7. April 2956 DZ, östliche Wetterberge
Wir können acht Angreifer erkennen, fünf von ihnen springen über eine niedrige Stelle an der Mauer in den Hof, drei weitere entzünden Brandpfeile und schießen auf die Hausdächer. Wir springen aus der Deckung und rennen auf den Hof zu. Sigmar ruft „Aufhören“, was die Strauchdiebe kaum ablenkt. Annúngildor und Cornifera beschießen die drei Bogenschützen, während wir anderen drei zum Hof rennen. Hier wehren sich die Bewohner verzweifelt gegen Angreifer. Als die ersten Angreifer besiegt werden, flieht Tom. Der Kampf dauert nicht lange, bis die Angreifer im Hof und die Bogenschützen fallen. Doch auch Farweld blutet und zwei Knechte liegen am Boden.
Cornifera kümmert sich um die Verletzten während Annúngildor Tom verfolgt. Dessen Vorsprung ist aber zu groß, um ihn in der Dunkelheit einholen zu können.
Auf dem Hof schimpft der Alte Farrell, der völlig betrunken ist, lautstark vor sich hin. Die Bewohner leben zum Glück alle noch, wenn zum Teil auch schwer verletzt. Auch wir haben leider einige Wunden abbekommen. Die Angreifer hatten dagegen kein Glück, sie sind alle tot. Ich bringe die Leichen ein Stück außerhalb weg, begraben können wir sie morgen. Die Waffen übergeben wir den Bewohnern.
Der Alte Farrell geht ins Haus und legt sich gleich schlafen. Farrell der Jüngere bittet uns zögernd ins Haus, aber die Gastfreundschaft seinen Rettern gegenüber ist ihm wohl wichtiger als die Angst vor seinem Vater.
Wir bleiben den ganzen Tag am Hof, um die Wunden auszukurieren. Da ich nur leicht verletzte wurde, erkunde ich die Gegend um das Haus herum. In der Nähe von Toms Spuren entdecke ich leider den frischen Fußabdruck eines Trolls.
Als der Alte Farrell irgendwann wach wird, bietet auch er uns Schlafstatt und Essen. Etwas zähneknirschend, wie uns scheint, aber immerhin. Danach beginnt er wieder zu trinken.
8. April 2956 DZ
Farweld kommt morgens zu uns und berichtet von einem Traum, den er schon häufiger hatte. Darin kommt ein Riese auf ihn zugelaufen. Da niemand von uns in Traumdeutung bewandert ist, müssen wir ihn leider vertrösten. Ansonsten erholen wir uns weiter und wollen am nächsten morgen früh aufbrechen, um Tom zu verfolgen.
In der Nacht halten wir wie gewohnt Wache. Während Annúngildor Wache hält, bemerkt er etwas Merkwürdiges, er sieht, wie eine Person vom Haus wegläuft. Vielleicht ein Spion? Da keine unmittelbare Gefahr droht, belässt er es beim Beobachten. Als ich ihn bei der Wache ablöse, steht plötzlich Farweld vor uns. Sein Bruder, der Junge Farrell, ist verschwunden! Als er hört, dass der wahrscheinlich in die Wildnis gelaufen ist, will er ihm sofort folgen. Da es mitten in der Nacht und stockdunkel ist, bringen wir ihn von diesem Vorhaben ab. Die weitere Nacht verläuft ruhig.
9. April 2956 DZ
Am nächsten Morgen ist auch Farweld verschwunden. Natürlich. Sinn und Verstand scheinen in dieser abgelegenen Gegend nicht im Übermaß vorhanden zu sein. Wir hetzen uns nicht und frühstücken ausreichend. Dann machen wir uns auf den Weg. Tom ist zunächst zweitrangig, wir folgen den Spuren der beiden Brüder. Wie auch immer Farweld die Spuren seines Bruders gefunden hat, er scheint diesen zu folgen. Und die führen in Richtung des Turmes. Nach ein paar Stunden sehen wir Farweld unter einem großen Stein liegen und schlafen. Er friert und hat Hunger, aber viel Mitleid haben wir nicht. Wir nehmen ihn aber mit, Spurenlesen scheint er ja zu beherrschen.
Kurze Zeit später stehen wir an einer Weggabelung und müssen uns entscheiden, der eine Weg ist der schnellste zum Turm, die Spuren von Farrell führen aber abseits auf einen Hügelkamm. Wir entscheiden, den Spuren zu folgen.
Das Gelände wird hier unwegsam und wir kommen nur langsam voran. Die Spuren führen offensichtlich auf einem Umweg zum Turm. Bald kann Annúngildor das hohe Dickicht erkennen, dass die Turmruine umgibt. Hinter einem Felsen sieht er eine Bewegung. Cornifera schleicht hin und erblickt hinter dem Felsen Farrell, der hier in einer sehr guten Position den gesamten Turm beobachten kann. Was er hier tut, ist zwar unklar, aber zumindest hat sich die Befürchtung, er könnte mit den Strauchdieben zusammenarbeiten, nicht bewahrheitet.
Cornifera überrascht ihn, was ihn zurecht sehr erschreckt. Denn wie sich herausstellt, war sein Plan, nachts loszurennen, um hier mit den Räubern zu verhandeln. Nur wie, weiß er nicht. Er scheint noch unterbelichteter als befürchtet. Und ebenfalls zurecht bekommt er eine Standpauke von Cornifera, weil er nicht nur sich, sondern auch seinen Bruder in Gefahr gebracht hat.
Die Turmruine kann man hier sehr gut und verdeckt beobachten. Wir sind hier etwa 500 Meter entfernt und sehen niemanden, auch keine Wachen. Wahrscheinlich war es einst ein Wachturm eines längt vergangenen Reiches. Das Gebäude ist in kritischem Zustand, in den oberen Stockwerken fehlen schon Teile der Mauern. Es gab auch einst eine Umfriedung, die ist jedoch verfallen und stattdessen umgibt die Ruine eine Dornenhecke. Da in den oberen Geschossen nichts zu sehen ist, wird es mit Sicherheit Kellergeschosse geben.
Wir sehen eine Person aus dem Turm kommen, die aber nach kurzer Zeit wieder hineingeht. Den ganzen Tag über beobachten wir den Turm, es passiert sonst aber nichts. Erst gegen Sonnenuntergang sieht Annúngildor in einem der Obergeschosse ein Aufblitzen.
Dann, nach Einbruch der Dunkelheit passiert doch etwas. Ein Mann, der nur sehr leicht gekleidet ist und gefesselt zu sein scheint, taucht in einer Tür auf, scheint einen Tritt zu bekommen und rennt dann weg.



