexe“ suchten, denn vor zwei Tagen waren bereits die Iren und der Priester des Manawydan hier angekommen. Auch sie hatte man in Richtung Norden zum alten Römerturm geschickt, in den sich Serena, nachdem sie auch in Brin-Ryth als Hexe aus dem Dorf gejagt worden war, zurück gezogen hatte.

Da wir uns durch Gwynn ap Nudd nun sicher waren das etwas verheimlicht wurde, forschten wir weiter nach und ließen uns nicht mit ausweichenden Antworten abspeisen. Und so gelang es uns letztendlich herauszufinden das es früher einen fünften Ort gab. Hier wurden damals grüne Edelsteine gefunden und die Lords der vier anderen Orte (Brin-Ryth, Caer Tambylan, Caer Cynghanedd und Mancetter) schmiedeten ein Bündnis, um sich die Reichtümer anzueigenen. Gemeinsam schliffen sie den Ort und töteten alle Einwohner, bis auf die Tochter des Lords, welche verschwunden blieb. Das Bündniss indes brach vor zwanzig Jahren, als es unerklärliche Todesfälle in den Familien der vier Lords gab.

Wir vermuten nun das diese Tochter vor eben genau diesen zwanzig Jahren aus der Anderswelt zurück kehrte und uns als Briallen bekannt ist. Vermutlich hat sie dort, zusammen mit Gwynn ap Nudd, eine Tochter gezeugt, die nun als Serena in einem alten Römerturm im Zentrum des Sturmes hockt. Sehr wahrscheinlich ist auch, dass Briallen der Auftraggeber der Sachsen ist, denn sie dürfte die Lage des geschliffenen Dorfes noch kennen und somit Zugriff auf die Edelsteine haben. Ob es ihre Mutter war, die den Fluch gegen Rhys aussprach, wissen wir nicht, aber wahrscheinlich gehörte er zu den Kriegern die diese grausame Ernte durchführten. Und deswegen wollte sie vermutlich auch nicht helfen.

In der Hoffnung den Turm noch vor Einbruch der Nacht zu erreichen, werden wir uns gleich auf den Weg dorthin machen und beginnen dieses grausige Vermächtnis zu entwirren.

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