Der Weiße Berg: Der Fluch von Burg Dragenstein – Teil 3

Schreibe eine Antwort

23. Rondra abends

Wir treffen uns im Gasthaus “Zum fetten Schinken“ und beraten über die bevorstehenden Aufgaben. Es ist schon spät und die letzen Gäste sind dabei zu gehen. Zur ersten Aufgabe (auf sechsbeinigem Ross reiten) fällt uns ein, dass man versuchen könnte, auf dem dressierten Hirschkäfer der Gaukler oder auf einem Tatzelwurm zu reiten. Beiden haben sechs Beine und sind groß genug, einen Abenteurer zu tragen. Ich mache den Vorschlag, doch einfach ein Brett auf die Schultern von Einskaldir, Latu und Xargrosch zu legen und dann auf diesem “Ross“ zu reiten. Mein Vorschlag wird aber abgelehnt .. schade. Das ungeborenen Kind könnte ein Kind sein, welches auf ungewöhnliche Weise das Licht der Welt erblickte. Der Finger könnte eine Gesteins- oder Felsformation sein, die es zu erklimmen gilt und Ormans Mund könnte sich auf eine Flussmündung beziehen. Der “alter Väter Stein“ könnte eine Kultstätte beschreiben und eine Stumme könnte durch Gesten eine Neuigkeit kund tun.

Wir fragen zunächst den einfältigen Knecht von Andrine, der uns aber nicht helfen kann. Andrine selbst hat dann aber Zeit, nachdem die letzten anderen Gäste den Gasthof verlassen haben. Sie legt sehr viel Wert auf Etikette und ist für eine Wirtin außergewöhnlich eloquent. Vielleicht ist sie nicht das was sie zu sein scheint? Sie kennt das Lied der Nimuan, kann uns aber nicht weiter helfen. Wir nehmen noch ein kleines Mahl zu uns und begeben uns zur Ruhe. Karakal übernachtet wieder im Rondra-Tempel und Xandros fühlt sich nicht wohl und wird sich einige Tage in der Magierakadamie auskurieren.

24 . Rondra

Wir suchen zunächst das Gauklerlager auf, aber außer Ugdalf ist noch keiner auf den Beinen. Als er von unserem Vorhaben erfährt, Nimuans Lied zu lösen, lacht er uns aus, da es ja allgemein bekannt sei, dass dies unmöglich ist. Nunja, wir versuchen es trotzdem. Wir fragen ihn nach dem Hirschkäfer, doch auch dieses Tier und seine Herrin Xaviera schlafen noch. Wir müssen also später wieder kommen. Hirschkäfer sind also keine Frühaufsteher. Auf den Finger angesprochen, erzählt uns Ugdalf von einer Felsnadel, die Ingerimms Finger heißen soll. Einen Ort namens Ormunds Mund kennt er nicht. Er gibt uns den Hinweis, dass wir Hebammen im Peraine-Tempel finden könnten.

Wir teilen uns auf, um schneller nach Hinweisen suchen zu können. Einskaldir und Karakal gehen in den Rondra-Tempel und Latu, Xargrosch und ich wollen im Holzviertel die Menschen befragen. Dort angekommen, spricht Latu mit einem Flößer. Er kennt tatsächlich einen kleinen Bach namens Ormans Bach, der einige Meilen östlich in den Ingval mündet. Dies soll eine halbe Tagesreise entfernt auf der südlichen Seite des Ingval zu finden sein. Mir fällt auf, dass es bei den Menschen üblich zu sein scheint, sich Antworten bezahlen zu lassen … Nachdem eine weitere Münze den Besitzer gewechselt hat, sagt uns der Flößer die Position einer Felsnadel, die nördlich von hier aus dem Wald herausragen soll.

Im Tempel der Rondra spricht Karakal mit Ulfried Zornbold. Er stellt Einskaldir vor. Der Vorsteher erzählt vom alten König, der guten Kontakt zu den Sumen pflegte. Der berühmteste und mächtigste Sumen in der Gegend war Arbogast, der aber schon lange nicht mehr im Land weilt. Der neue König Efferdan kann keine solche Verbindungen sein eigen nennen. Es soll aber südlich von hier einen Hain geben, im dem ein Sumu-Priester namens Eichbart leben soll. Ihn könnten wir fragen. Außerdem erfahren wir, dass es eine Mutprobe der Druiden war (oder noch ist), auf einem Tatzelwurm zu reiten. Als sich Einskladir und Karakal verabschieden, flüstert Ulfried Karakal ins Ohr: “Zeigt es dem Wendelmir!“. Seine Sympathie ist auf unserer Seite.

Im Gauklerlager zeigt uns Xaviera den großen Hirschkäfer. Es wird nicht einfach sein, ihn zu reiten, da sein Panzer sehr glatt ist und er sich natürlich nicht wie ein Pferd bewegt. Nachdem wir Xaviera erklärt haben, warum ich den Käfer reiten muss, erklärt sie sich einverstanden, möchte aber, dass wir vor der eigentlichen Prüfung das reiten üben. Sie wird den Käfer dazu mit Ihrem Mandra beruhigen. Sie befestigt ein Band an der Kante des Panzers, welches mir zum festhalten dienen soll und ich steige auf. Zunächst bewegt sich der Käfer ganz ruhig, aber dann werden seine Bewegungen immer heftiger. Ich kann mich noch eine Weile auf ihm halten, werde dann aber abgeworfen. Zum Glück breche ich mir nichts. Meine Kleidung ist aber stark verschmutzt worden und so muss ich sie reinigen, denn so verdreckt will ich nicht durch die Stadt laufen. Wir bedanken uns bei Xaviera und verabreden uns für den morgigen Mittag zur Prüfung (Wolorion werden wir bescheid sagen).

Inzwischen bringen Karakal und Einskaldir im Peraine-Tempel einiges von Bruder Atheldan und seinen sechs Geweihten in Erfahrung. So ertrank vor zehn Jahren eine hochschwangere Frau im Ingval. Ihr Sohn konnte aber gerettet werden und wurde ins Waisenhaus der Travia gebracht. Wir werden es an der Gans erkennen, denn die Gans ist das Symboltier der Travia. Wir treffen uns bei den Gauklern und begeben uns dann ins Gerberviertel, um einen Fährtensucher und Ortskundigen zu suchen. Dort begegnen wir Firunislaus, einen erfahren aussehenden Fährtensucher, der einen geschnitzten Eisbären um den Hals trägt. Er kennt sowohl Ingerimms Finger (der Fels soll 35 Schritt hoch sein), als auch die Mündung von Ormans Bach. Auch ist er mit Eichbart bekannt. Er könnte uns ein guter Führer sein.

Im Travia-Tempel begegnen wir Ludmila und Raiobert, die sich um die Waisen kümmern. Wir erfahren von dem Jungen Tsamir, der als Diener im Rondra-Tempel arbeiten soll. Tsamir scheint das gesuchte “ungeborene Kind“ zu sein. Im Rondra-Tempel sollte es kein Problem sein, ihn zu finden. In der Burg erzähle ich Amber von meinem Versuch, den Hirschkäfer zu reiten. Sie ist begeistert und bewundert meinen Mut. Ich bewundere einmal mehr Ihre Schönheit und Anmut. Ihr ist noch eingefallen, dass im Nimuan-Lied mit “König“ auch ein “König der Lüfte“ (Adler) gemeint sein könnte und mit “Königsschloss“ auch ein Adlerhorst. Hmm, dass klingt schon wieder nach klettern …

Wir verabreden uns mit Wolorion für den folgenden Tag am Gauklerlager, um die Reitprüfung zu absolvieren. Auch stimmt er zu, dass die “Finger-Prüfung“ erfolgreich bestanden wäre, wenn von den sieben tapferen Recken, die dort oben stehen sollen mindestens die Hälfte (also vier) von uns gestellt werden. Bei den weiteren Prüfungen würde er Tsamir als ungeborenes Kind akzeptieren und einen Abenteurer, als “blind“ akzeptieren, der während der Prüfung nichts sieht. Man könnte dem Prüfling also die Augen verbinden. Weniger großzügig ist er beim “Stummen-Rätsel“. Hierfür ist es erforderlich, dass der oder die Stumme der Allgemeinheit (nicht einer Einzelperson) eine Neuigkeit so verkündet, dass sie auch verstanden wird.

Von den Burgmauern aus können wir Ingerimms Finger sehen, der in nördlicher Richtung aus dem Wald heraus ragt. Der Felsen ist oben zu einem Plateau abgeflacht und bietet genug Platz für sieben Menschen. Im Rondra-Tempel erfährt Karakal, dass Tsamir unter dem Vorwand des Diebstahls verhaftet werden sollte. Allerdings hat der Tempelvorsteher den Jungen nicht ausgeliefert, sondern will die Gerichtsbarkeit Rondras walten lassen. Ihm und uns ist klar, dass der hinterhältige Wendelmir dahinter steckt!

Wir gehen zur Schenke “Schwarz und Rot“. Auf dem Weg hat Latu immer wieder das Gefühl, dass wir beobachtet werden. Er versteckt sich und kann tatsächlich einen Verfolger ausmachen. Er warnt uns und wir beschließen sehr wachsam zu sein. In der Schenke fallen Latu zwei Gewandete mit Kapuzen auf, die uns beobachten. Sie sehen aber nicht aus, wie Schergen des Prinzen. Latu spricht sie an und lernt Kiamu Sen kennen, einen Nivesen der zwei gefährlich aussehenden Klingen auf dem Rücken trägt. Der Meister von Kiamu verabschiedet sich und verlässt die Schenke, woraufhin Kiamu frei sprechen kann. Auch er kann uns führen. Latu traut ihm mehr über den Weg als Firunislaus und so verabreden wir ein Treffen zur dritten Stunde am Gasthaus “Zum fetten Schinken“.

25. Rondra

Morgens kaufe ich im Alchimistenladen zum Roten Salamander eine ganze Flasche Einbeerensaft, weil ich vermute, dass die friedliche Zeit bald vorbei sein wird. Wir haben nun ständig das Gefühl beobachtet zu werden. Gegen Mittag ist es dann soweit: Die Reitprüfung auf dem Hirschkäfer steht an. Das Spektakel hat sich wohl herumgesprochen, denn es warten nicht nur Wolorion und etwa 50 Zuschauer auf die Prüfung, sondern auch einige Ritter aus dem Gefolge Wendelmirs. Natürlich versuchen diese Fieslinge, den Käfer zu verstören. Ein weiteres Mal klettere ich nun vor Zeugen auf den Käfer und beginne zu “reiten“. Schnell wird klar, dass es auch diesmal eigentlich nur ein sich festhalten und verkrallen sein wird. Mit letzter Kraft kann ich mich die geforderte Zeit auf seinem Rücken halten. Damit gilt diese Prüfung als bestanden und die Zuschauer applaudieren. Hat Amber die Prüfung ebenfalls verfolgt?

Am Gasthaus treffen wir Kiamu Sen und machen uns auf den Weg zu Eichbart. Kiamu ist wortkarg, aber auch ihm fällt auf, dass wir verfolgt werden: “Ihr habt viele Feinde.“ raunt er Latu zu. Während wir eine Rast einlegen, verschwindet er im Unterholz und taucht lange Zeit nicht mehr auf. Wir meinen, das Geräusch von aufeinander schlagenden Klingen zu hören. Als Kiamu wenig später wieder bei uns ist, sagt er nur lapidar: “Die verfolgen uns nicht mehr.“ Steht Kiamu wirklich auf unserer Seite?

Nach weiteren 4 Stunden Marsch erreichen wir den idyllisch gelegenen See von Eichbart und seiner Gattin Walinda. Eichbart ist etwa 50 Jahre alt. Er kennt den Namen Nimuan nicht, wohl aber eine Legende von einem Heiligtum Ni´uan, welche schon sehr lange verschollen ist, sich aber im Umkreis von Andergast befinden soll. Zu unseren Prüfungen kann er uns vorschlagen, einige Waldschrate zu bitten, einen Tanz bei einem kultischen Steinkreis (alter Väter Stein) aufzuführen. Vielleicht würde dies als Lösung des Rätsels akzeptiert? Als Gegenleistung müssten wir entweder den Kultplatz Ni´uan finden (dies wäre sicher sehr aufwendig) oder einen Pakt mit den Waldschraten eingehen, damit uns das Freundschaftsband mit dem Wald verbindet. Latu, Karakal und ich willigen ein, einen solchen Pakt einzugehen. Morgen um dieselbe Zeit soll das Ritual stattfinden.

Eichbart kann uns auch noch andere Hinweise geben: Es ist tatsächlich eine übliche Mutprobe der Sumen, auf Tatzelwürmern zu reiten. Entstammt das Lied der Nimuan also tatsächlich sumischen Wurzeln? Auch gibt es nordöstlich von Andergast einen Adlerhorst, den die Sumen als heilig verehren. Wir haben also die Wahl, Tsamir vor dort oder von einem richtigen Schloss winken zu lassen.

Print Friendly, PDF & Email

Teile diesen Beitrag

0 0 vote
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments