Aus einem weiteren Brief an den hohen Rat der Tremere in Wien

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Münster, 20 Juno im Jahre 1812

Ehrenwerte Herren,

schon lange liegt mein letzter Bericht von den Ereignissen in dem kleinen Städtchen Dortmund zurück und doch hoffe ich, nein eigentlich bin ich mir sicher, dass Ihr Euch an die drei mutigen Kainiten erinnern könnt welche zur Zeit in unserem Auftrag die Stadt Dortmund befrieden.

Mein letzter Brief schloss mit dem Wunsch dass nun endlich ruhigere Zeiten in Dortmund anbrechen mögen nachdem der Sabbat und insbesondere der Kölner Hruthmar aus der Stadt vertrieben worden war.

Leider muss ich Euch mitteilen, dass diese ruhigen Zeiten nur von kurzer Dauer waren. Kurz nach meinem letzten Brief an Euch überschlugen sich die Ereignisse erneut. Diesmal waren weniger unsere wackeren Pioniere dafür verantwortlich sondern sie wurden von den weltpolitischen Ereignissen mehr oder minder überrascht.

Wie Euch sicherlich bekannt ist sammelte Napoleon schon im Herbst letzten Jahres eine Armee um Russland in die Knie zu zwingen. Im Verlauf dieser Truppenbewegungen wurde auch eine Versorgungsgarnison in der Nähe von Dortmund errichtet. Mein Informant ist sich leider bis heute unsicher was nun genau geschehen ist, Fakt ist aber das die in Dortmund heimischen Colberts (eine Toreadorfamilie, Ihr erinnert Euch) ein Wiedersehen mit Ihren französischen Landsleuten (es waren wohl auch ein paar wenige Kainiten in der Garnison) unbedingt vermeiden wollten. Des weiteren gab es wohl leichte Unstimmigkeiten zwischen den mitgereisten Kainiten und den in Dortmund ansässigen Vampiren. Der Prinz und seine Gefolgsleute mussten sich dann auch noch mit einer Untergrundorganisation herumplagen welche den weltlichen Frieden durch Angriffe aus die stationierten Franzosen störte. Allen Unbill zum Trotz bewältigte der Prinz alle anfallenden Probleme souverän, er scheint also nicht die von einigen so ausgemachte schwächliche Marionette des Ventrues Sir Edward Bruce zu sein.

Die Probleme mit den Franzosen lösten sich bald danach auch in Wohlgefallen auf, die Garnison wurde versetzt.

Kurz darauf überschlugen sich die Ereignisse in Dortmund allerdings wieder. Zu meinem Leidwesen muss ich gestehen das weder mein getreuer Informant als auch meine Wenigkeit den zeitlichen Ablauf noch vollständig überblicken können. Es reisten auf alle Fälle wieder etliche Vampire nach Dortmund. Unter anderem auch ein Südländer den mein Informant als Assamit identifizierte. Dieser Südländer hat dem Prinzen die Nachricht überbracht, dass Hruthmar und seine Getreuen angegriffen worden seien und Hruthmar mit zwei Helfershelfern fliehen konnte aber sehr geschwächt sei. Interessant dabei ist, dass es tatsächlich einen Angriff auf den Kölner Sabatti gegeben hat. Informationen wie sie der Prinz erhalten hat deuten allerdings darauf hin, dass er entweder Informanten in der Organisation die sich „Die schwarze Hand“ nennt hat oder sich selber dieser Organisation verschrieben hat. Ich werde jemanden bitten das zu untersuchen. Zusätzlich waren plötzlich noch 5 Brujah und 2-3 Ventrue in der Stadt. Ohne letztendlich wirklich eine Berechtigung zu haben in Dortmund verweilen zu dürfen , wurde ihnen ein zeitlich begrenzter Aufenthalt getattet. Erwähnt werden sollte an dieser Stelle, dass es sich bei einer der Brujah um ein sehr mächtiges Kainskind handelte. Sie besass sogar die Kühnheit den Prinzen und seinen Rat zeitweise unter ihre geistige Kontrolle zu bringen. Was sich nun genau danach abspielte ist ungeklärt. Ein positives hatte der darauffolgende Tumult, der Magus verbrannte netterweise in seinem Haus. Ein Verlust den ich persönlich nicht wirklich bedauere. Meines Erachtens muss man die Brujah in Zusammenhang mit dem Ableben des Magus bringen, da sowohl die Brujah als auch der Magus sehr interessiert an einer Grabstätte des Dortmunder Friedhofs waren, doch dazu spätermehr.

In der Zwischenzeit wurde dem Prinzen noch ein Päckchen übergeben welches er für den Prinzen in Ulm aufbewahren sollte.

Ich weiss nicht was den Prinzen dazu trieb, aber in seiner Not (im Päckchen selbst war ein Stein) schickte er es weiter an mich. Da die Bitte des Ulmer Prinzen eindeutig war und ich schon einen dummen Verdacht habe was es mit dem Päckchen auf sich hat, habe ich es umgehend zurück nach Dortmund geschickt. Nun aber zu den weiteren Vorfällen in Dortmund.

Nachdem der Magus sein heisses Ende gefunden hatte waren die Dortmunder Kainiten aufgeschreckt. Fieberhaft versuchten der Prinz und sein Gefolge die Verantwortlichen zu finden. Was sich nun genau abgespielt hat lässt sich schwer nachvollziehen. Jedoch geriet der noch in der Stadt anwesende Assamit in den Verdacht Hruthmar zu sein oder zumindest ein bösartiger Sabbatanhänger in gemeingefährlicher Mission (der Angesprochene vergnügte sich zu dieser Zeit in den Etablissements der Stadt…). Zu seinen Lasten muss gesagt werden, dass er dumm genug war dem Prinzen und dem Rat der Stadt mitzuteilen das Hruthmar und zwei Begleiter entkommen seien und selber in Begleitung von zwei Ghulen in Dortmund zu erscheinen. Nach Angaben meines Informanten trat hier besonders Sir Edward Bruce für eine Bestrafung des Assamiten im Sinne von „erst töten, dann fragen“ ein. Man muss dem Rat der Stadt zugute halten, dass wenn sie es wirklich mit Hruthmar zu tun gehabt hätten dieses Vorgehen ihre einzige Chance gewesen wäre. Da es sich nicht um Hruthmar handelte wurde ein wahrscheinlich vollkommen unschuldiger (und in den letzten Momenten seines Lebens wohl ziemlich überraschter) Assamit in einem der Etablissements des Kainiten Ian McDougal von den Kainiten der Stadt sehr schnell und gründlich beseitigt. Was für Folgen dieses Vorgehen hat bleibt abzuwarten……

Wohl mehr oder minder zur gleichen Zeit müssen die in der Stadt anwesenden Brujah ein Grab auf dem Friedhof Dortmunds geöffnet haben. Was sie dort genau für ein Geschöpf befreiten kann mein Informant nicht sagen, es war aber mächtig und gefährlich genug um offenbar drei der Brujahs zu töten. Die anderen übernahmen offenbar die Verfolgung dieses Wesens und verschwanden genauso wie die Ventrue aus der Stadt.

In den letzten Tagen war es wieder ruhig in Dortmund, die anwesenden Kainskinder konnten ihre Kontakte pflegen und ausbauen, die Strukturen der Stadt festigen und vor allem die Ruhe geniessen. Ich befürchte bloss, dass diese Ruhe trügerisch ist. Die Assamiten und die schwarze Hand wird sich sicherlich über den Verbleib des in Dortmund gemeuchelten Hakeem El – Shadeer wundern. Wie mir einige treue Ratgeber erzählten ist ein Zug von einen bunten Völkchen (Zigeuner oder anderes fahrendes Volk) auf dem Weg nach Dortmund. Meinen Informationen zufolge werden sie bald die Stadt erreichen, mal sehen wer sich hinter dieser etwa 100 – 150 Mann starken Gruppe verbirgt.

Sobald es wieder Erwähnenswertes aus Dortmund zu berichten gibt, werde ich Euch kontaktieren.

In treuer Ergebenheit und allzeit der Eure

Friedrich Schlüter. (ps)

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Über thd

1984 DSA 1 zum Geburtstag gewünscht und wider Erwarten die Basis-Box bekommen. Nachdem ich Silvana drei mal befreit hatte, merkte ich, dass ich Mitspieler brauchte, um mit der Box weiter etwas anfangen zu können. Glücklicherweise sah ein Freund aus der Nachbarschaft die Bücher bei mir herum liegen und meinte, sie würden in einer Runde etwas ähnliches Spielen, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Klar hatte ich das, und so bin ich mit Dungeons & Dragons angefangen. Zahlreiche Runden, Systeme und eine Vereinsgründung später, findet sich auf THORNET ein ziemlich großer Ausschnitt meiner Rollenspielerlaufbahn.

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