Verschwundene Botschafter 1 – Des einen Leid ist des anderen Freud

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Liebes Tagebuch,

 

nach knapp einem Jahr hat das Schicksal mich wieder nach Phandalin geführt. Jenes kleine Dörfchen irgendwo im nirgendwo welches im vergangenen Jahr eine größere Rolle spielte, bei der Suche nach der magischen Schmiede. Natürlich verlangte Halia, meine Vorgesetzte bei den Zhentarim, nach meiner Anwesenheit. Gleichzeitig bestellte sie auch Lia und Jens zu sich ein, wie sie in ihrem Brief mitteilte. Ich freue mich darauf, die beiden wiederzusehen, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass ich mal wieder über mich hinauswachsen muss, um uns drei aus dem Schlamassel zu holen, in den uns entweder Lia oder Jens hineinmanövrieren werden. Und diese Zhentarims-Tante Halia wird den Stein dazu sicherlich ins Rollen bringen, indem sie uns irgendeinen blöden Auftrag zuteilen wird, wir diesen unter meiner Führung erfolgreich abschließen werden und anschließend Halia selbst die Lorbeeren dafür einsacken wird. Und fast genauso passierte es auch.

Nachdem wir am gleichen Abend der Ankunft in Phandalin im Steinhügelriesen absackten und unter alkoholbedingten Umständen einen halbelfischen Barden, Falben sein Name, rekrutierten, kümmerten wir uns um das Drachenproblem, wegen dem uns Halia einbestellt hat. Anscheinend hat der Drache, der einst Donnerbaum heimsuchte und nun die Klippenkieferfestung bewohnt, ein paar Reisende in der Region um Phandalin aufgemischt. Halia möchte das Problem gelöst haben, da sie so die Zustimmung der Phandaliser für die anstehende Dorfvorstandswahl erreichen will.

Kurz vor der Abreise ereilte uns die Nachricht vom gewaltsamen Tod von Schwester Garele, die Priesterin in Phandalin, die uns stets ein guter Rat war. Sie war die gute Seele des Dorfes und wollte sich genau wie Halia zur Dorfvorsteherin wählen lassen…

Wir zollten der Toten unseren Respekt und brachen anschließend zur Klippenkieferfestung auf. Dort fanden wir nicht den angriffslustigen Drachen vor wie damals in Donnerbaum, sondern nur seinen Kadaver. Der Drache war zwei bis drei Wochen tot, die Ruine war anscheinend weder sein Hort, noch sein Todesort. Ein Mysterium mit dem ich mich nicht weiter beschäftigen will, da der Gestank des verwesenden Monstrums einen wirklich die Sinne vernebelt. Und zu allem Übel schlug dieser ungehobelte Barbar Jens dem Kadaver den Schädel ab um ihn später Halia als Beweis für den Abschluss des Auftrags zu präsentieren. Er hat wirklich diesen widerlich stinkenden Schädel zwei Tage mit sich rumgetragen, um ihn dann Halia vor die Füße zu knallen. Die blöde Wichtigtuerin war zum Glück zu blöd und hat nicht gemerkt, dass das verwesende Kadaverstück deutlich länger tot war, als es unser Auftrag eigentlich war. Aber immerhin gab sie uns eine kleine goldene Entschädigung für unsere Bemühungen.

Am Abend des Tages stand Halia vor den Phandalisern mit den Drachenschädel und spielte sich als Heilsbringerin auf. Eine widerliche Obszönität vor dem Haus der ermordeten Garele, nur um für sich selbst zu werben. Das dumme Bauernvolk von Phandalin sprang natürlich darauf an, zu dumm zu erkennen, dass Halia nur leere Worte sprach, um die Dorfbewohner zu bezirzen. Ich würde darauf wetten, dass sie hat etwas mit Gareles ableben zu tun hat, ansonsten hätte sie sich nicht so siegessicher vor dem Haus der Priesterin in Szene gesetzt.

 

In der Nacht wurde Phandalin von einem ohrenbetäubenden Göhlen geweckt. Aus dem Fenster konnte ich einen weißen Schemen am Himmel erkennen und eilte nach draußen. Auf den Straßen waren viele Leute zu sehen, auch diese hirschäugige Kuh Halia. Sie war sichtlich geschockt, dass sie doch nicht die Siegerin des Tages war. Ihr entsetzter, angsterfüllter Blick war wirklich Gold wert. Sie brüllte uns an, dass wir uns um das Problem kümmern sollen und es endgültig beseitigen müssen.

Um bei den Zhentarim aufsteigen zu können, müssen wir uns wohl den Befehlen dieser Ollen Pute beugen und so gingen wir in Richtung Süden, um zunächst eine Heilerin anzuwerben, um sich um potentielle Verletzte in Phandalin zu kümmern.

Nach knapp vier Stunden Reise auf einem Ochsenkarren, kamen wir an der von Barten beschriebenen Windmühle an, die von zwei Manticore belagert wurde. Durch meine Finesse und ausgesprochenen vielseitigen magischen Künste, konnten die Manticore im nu besiegt werden und die Frau in der Mühle gerettet. Die Frau war die beschriebene Heilerin und nach kurzer störrischer Phase konnte sie dann doch von Jens zur Reise nach Phandalin überzeugt werden. Solche Wortgewandtheit hätte ich ihm nicht zugetraut…

 

Und nun muss ich mich von dir verabschieden liebes Tagebuch, die Pflicht ruft,

Bis bald,

dein Leoran

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