Der Königinnensohn von Alfheim 3

Schreibe eine Antwort

Es zeigt sich in der Ostflanke des Hügels ein grün leuchtendes Rechteck und wird langsam breiter, als öffne jemand die Gardine eines hell erleuchteten Zimmers. Aus der strahlenden Öffnung kommen vier Elfen, bewaffnet und gepanzert, und nehmen links und rechts davon Aufstellung. Die Helden von Ludovicum treten vor und begehren Einlass, doch die Wächter weisen sie grob und mit einem gewissen Desinteresse ab.
Da es schon spät ist, wird im nahegelegenen Wald ein Lager aufgeschlagen. In dunkelster Nacht wird die Lagerwache von knackendem Holz aufgeschreckt. Eine junge Frau, ihr Name ist Dolores, hat die Helden ausgespäht. Sie ist schon seit Tagen hier, weil ihr Geliebter, der zwergische Schmied Fimbulfambis von Elfen in den Hügel verschleppt wurde.
Doch Fimbulfambis lebt. Er hat Dolores eine Nachricht zukommen lassen. Ein Wichtel, genauer ein Bwca (gesprochen Buka) brachte ihr außerdem eine Amphore mit Wein, durch die sie sich in eine Elfe verwandeln könne, um dann zu ihrem Geliebten zu gelangen. Diese Geschichte rührt das Herz von Bertold, der Dolores daraufhin verspricht, alles zu tun, um den Zwergen zu befreien. Dolores gibt ihm voller Hoffnung und Dankbarkeit den Wein.

Am nächsten Abend dringen die Helden in den Hügel ein. Die vier Wächter erschlagen sie und verstecken die Leiber im Wald. Aus dem Durchgang dringt grünsilbern leuchtendes Licht, das von den Fackeln an den Wänden zu beiden Seiten des Korridors im Inneren herrührt. Der Gang scheint mit abgewetzten, moosbewachsenen Steinen gepflastert, aus deren Zwischenräumen da und dort kleine Büschel Wildblumen sprießen. Nach einigen Metern teilt sich der steingepflasterte Korridor in einen linken und einen rechten Gang. Aus den vermoosten Zwischenräumen des Bodenbelags sprießen Gräser und nachtblühende Blumen, und ein Paar lodernder Fackeln beleuchtet züngelnd den Raum mit silbrig-grünem Schein – ein ganz und gar fremdartiges Licht. Dem Ende des Korridors gegenüber schmückt ein Webteppich die Wand, der einen bärtigen, majestätisch wirkenden Elfen zeigt, gekleidet in Silber und schwarzen Zobelpelz. Der Thron, auf dem er sitzt, scheint ganz aus bearbeitetem Holz und unangenehm aussehenden Dornenranken zu bestehen.
Die Helden erkunden Zunächst den rechten Gang, der vor einer Holztür endet. Dahinter ist Töpfeklappern und leises Stimmengewirr zu vernehmen. Realdo wirft vorsichtig einen Blick durch die Tür. Die Wände des dahinter liegenden Raumes bestehen aus Stein und Erde, heller Feuerschein und Bratenduft erfüllen ihn. Über einem offenen Feuer brutzelt ein Braten von recht eigentümlicher Form und ringsum sind krummbeinige, langnasige Gesellen mit grüner Haut und gelben Augen eifrig am Werk. Sie schwingen scharfe, spitze Küchenmesser und tragen blutbefleckte Schürzen. Auch wenn die Goblins nicht sonderlich aufmerksam sind, scheint es hier kein unbemerktes Weiterkommen zu geben. Also beschließen die Helden, zunächst den am Eingang links abzweigenden Gang zu erkunden.
Mehrere Abzweigungen und Türen befinden sich in dem Gang, der Tiefer in den Hügel hineinführt. Auch bei der ersten Tür wird ein Blick hinein riskiert. Aus dem Moos, das den Boden dieser großen Höhlenkammer bedeckt, wächst dunkles, lebendes Holz und bildet Reihen von Stockbetten. Fackeln erhellen den Raum mit silbrig-grünem Licht. An der Wand dem Eingang gegenüber steht ein Steintisch mit kunstreich verzierter Platte, an dem für eine größere Zahl von Essern gedeckt ist. Im Raum verteilt befinden sich Wachsoldaten, teils noch in ihren Rüstungen, teils auch nicht, und ruhen sich hier von ihrem Dienst aus.
Leise schleichen die Helden weiter und hören voraus einige leise Stimmen. Vor einer geschlossenen Doppeltür sind zwei Wachen postiert. An ihrer Seite steht ein Elf in dunkelblauem, beinahe schon schwarzem Gewand. Darüber trägt er eine Halskrause aus weißem Pelz und Manschetten aus demselben Material. Mit der einen Hand hält er einen langen Stock, der so aussieht wie ein abgebrochener Ast. Er blickt gelangweilt drein und ist nur milde erstaunt, als die Helden vortreten und ihn ansprechen. Der Elf stellt sich ihnen als Jyptynn, Herold und Seneschall von Prinz Ascheherz, vor und verlangt zu erfahren, warum die Gruppe hier eingedrungen ist. Freimütig wird ihm davon berichtet, dass Feenwesen die Umgebung von Eng terrorisieren, und dass man gekommen sei, um das zu untersuchen. Jyptynn schlägt vor, das die Helden das direkt mit seinem Herrn, dem Prinzen, besprechen und verschwindet hinter der Tür. Doch statt einer Audienz, kehrt der Herold mit weiteren Wachen zurück. Es kommt zu einem kurzen Gerangel, doch schon bald merken die Helden von Ludovicum, dass sie unterlegen sind und ergeben sich. Die Elfen führen sie ab und werfen sie in eine Kerkerzelle tief im Feenhügel.

 

Über thd

1984 DSA 1 zum Geburtstag gewünscht und wider Erwarten die Basis-Box bekommen. Nachdem ich Silvana drei mal befreit hatte, merkte ich, dass ich Mitspieler brauchte, um mit der Box weiter etwas anfangen zu können. Glücklicherweise sah ein Freund aus der Nachbarschaft die Bücher bei mir herum liegen und meinte, sie würden in einer Runde etwas ähnliches Spielen, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Klar hatte ich das, und so bin ich mit Dungeons & Dragons angefangen. Zahlreiche Runden, Systeme und eine Vereinsgründung später, findet sich auf THORNET ein ziemlich großer Ausschnitt meiner Rollenspielerlaufbahn.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutzhinweise: Die E-Mailadresse wird an den Dienst Gravatar übermittelt (ein Dienst der Wordpress Entwickler Auttomatic), um zu prüfen, ob die Kommentatoren dort ein Profilbild hinterlegt haben. Zu Details hierzu sowie generell zur Verarbeitung Deiner Daten und Widerrufsmöglichkeiten, verweisen wir Dich auf unsere Datenschutzerklärung. Du kannst gerne Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.