Verschwundene Botschafter 6 – Eine unangenehme Beichte

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Liebes Tagebuch,

 

wir stecken fest in einer Sackgasse. Die Delegation Mirabars, welche nach Tiefwasser unterwegs war, ist einfach unauffindbar. Die Informationen die wir sammelten, rekapitulierten wir etliche Male. Es war immer das Gleiche: Widersprüche. Die Einen sagten, dass die Delegation hier das letzte Mal gesehen worden war, doch hier hat sie niemand gesehen. Hier sagte man stattdessen, dass die Delegation dort das letzte Mal gesehen worden war, doch dort hat sie niemand gesehen. Es war wie mit streitenden Kindern die sich immer gegenseitig den schwarzen Kater zuschoben. Tagelang gab es keine Neuigkeiten. Doch als wir im Gasthaus von Rotlerche zu Abend aßen, gesellte sich jemand zu uns, der Fragen zur Delegation stellte. Ein fetter Hüne mit grauer Haut und zerzaustem Haar der in Fellen gekleidet war. Die Züge seines Gesichts wirkten ein wenig menschlich, doch hatte er auch etwas Animalisches an sich. Die klobigen Hauer und die kurzen, etwas spitz zulaufenden Ohren waren die eines Orks. Damit war das Puzzle vollständig. Einer dieser unzivilisierten halbbastardischen Orks war ebenfalls auf der Suche nach der mirabanischen Delegation. Das Warum dazu ließ er offen. Wir hatten das gleiche Ziel und so beschlossen wir kurzerhand, dass wir gemeinsam erfolgreicher sein würden bei der Suche nach den Botschaftern.

Doch zunächst wurde Lia ein wenig nervös bei dem Anblick einer ritterlichen Delegation um einen Priester. Die Ritter hatten das Emblem von Tyranhängern, der Priester trug das Zeichen des Glücksgottes, jenes, dass auch Schwester Garele trug. Sie erzählten, dass sie auf dem Weg nach Phandalin seien, um den Mord an Garele aufzuklären. Bei diesen Worten wurde Lia ganz panisch. Fernab aller Ohren beichtete sie, dass sie diejenige war die Garele im Schlaf die Kehle durchschnitt und um alle Spuren zu verwischen ihr Haus entzündete. Weiterhin beichtete sie, dass sie das nur auf Halias Anweisung hin tat. Diese machtzerfressene niedere Kreatur Halia… Wie gerne würde ich nur dieser manipulativen Egomanin in ihr widerwertiges Gesicht treten. Die gute Schwester Garele hatte nun wirklich ein besseres Ende verdient als dieses. Es mildert ein wenig meine Trauer zu wissen, dass Lia ihr Handwerk beherrscht und die gute Garele nicht leiden musste…

 

Am Morgen sammelten wir Brunock, so hieß der Halbork, ein und machten uns wieder auf zu dem Kloster. Bei einer nächtlichen Rast erspähte Lia am Himmel fünf der fliegenden Nazi-Geier-Ritter. Zwei von diesen Rittern fanden wir am nächsten Morgen ein kleines Stück vor dem Kloster. Sie waren tot. Bei ihnen lagen zwei frisch erschlagene Hügelriesen.

Kurz vor Sichtkontakt des Klosters schmiedeten wir den Plan, dass Brunock allein zum Kloster aufbrechen sollte. Er war für die Fanatiker ein noch Unbekannter, wir anderen hingegen waren die bekannten Schlächter der Klostergroßmutter…

Nach ein paar Stunden war Brunock wieder bei uns und berichtete von seiner Unterhaltung mit einer maskierten Person hinter einem Türspion und dem inneren Aufbau des Klosters. Er war sich sicher, dass in dem Kloster die Botschafter zu finden waren und zwar im Untergeschoss des Gebäudes.

 

Und nun muss ich mich von dir verabschieden liebes Tagebuch, eine Revenge wartet auf mich im Kloster,

Bis bald,

 

dein Leoran

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