Atmen ist Luxus 1 – Durch die Schatten der Vergangenheit von Martereck

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11.09.888 – In der dunklen Nacht vom 11. auf den 12. September des Jahres 888 fand sich unsere Gruppe noch immer im Höhlengewölbe unter der Kreuzfahrerfeste Martereck, am Leichnam von Okka, einem gehörnten Oger. Das Geheul der Fomore war in der Ferne zu hören, während eine kühle Brise durch die Höhle wehte und in die Tiefe des Abgrunds zog und selbst die kleinen weißen Maden in den Blutlachen des Ogers zum zucken brachte.
Trotz des Wahnsinns, der in Wylan, Garwin und Henrik aufstieg und sie fast in die Leere zog, widerstanden sie dem Verlangen, sich hinabzustürzen. Garwin sprach ein Gebet, das die Anwesenden stabilisierte und ihnen einen Teil ihrer Lebenskraft zurückgab.
Unser Weg führte uns zurück durch den Raum mit den Blutbecken, um aus dem Gewölbe zu entkommen. Wir gingen vorsichtig am Rand des Beckens entlang und erreichten sicher die andere Seite. Doch das Geheul der Fomore verstummte plötzlich – wohin waren sie verschwunden?
An der Eingangstür zum Gewölbe angekommen, standen wir vor einem Problem. Wir hatten zuvor einen geretteten Kreuzfahrer ausgesandt, der die Tür von außen verriegeln sollte. Nun ließ sie sich von unserer Seite aus nicht öffnen. Julius Henrik hämmerte und schrie, doch niemand antwortete. Kleckser versuchte sein Glück mit der Axt, doch das massive Holz würde früher oder später die Axt unbrauchbar machen. Garwin nutzte seine Magie, um Lebenszeichen zu spüren – hinter der Tür war nichts, aber hinter der Wand, rechts der Tür, spürte er Leben.
Henrik zauberte die Bolzen des Türscharniers in seine Hände, doch die Tür blieb verschlossen und fiel uns nicht entgegen. Garwin versuchte, sie mit einem Speer aufzuhebeln, doch der Speer brach. Wylan versuchte, das Holz auf Höhe des Schlosses wegzusäuern, doch auch das misslang. Vater Garwin rief seine Nebelkugel um Hilfe an, aber auch die Pixies wussten keinen Ausweg.
Julius entdeckte schließlich durch einen Zauber ein magisches Portal am Boden des Blutbeckens. Da wir keinen anderen Weg wussten, die Tür zu öffnen, beschlossen wir, durch das Blutbecken zu tauchen und durch das magische Portal zu entkommen. Wir legten alle nicht benötigten Gegenstände ab und bereiteten uns auf den Tauchgang vor. Knirps Made verwandelte sich in einen Otter und glitt als solcher durch den flüssigen matschigen Morast, während Garwin sein Amulett magisch erleuchten ließ, bevor er ins Becken sprang.
Durch das Portal am Grund des Beckens gelangten wir auf die andere Seite, wo wir an einer Holztür ankamen und Stimmen dahinter hörten. Es musste die Inquisition sein. Eine männliche Stimme sagte: „Müssen morgen alles durchkämmen. Irgendwo müssen die Viecher herkommen. Verbrennt den Kadaver.”
Wir warteten ab und beschlossen, uns zum späteren Zeitpunkt herauszuschleichen, wenn die Burgbesatzung schlief, da es uns zu gefährlich erschien, uns mit der Inquisition anzulegen. Wir befanden uns in einem Korridor mit einem Tor und drei Türen. Am Ende gab es eine Abbiegung, hinter der sich noch eine Tür und dann das untere Ende einer Treppe befanden.
Knirps Made öffnete die Tür und erblickte einen Raum indem man erweiterte Verhörmethoden anwenden konnte. Wir gingen die Treppe hoch und kamen im Keller der Zitadelle an, den wir unbehelligt verlassen konnten. Unser Weg führte uns zum abgebrannten Gasthaus, doch Jasper war nicht dort – er war wohl abgehauen. Wir betraten die Ruinen des Gasthauses, räumten das Geröll von der Falltür und begaben uns wieder in das Gewölbe, um unsere Sachen zu holen.
Nach einer Rast in der Kapelle fühlten wir uns erholt und besprachen uns. Würde die Seuche des Fressers nun abklingen? Waren die Entführungen durch die Fomore geschehen, um Futter für Okka zu holen? Die nächsten Tage verbrachten wir mit der Heilung von Kranken.
Zwei Wochen und drei Tage später, am 1.10.888, kam ein Heer aus Kreuzfahrern in Martereck an. Nach kurzem sprachlichem Gezänke mit uns wurden wir in die Feste geleitet. In einer Halle, geschmückt mit den Flaggen von Drusilla, der Kirche und der Inquisition, stand dort Kaltenborn, und Miriam war hinter ihr. Jasper hatte den beiden Frauen berichtet, dass er uns durch die Falltür gelassen hatte und wir das Gewölbe ausgekundschaftet hatten.
Julius Henrik übergab Gegenstände, die bei der Identifizierung der Verschleppten helfen konnten. Miriam übergab jedem von uns 25 Goldkronen, und Kaltenborn gab uns die Erlaubnis, im Archiv über Margarethe zu forschen. Sie bat uns, Stillschweigen über alles zu bewahren, was unter Martereck vorgefallen war, so wie es der Rat der Sechs von Martereck getan hatte, bis sich einer von ihnen von diesem Gelübde abwandte und die Ereignisse der letzten Monate ins Rollen brachte.
Miriam führte uns ins Archiv, wo wir drei Bücher aus dem Jahr 442 fanden, die von Margarethes Zeit in Martereck berichteten. Die Heilige Margarethe war erschienen, als die Not groß war und Schatten Menschen entführten. Sie erzählte, dass die Kreuzfahrer jener Zeit unter der Stadt nach dem Ursprung suchen mussten. „Gefallene“ hatten einen Kult unter der Zitadelle betrieben, Opfer dargebracht, aber Okka hatte zu dieser Zeit wohl nichts unternommen. Der Kult hatte am Abgrund in dem Gewölbe seine Rituale abgehalten was wohl dazu führte dass der Ort die Realität formen und Ängste manifestieren konnte.
Die Erklärung der “Gefallenen” fanden wir im Buch “Die Sommerkönigin”. Die Sommerkönigin war die Herrscherin der Elfen. Die unsterblich Elfen hatten unter ihrer Führung entschieden, die Welt zu verlassen, wodurch neue Völker wie Fomore, Goblins und andere Feenwesen entstanden. Eine kleine Gruppe von Elfen, die “Gefallenen”, wollte die Welt nicht verlassen und wurde von der Sommerkönigin verflucht. Sie wollten weiterkämpfen und die Welt säubern, bis nur noch sie selbst sie bevölkerten. Der Rädelsführer der Gefallenen war der Sohn der Sommerkönigin. Die Statue in der Höhle am Fossensee zeigte ihn, jene Statue die das schwarze Schwert hielt, das nun Knirps Made besaß. Er hatte das Ziel, alle anderen Völker der Welt auszulöschen.
Zu einem späteren Zeitpunkt wurde der Sohn der Sommerkönigin als „Herold“ bezeichnet. In Martereck wollte er ein Ritual durchführen, wurde jedoch von den Kreuzfahrern gestört und floh in Richtung Wüstnis zu einer schwarzen Pyramide. Dort kam er in den Besitzt eines schwarzen Artefakts, möglicherweise den Stein den der Dömon aus Makras Körper riss.
Unser weiteres Vorgehen stand zur Planung: Sollten wir den Stein und den Aufenthaltsort von Inquisitor Carabandius in Erfahrung bringen oder die Pyramide und den Ursprung des Steins finden?

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