Durmod groscho Dargrimmar

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Geboren wurde Durmod am 20. Nebelmond 963 BF als Zwilling (Rogar) von Durmodin in den Hallen von Xorlosch. Der Vater, Dargrimmar groscho Durgolim war ein angesehener Feinmechaniker, die Mutter Tulrama groschna Tulreme war Angrosch-Priesterin und in dieser Funktion hauptsächlich Hebamme und Heilerin. Mit der Niederkunft ihrer beiden Söhne widmete sie sich vorrangig deren Erziehung.

Der Klan Darbosch war ein alter und angesehener in der Stadt, der in seiner Geschichte mehr als zwei Dutzend Absolventen der Akademie des Drachenkampfes zu Xorlosch hervorgebracht hatte. Man munkelte allerdings, dass ein Fluch auf ihm lag, denn von all den wahrhaft fähigen Kämpfern der Sippe die ausgezogen waren, erschlug niemand einen Drachen, viele kehrten niemals in ihre Heimat zurück.

Durmod hatte eine behütete und glückliche Kindheit. Er und sein Zwillingsbruder Durmodin waren unzertrennlich und unternahmen fast alles gemeinsam.

Mit dem ersten Flaum, dem fünfzehnten Lebensjahr, nahmen die Brüder an der Aufnahmeprüfung der Kriegerakademie in Xorlosch teil. Damals wurde jedes zweite Jahr nur ein Schüler aufgenommen. Und obwohl sich beide als würdig erwiesen, fiel die Wahl auf Durmod, vermutlich, weil er der bedächtigere und besonnenere war.
Während er in die Akademie einzog, ging Durmodin in die Lehre bei einem Waffenschmied. Doch schon bald stellte ich heraus, dass er ein eher mäßiger Handwerker werden würde, er aber ein unbestreitbares Geschick im Umgang mit der Waffe aufwies. Fortan lag der Schwerpunkt seiner Ausbildung eher im Kampftraining als in der Handwerkskunst. Ihre von nun an spärliche  Freizeit verbrachten die Brüder dennoch häufig zusammen. Bei einem abendlichen Bier saßen sie beisammen und träumten oft von fernen Ländern, aufregenden Reisen, Abenteuern und Heldentaten.

Im fünfzehnten Lehrjahr, also 993 BF, begleitete Durmod seinen Akademieleiter, Trommok Sohn des Tralak, und einen Angrosch-Priester aus den Heiligen Hallen als Ordonnanz auf eine Mission in den Eisenwald. Von dort ging es weiter nach Schradok.. Durmod wusste nicht genau, warum man nach so vielen Jahren des Streits und der Konflikte plötzlich dringende Gespräche mit den Phecanowaldern führen musste, aber nach allem, was er hörte, hatte es etwas mit einer alten Grolmenstadt, Lolgrolmosch, zu tun. Die Erzzwerge der abtrünnigen Bergfreiheit hatten schon vor langer Zeit (während der Regentschaft Rohals des Weisen), eine alte Schmiede unter dem Berg gefunden. Sie nannten sie damals Angrolmûr. Jetzt verdichteten sich die Hinweise, dass noch weitere Stollen geöffnet worden waren und man sogar die „sich selbst antreibende Maschine“ entdeckt hatte. Die Eisenwalder hatten Angst, dass noch mehr Geheimnisse an die Menschen verraten wurden und somit die Gegend sich zunehmend destabilisierte. Dazu kam, dass man die Gerätschaften der Abtrünnigen für wenig angroschgefällig hielt.
In Schradok angekommen, entbrannte ein Streit unter den Abordnungen, wo die Verhandlungen abgehalten werden sollten. Daraufhin erbot sich die Kronvögtin des Yaquirbruchs, ihr Anwesen in dem Städtchen Oberfels zur Verfügung zu stellen. Durmod war an den Abenden der Treffen im Garten im Innenhof des Hauses als  Wächter eingeteilt. Er musste dort auf die Tochter der Hausherrin und ein paar andere Kinder ein wachsames Auge haben. Zunächst kam er sich etwas blöd vor, die „Amme“ für die Bälger zu mimen, doch es stellte sich heraus, dass Alwene Sâlingor ein aufgewecktes und vor allem neugieriges Kind war. Sie hatte noch nie mit einem Zwergen gesprochen und nutzte die Gelegenheit ausgiebig. Dabei musste Durmod feststellen, dass er große Freude hatte, die naiven Fragen des Mädchens zu beantworten.
Die offiziellen Gespräche scheiterten nach einigen Tagen, und der Graben zwischen den Eisenwaldern und den Phecanozwergen vertiefte sich weiter.

Mit der Feuertaufe, im fünfunddreißigsten Lebensjahr, 998 BF, wurde das Band der Zwillinge von einem Geoden gelockert. Durmod schloss kurz darauf seine Kriegerausbildung ab und fand, wie alle Absolventen der Akademie, Aufnahme im Orden der Drachenjäger.
Die Brüder beschlossen, auf Abenteuer zu gehen. Durmodin appellierte zwar an seines Zwillings Pflichtgefühl, wehrte sich aber auch nicht übermäßig, als dieser auf die Reise bestand. Schon seit damals, als die Wahl der Akademielehrer auf ihn fiel, quälte Durmod ein schlechtes Gewissen, das er so ein wenig besänftigen wollte.

Recht bald schlossen sich beide den Kor Knaben an. Dort lernten sie Albrax Sohn des Agam kennen, der zu dieser Zeit noch Kommandant der Söldnertruppe war, sowie Workah „Blutbart“ Sohn des Worgrim, Hauptmann der Einheit. Sie kämpften 1003 BF im zweiten Zug der Oger an den Trollpforten. Dabei wurde Durmodin in der Schlacht getötet. Gebrochen kehrte Durmod mit den sterblichen Überresten seines Bruders nach Xorlosch zurück und verlies bald darauf die Stadt. Er reiste nach Schradok und verdingte sich dort als Söldner.

1005 BF begleite Durmod als Wachsoldat den Bergkönig Gorfar Sohn des Gurobead  von Angoramtosch1 zur Beerdigung der bis dato amtierenden Kronvögtin, der Mutter des Mädchens, deren „Amme“ der Zwerg vor einigen Jahren war. Allerdings hatte er während der Trauerzeremonie nur kurz Gelegenheit, der mittlerweile jungen Frau zu kondolieren. Etwas später wurde er aber zur Amtseinführung Alwenes als neue Kronvögtin des Yaquirbruchs eingeladen. Im Verlauf des Abends ergab es sich, dass er ein paar Worte mit ihr wechselte. Es stellte sich heraus, dass sie sich noch gut und auch gerne an die Begegnung in Oberfels erinnern konnte. In diesem Moment gelang es Durmod fast, seine tiefe Trauer um seinen geliebten Bruder zu überwinden.

In den folgenden Jahren verbrachte er seine Zeit am Hof des Bergkönigs, wurde aber nicht glücklich. Außerdem fand er keine Freunde in der Stadt, wohl auch wegen seines eigenbrötlerischen Charakters und seiner Abstammung aus Xorlosch. Man schätzte zwar Durmods Ausbildung und seine Fähigkeiten als Krieger, seinen Lebensunterhalt konnte er damit bestreiten, die Angroschim in Schradok waren aber aufgrund seiner Herkunft ansonsten eher misstrauisch und voller Vorurteile. Auch war er kein guter Soldat mehr. Immer wieder wurde er durch die Rüstung und die Waffen an den Verlust seines Bruders erinnert.

Durmod beschloss umzusatteln und Schradok zu verlassen. 1007 BF suchte er die Marchesa auf und bat um ihre Unterstützung. Diese wurde ihm gewährt. Er bekam die nicht unerhebliche Summe von Tausendfünfhundert Dukaten2 geliehen. Damit ließ er sich in Vinsalt zu einem Wundarzt ausbilden und richtete sich eine kleine Praxis ein. Er macht sich schnell einen Namen im Viertel Alt-Bosparan, in dem er sich niedergelassen hatte.
Bald beschäftigte er eine Haushälterin. Ihr Name war Traviane, eine mitten im Leben stehende Enddreißigerin, deren Mann früh dem Raschen Wahn erlag. Sie hatte einen Sohn, Thalian, den Durmod, als er zwölf Jahre alt war, als Lehrling aufnahm. Die Geschäfte in der Stadt gingen gut, und er war zufrieden. Er konnte seinen Kredit bei der Nordlandbank bedienen und ein bescheidenes Leben führen.

1017 BF, Thalian war mittlerweile fünfzehn, brach der Zwerg mit seinem Lehrling nach Grangor auf, um vom vierten bis achten Rahja die große Warenschau zu besuchen. Dort wollte er nach chirurgischem Werkzeug Ausschau halten und seine Vorräte an Kräutern und Tinkturen aufstocken.

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Über thd

1984 DSA 1 zum Geburtstag gewünscht und wider Erwarten die Basis-Box bekommen. Nachdem ich Silvana drei mal befreit hatte, merkte ich, dass ich Mitspieler brauchte, um mit der Box weiter etwas anfangen zu können. Glücklicherweise sah ein Freund aus der Nachbarschaft die Bücher bei mir herum liegen und meinte, sie würden in einer Runde etwas ähnliches Spielen, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Klar hatte ich das, und so bin ich mit Dungeons & Dragons angefangen. Zahlreiche Runden, Systeme und eine Vereinsgründung später, findet sich auf THORNET ein ziemlich großer Ausschnitt meiner Rollenspielerlaufbahn.

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